Wirtschaft

Aus dem Stottern wird ein Rasseln US-Jobmotor springt an

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Es wird viel geschraubt, aber so langsam läuft der US-Arbeitsmarkt wieder runder.

(Foto: REUTERS)

Die konjunkturelle Erholung der US-Wirtschaft schlägt sich zusehends auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Den dritten Monat in Folge entstehen mehr als 200.000 neue Jobs. Diese Entwicklung spielt im Präsidentschaftswahlkampf Amtsinhaber Barack Obama in die Hände.

Die langsam wieder Tritt fassende US-Wirtschaft bringt immer mehr Amerikaner zurück in Lohn und Brot. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Februar um 227.000 und damit deutlicher als erwartet, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Die Bilanz wäre noch besser ausgefallen, hätte der unter Sparzwang stehende Staat nicht Tausende Arbeitsplätze gestrichen.

Trotzdem entstanden bereits den dritten Monat in Folge mehr als 200.000 Jobs - das hat es seit rund einem Jahr nicht mehr gegeben. Im Januar und Dezember fanden zudem 61.000 mehr Amerikaner eine Stelle als zunächst gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,3 Prozent auf einem Drei-Jahres-Tief.

"Beachtliche Dynamik"

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"Der Arbeitsmarkt liefert einen weiteren Hinweis dafür, dass der Aufschwung an Breite gewinnt", sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics. Seit August entstanden etwa eine Million neue Jobs.

Grund dafür ist die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Sie wuchs im vierten Quartal um 0,7 Prozent, während die Euro-Zone um 0,3 Prozent schrumpfte. Die wöchentliche Arbeitszeit verharrte mit 34,5 Stunden auf dem höchsten Niveau seit August 2008, während die Stundenlöhne um 0,1 Prozent zulegten.

"Die aktuelle Dynamik am US-Arbeitsmarkt ist durchaus beachtlich", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Damit steige die Chance, dass der private Konsum stärker wachse. Er trägt zu rund 70 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Bernanke dämpft Zuversicht

Das Tempo der Erholung ist aber nicht hoch genug, um das Heer der 23,5 Millionen Arbeitslosen oder nur geringfügig Beschäftigten merklich zu reduzieren. Der Arbeitsmarkt sei "von Normalität noch weit entfernt", stellte Notenbankchef Ben´Bernanke jüngst fest. Dazu sei mehr Wachstum notwendig.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für dieses Jahr ein Plus von 1,8 Prozent voraus, andere Experten rechnen mit einer Zwei vor dem Komma. Auch die Notenbank erwartet angesichts der weltweiten Konjunkturflaute und der drohenden Rezession in der Euro-Zone keinen Boom. Sie will ihren Leitzins deshalb bis Ende 2014 bei null halten. Das billige Geld soll Konsum und Investitionen anschieben.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt hat auch Einfluss auf den Präsidentschaftswahlen im November. Bis dahin dürfte die Arbeitslosenquote unter die Marke voin acht Prozent gefallen sein, sagen Experten voraus. Das könnte Präsident Barack Obama im Wahlkampf helfen.

Den US-Anlegern gefielen die neuesten Arbeitsmarktdaten. Der Dow Jones legte zu.

Quelle: ntv.de, rts