Wirtschaft

Auf C(r)ashkurs mit EU und IWF Ungarn will reden

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Die Talfahrt des ungarischen Forint hält auch im neuen Jahr an.

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So klamm wie Ungarn ist, zeigt sich die Regierung in Budapest plötzlich doch einsichtig und bereit, mit EU und IWF über das umstrittene neue Notenbankgesetz zu verhandeln. Die Kreditwürdigkeit des Landes ist seit neuestem auf Ramschniveau heruntergestuft. Ungarn braucht dringend einen neuen Kredit.

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Der ungarische Außenminister Janos Martonyi

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Angesichts seiner großen Finanznot ist Ungarn nun doch bereit, über das von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisierte neue Notenbank-Gesetz zu verhandeln. "Wir sind zu Diskussionen bereit", sagte der ungarische Außenminister Janos Martonyi der Pariser Tageszeitung "Le Figaro". "Auch über das am häufigsten erwähnte Problem: das Gesetz über die Zentralbank", fügte er hinzu.

Die Kreditwürdigkeit Ungarns war am Vortag von der Ratingagentur Fitch auf Ramsch-Niveau herabgestuft worden. Das Land kämpft außerdem mit dem Verfall der nationalen Währung Forint und hohen Aufschlägen bei der Kreditbeschaffung auf den freien Märkten. Die für Ungarn bedrohliche Entwicklung ist eine Folge der aggressiven Wirtschaftspolitik der Regierung des Rechts-Konservativen Viktor Orban. Unter anderen hatte diese - gegen den ausdrücklichen Rat von IWF und EU - die Unabhängigkeit der Notenbank durch eine Gesetzesnovelle stark eingeschränkt.

Entmachtung der Zentralbank

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Orbans letzter Gegner: Andras Simor.

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Demnach kann nun Orban einen weiteren Vize-Gouverneur der Nationalbank und zwei weitere Mitglieder ihres Monetärrates einsetzen. EU und IWF befürchten, dass die Regierung auf diese Weise direkten Einfluss auf die Notenbank nimmt, was gegen EU-Recht verstoßen würde. Außerdem eröffnet das neue Gesetz die Möglichkeit, die Nationalbank mit der Finanzmarktaufsicht zu fusionieren, um damit den von Orban wenig gelittenen Notenbank-Gouverneur Andras Simor zu entmachten.

"Wir haben 13 oder 14 Einwände (der EZB) berücksichtigt", sagte Außenminister Martonyi der Zeitung. "Aber unser Gesetzestext sagt immer noch, dass es drei statt zwei Vize-Gouverneure geben soll. Stellt das die Unabhängigkeit der Zentralbank infrage?"

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Wegen seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten bemüht sich Ungarn seit November um einen neuen IWF-EU-Kredit. Die beiden Institutionen wollen aber vorerst keine offiziellen Verhandlungen mit der Regierung Orban aufnehmen, solange diese nicht ihre verfehlte Politik ändert.

Der für die IWF-Verhandlungen zuständige ressortfreie Minister Tamas Fellegi reist am kommenden Mittwoch zu informellen Gesprächen mit dem IWF nach Washington. Dabei soll sondiert werden, wie weit Budapest zu einem Kurswechsel bereit ist.

Quelle: ntv.de, dpa