Wirtschaft

Jägermeister auf dem Trikot Unternehmerlegende Mast ist tot

Der ehemalige Chef des Getränkeherstellers Jägermeister, Günter Mast, stirbt im Alter von 84 Jahren. Er macht den Kräuterlikör nicht nur zu einer international bekannten Marke – er führt mit Eintracht Braunschweig die Trikot-Werbung in der Fußball-Bundesliga ein.

23382076.jpg

Günter Mast.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine deutsche Unternehmer-Legende ist tot - Günter Mast ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Zwei Begriffe sind untrennbar mit dem kantigen Niedersachsen verbunden: Fußball und Jägermeister.

45 Jahre arbeitete Mast für den Kräuterlikör-Hersteller aus Wolfenbüttel, er machte die einstige Regionalmarke weltbekannt. Unvergessen ist beispielsweise seine Werbekampagne "Ich trinke Jägermeister, weil ...". Doch auch die Einführung der Trikotwerbung in der Bundesliga geht auf sein Konto.

Miteigentümer des erfolgreichen Likör-Unternehmens war Mast allerdings nie, die Firma gehört anderen Familienmitgliedern. Er war zwar der Enkel des Firmengründers Wilhelm Mast, doch sein Vater war 1936 nach Brasilien ausgewandert und hatte seinem Bruder Curt die kleine Familienfirma - damals eine Essigfabrik und Weinhandlung - überlassen.

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Braunschweig und Hamburg und einer kurzen Tätigkeit bei der "Braunschweiger Zeitung" holte ihn sein Onkel Curt 1952 in das Familienunternehmen nach Wolfenbüttel. Schon bald führte er offiziell die Geschäfte und galt als Firmenpatriarch alten Schlages. Nach der Umorganisation in eine Aktiengesellschaft übernahm er 1987 den Aufsichtsratsvorsitz. Mit 71 Jahren verließ er zehn Jahre später überraschend das Unternehmen. Unterschiedliche Auffassungen zwischen ihm und den damaligen Besitzerinnen wurden als Grund genannt.

Pionier der Trikot-Werbung

6542723.jpg

Paul Breitner im Trikot von Eintracht Braunschweig.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Seine legendären Marketing- und PR-Aktionen bleiben unvergessen. Obwohl selbst kein Fußball-Fan, erkannte er den Sport als Massenphänomen und damit als guten Werbeträger. 1973 trat er als erster Trikotsponsor in der deutschen Fußballbundesliga auf. Der Deutsche Fußball Bund hatte Trikotwerbung zwar verboten, doch der Club übernahm das Firmenlogo als Vereinswappen. So zierte ein 14 Zentimeter großes Hirschlogo die Trikots von Eintracht Braunschweig. Später wurde Mast Präsident des Fußballclubs und holte zum Beispiel Nationalspieler Paul Breitner zur Eintracht.

"Ich erkenne schon, wenn der Ball im Tor ist, aber ein Abseits kann ich nicht erklären", bekannte er später. Es sei ihm damals nicht um neue Einnahmequellen für die Bundesliga oder seinen Heimatverein Eintracht Braunschweig gegangen, sondern um die Firma.

Später erregten Werbesprüche wie "Der Jägermeister der Woche geht an das Land Baden-Württemberg, weil es dort mit dem Teufel zugeht" Aufsehen. "Die Ideen habe ich selbst immer dem tagespolitischen Geschehen entnommen", erinnerte sich Mast einmal. Auch viele der rund 3500 Slogans der Reihe "Ich trinke Jägemeister, weil ..." Werbekampagne stammten aus seiner Feder.

Sein Tatendrang führte vor allem dazu, dass sich Jägermeister schon in den 60er Jahren neue Märkte wie Dänemark, die Benelux-Staaten, die Niederlande, Italien oder Österreich erschloss und später auch außerhalb Europas bekannt wurde. Mittlerweile wird Jägermeister in über 80 Ländern vermarktet - und ist laut Unternehmensangaben der meistgekaufte Kräuterlikör weltweit.

Quelle: n-tv.de, Anita Pöhlig, dpa