Wirtschaft

Microsoft vor Mega-Übernahme Zinssorgen schrecken US-Anleger ab

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(Foto: picture alliance / newscom)

Die Sorge vor Zinshanhebungen sorgt an der Wall Street für schlechte Stimmung. Durch steigende Anleihe-Renditen geraten insbesondere Technologiewerte unter Druck. Unterdessen steht Microsoft vor der größten Übernahme seiner Firmengeschichte.

Nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende haben steigende Anleihe-Renditen die US-Aktienmärkte erheblich belastet. Anleger rechnen verstärkt mit Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed wegen der anhaltend hohen Inflation. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg auf den höchsten Stand seit zwei Jahren - und lastete gleichzeitig auf den Aktien, vor allem auf den Technologiewerten an der Nasdaq.

Nasdaq 100
Nasdaq 100 11.928,31

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 1,51 Prozent auf 35.368,47 Punkte. Der marktbreite S&P 500 rutschte um 1,84 Prozent auf 4577,11 Zähler ab. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte mit 2,57 Prozent auf 15.210,76 Punkte noch mehr ein. Hier droht nun ein Rückfall auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Steigende Zinsen belasten vor allem wachstumsstarke Unternehmen, vornehmlich aus den Technologiebranchen. Unter Druck gerieten denn auch vor allem die Kurse von Chip-Herstellern und deren Zulieferern.

Ebenfalls auf die Stimmung schlug der Geschäftsbericht von Goldman Sachs, der Aktienkurs stürzte um 7 Prozent ab. Deutlich höhere Kosten als im Vorjahr hatten der US-Bank im vierten Quartal einen Gewinnrückgang beschert. Goldman verfehlte mit dem Ergebnis die Erwartungen. Am Freitag hatten sowohl JP Morgan als auch Citigroup einen Gewinnrückgang für das vierte Quartal gemeldet, wenngleich sie die Erwartungen der Analysten übertrafen. Auch sie hatten mit niedrigeren Handelseinnahmen zu kämpfen, wohingegen die Investmentbanking-Sparten höhere Erträge einfuhren.

Bank of America
Bank of America 34,88

Morgan Stanley und Bank of America werden am Mittwoch ihre Geschäftszahlen vorlegen. Die Aktien von JP Morgan, Citigroup, Morgan Stanley und Bank of America verloren bis zu 4,8 Prozent - trotz stark gestiegener Marktzinsen. Der Bankensektor zählte mit einem Abschlag von 3 Prozent zu den schwächsten Subindizes im S&P-500.

Euro fällt auf Wochentief

Microsoft steht vor der größten Übernahme der Unternehmensgeschichte und will für 68,7 Milliarden Dollar den Computerspielehersteller Activision Blizzard übernehmen. Für die Microsoft-Aktie ging es im negativen Gesamtmarktumfeld um 2,4 Prozent nach unten. Dagegen schossen die Aktien von Activision Blizzard um 25,9 Prozent nach oben. Exxon Mobil kletterten mit der Ölpreisrally um 1,7 Prozent.

Activision Blizzard
Activision Blizzard 74,68

Der Telekomausrüster Ericsson reichte eine Reihe von Patentverletzungsklagen gegen Apple ein, weil das US-Unternehmen die Technologie der Schweden in Produkten wie dem iPhone ohne Lizenz verwendet haben soll. Der Kurs der Apple-Aktie sank um 1,9 Prozent.

Der Renditeanstieg trieb Anleger in den Dollar, der Dollar-Index stieg um 0,6 Prozent. Im Gegenzug ermäßigte sich der Euro auf den niedrigsten Stand seit einer Woche. Der Greenback dürfte durch die Erwartung baldiger US-Zinserhöhungen im Vorfeld der Fed-Sitzung in der kommenden Woche unterstützt bleiben, erwartete die ING. Zudem könnte der Dollar vor dem Hintergrund weiterer deutlicher Abgaben an den Aktienmärkten von seinem Status als sicherer Hafen profitieren, so die Devisen-Analysten.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 109,92

Die Ölpreise kletterten auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Händler verwiesen auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Huthi-Rebellen hatten einen schweren Drohnenangriff auf eine wichtige Erdöleinrichtung in Abu Dhabi geflogen. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind innerhalb des Erdölkartells Opec der drittgrößte Ölförderer. Als Vergeltung flog die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa.

Die Analysten von Goldman Sachs rechnen mit einem Preisanstieg der Sorte Brent bis zum dritten Quartal 2022 auf 100 Dollar. Anschließend dürfte es bis zum Auftaktquartal 2023 sogar bis auf 105 Dollar nach oben gehen. Gestiegene Marktzinsen und der feste Dollar drückten derweil den Goldpreis.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/DJ

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