Börse

Der Börsen-TagSchweine-Bemerkung: Schweizer Bank fürchtet Kundenaufstand in China

21.06.2019, 14:07 Uhr

Selbst die Hongkonger Börsenaufsicht hat sich eingeschaltet, weil ein UBS-Ökonom eine flapsige Bemerkung über chinesische Schweine gemacht hat.

Nach dem Aufruhr um einen flapsigen Kommentar eines Ökonomen versucht die UBS, ihre reichen chinesischen Privatkunden bei der Stange zu halten. Die Schweizer Großbank habe ihre erfahrenen Kundenberater in Hongkong und Singapur aufgefordert, Kunden anzurufen oder zu treffen, sagten mit der Situation vertraute Personen. "Damit soll sichergestellt werden, dass die Kunden nicht durch Reaktionen vor allem in den sozialen Medien beeinflusst werden", sagte einer der Insider.

Auslöser der Affäre war die Aussage des UBS-Volkswirts Paul Donovan. Er hatte sich zu höheren Verbraucherpreisen wegen einer in China grassierenden Krankheit bei Schweinen geäußert. Er sagte: "Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China isst."

Auf chinesischen Internetplattformen hatten die Bemerkungen zu einem Aufschrei geführt. Die Bank hatte den Artikel danach von ihrer Homepage genommen, sich entschuldigt und Donovan beurlaubt. Doch ließen sich dadurch nicht alle Kunden besänftigen. So entschied sich die staatliche Infrastrukturfirma China Railway Construction gegen eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Bank bei der Platzierung einer Dollar-Anleihe.

Auch die Hongkonger Bankenaufsicht HKMA habe die UBSkontaktiert und das Institut aufgefordert, sie bezüglich der internen Untersuchung auf dem Laufenden zu halten, sagte eine zweite Person.