Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Aktionäre kritisieren Adidas-Spitze wegen Umgangs mit Corona

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(Foto: imago images/Jan Huebner)

Unmut auf der Adidas-Hauptversammlung: Aktionäre, unter anderem drei große institutionelle Anleger, haben den Umgang des Dax-Konzerns mit der Corona-Krise und mit Rassismus-Vorwürfen kritisiert. Der Fondsmanager DWS wollte auf dem Aktionärstreffen vom Management wissen, warum die Entscheidung zur Aussetzung des Aktienrückkaufs erst Ende März gefallen sei, "wenn bereits seit Januar die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf künftige Umsatz- und Ertragseinbußen hindeuteten".

Zudem habe die Ankündigung des Unternehmens, die Mietzahlungen auszusetzen, deutlich gemacht, dass Corona die wirtschaftliche Lage des Konzerns belasten werde. Sie habe einen beispiellosen "Sturm der Entrüstung" ausgelöst, der dem Vertrauen in die Marke Adidas "stark geschadet" habe, so DWS. Wie viel Anteilsbesitz die DWS an Adidas vertritt, wollte ein Sprecher nicht mitteilen.

Deka Investment kritisierte unter anderem, dass Adidas inmitten der Corona-Krise kein Kreditrating besaß. "Das erforderliche Kreditrating hätte allerdings deutlich früher eingeholt werden sollen. Dann hätte man Staatshilfe vermieden", so Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit & Corporate Governance bei Deka Investment. Er begrüßte die geplante Ablösung des Staatskredits durch noch zu begebende Unternehmensanleihen.

Quelle: ntv.de