Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAlle Augen auf die EZB

19.03.2026, 05:59 Uhr

Nach zwei Handelstagen in dieser Woche mit Aufschlägen hat der Dax zur gestrigen Wochenmitte wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der deutsche Börsenleitindex schloss 1,0 Prozent tiefer mit 23.502 Punkten. Zuvor hatte er gut 1,3 Prozent zugelegt. Für das jähe Ende der Erholungsbewegung zeichneten wieder anziehende Ölpreise verantwortlich.

Nach der gestrigen Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) stehen heute weitere Noten- und Zentralbanken Gewehr bei Fuß: So dürfte etwa due EZB trotz des Ölpreisschocks eine weitere Zinspause einlegen. Viele Experten erwarten, dass der Einlagensatz vorerst bei 2,0 Prozent gehalten wird, im Sommer allerdings eine Erhöhung folgen könnte. Der seit Ende Februar tobende Nahost-Krieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. Im Fokus der Investoren stehen daher die aktualisierten Projektionen der EZB-Fachleute zur Preisentwicklung und auch zum Wirtschaftswachstum. EZB-Chefin Christine Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten.

Auch die Notenbanken in Japan, England und der Schweiz entscheiden über ihren Zinskurs. Alle drei dürften nach den Erwartungen der Analysten nicht an ihren Leitzinsen rütteln. Der Nahostkrieg und der damit einhergehende Ölpreisanstieg machen die Ausrichtung der Geldpolitik schwierig, da womöglich neue Inflationsgefahren lauern. Der Chef der Bank of Japan, Kazuo Ueda, verzichtete jüngst auf die Wiederholung des üblichen Mantras, wonach man die Zinsen anheben wolle, sollte sich die Wirtschaft weiter erholen. Der geldpolitische Schlüsselzins liegt in Japan bei 0,75 Prozent, in England bei 3,75 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird den Leitzins den Erwartungen zufolge trotz der jüngsten Aufwertung des Frankens auf dem niedrigsten Niveau aller größeren Währungsräume belassen: bei null Prozent.

Unternehmensseitig stellt der neue Vonovia-Chef Luka Mucic seine Vorstellungen für die Zukunft des größten deutschen Immobilienkonzerns vor. Vonovia hat die Krise der Branche hinter sich gelassen und will nun wieder auf Wachstum schalten. Zugleich will der Konzern mit Dienstleistungen rund um das Wohnen punkten. Vonovia drückt indes wegen der rasanten Expansion mit zahlreichen Übernahmen in der Vergangenheit eine milliardenschwere Schuldenlast. Mucic stellt nun die Zahlen für das vergangene Jahr vor, erläutert den Ausblick und wird auch Fragen zur künftigen Verschuldung beantworten müssen.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de