Der Börsen-TagAnalysten: Commerzbank-Aktionäre sollten warten
Bei dem Tauschangebot der Unicredit an die Commerzbank-Aktionäre geht es ganz offensichtlich nicht um eine Mehrheitsübernahme, sondern um das Überschreiten der 30-Prozent-Marke, wie die Analysten der LBBW betonen. Durch den gerade abgeschlossenen Aktienrückkauf der Commerzbank wäre ohne diese Maßnahme ein Pflichtangebot ausgelöst worden. So behalte Uncredit die Initiative.
Ein formelles Übernahmeangebot solle die 30-Prozent-Schwelle knacken und damit aus Sicht von Unicredit-CEO Orcel konstruktive und freundliche Gespräche mit dem Commerzbank-Management und den Commerzbank-Eigentümern ermöglichen. Konkret solle ab Anfang Mai 2026 ein vierwöchiges Angebot in Unicredit-Aktien erfolgen (keine Bar-Komponente). Unicredit gehe derzeit von einem Umtauschverhältnis von 0,485 eigenen Aktien für eine Commerzbank-Aktie aus. Auf Basis derzeitiger Schlusskurse würde dies einem Commerzbank-Preis von 30,80 Euro entsprechen, ein Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs von Freitag.
Die Commerzbank habe zuletzt sehr gute Finanzzahlen gezeigt und eine erfolgversprechende, eigenständige Strategie. Dennoch dürften die Übernahme-Avancen den Kurs weiterhin zumindest stützen. Die Analysten empfehlen, Commerzbank-Aktien weiter zu halten und auf das finale Umtauschangebot zu warten.