Der Börsen-TagAnleger brauchen Weitsicht
Händler rechnen weiter mit einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung an Europas Börsen. Während es im Irankrieg und auch im Ukrainekrieg keine relevanten neuen Entwicklungen gibt, warten die Akteure mit Spannung auf die US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Sollten sie als Folge des Energiepreisschocks noch stärker gestiegen sein als erwartet, könnten Zinssenkungshoffnungen vollkommen entweichen. Erwartet wird ein Anstieg von 3,8 Prozent auf Jahressicht, verglichen mit 3,3 Prozent im Monat zuvor. Bei der Kernrate wird ein Anstieg von 2,7 nach 2,6 Prozent prognostiziert. "Zur Erinnerung: Die Fed will eine Rate um 2 Prozent sehen", sagt ein Händler.
Mit Spannung wird auch nach Großbritannien geblickt, unter anderem mit der Sorge möglicherweise steigender Zinsen. Nach dem Einbruch bei den Kommunalwahlen steht Premierminister Keir Starmer zunehmendem Unmut in seiner eigenen Labour-Partei gegenüber. Anleger preisten nun Monate potenzieller Unsicherheiten über die künftige Ausrichtung des Landes ein, sagt Moyeen Islam, Fixed-Income-Stratege bei Barclays und weiter: "Die Hürde für den Verkauf britischer Staatsanleihen wird immer niedriger".
Aus Deutschland werden die ZEW-Konjunkturerwartungen berichtet. Unternehmensseitig nimmt die Berichtssaison noch einmal stark Fahrt auf. Zahlen gibt es unter anderem von Munich Re, Bayer, Vodafone, Imperial Brands und vielen weiteren Unternehmen.