Der Börsen-TagAnspannung am May-Day - Dax gibt nach
Unmittelbar vor dem Showdown unter dem Big Ben herrscht unter Anlegern gespannte Ruhe. Sie fuße auf der Annahme, dass die britische Premierministerin Theresa May bei der Abstimmung über ihren Brexit-Deal die "richtige Art" Niederlage einstecken muss, sagte Analyst JR Zhou vom Online-Broker Infinox.
"Nicht zu groß und nicht zu knapp. Dies würde ihr erlauben, im Amt zu bleiben und den Brexit zu verschieben, aufzuweichen oder ganz zu blockieren."
Dax und EuroStoxx50 bröckelten am Nachmittag um jeweils 0,2 Prozent auf 10.829 beziehungsweise 3050 Punkte ab. Im frühen Handel hatte der deutsche Leitindex noch mehr als ein Prozent zugelegt. Der Londoner Auswahlindex FTSE hielt sich knapp im Plus bei 6856 Zählern, das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2836 US-Dollar.
Am Aktienmarkt rückten Finanzwerte ins Rampenlicht. Einem Insider zufolge verlangt die Europäische Zentralbank (EZB) von bestimmten Geldhäusern, sämtliche faule Kredite bis zu einem Stichtag über Rückstellungen abzudecken. Anleger warfen vor allem Aktien italienischer Institute aus den Depots. Die Banken des Landes sitzen Experten zufolge auf 125 Milliarden Euro an faulen Krediten, die nur zu einem geringen Teil über Rückstellungen abgedeckt sind. Der italienische Bankenindex rutschte um 2,4 Prozent ab. In Frankfurt verbilligten sich Deutsche Bank um 0,3 Prozent, Commerzbank verloren 1,6 Prozent.
Bei der Deutschen Post verflog die Freude über eine baldige Anhebung des Briefportos rasch. Die "Aktie Gelb" verlor 2,2 Prozent, nachdem sie zunächst zeitweise knapp vier Prozent zugelegt hatte. Dem Unternehmen zufolge können die Gesamtjahresziele bei der von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellten Porto-Anhebung um 4,8 Prozent nur mit zusätzlichen Einsparungen erreicht werden. Ursprünglich war ein höherer Aufschlag erwartet worden. So sollte ein Standardbrief künftig 80 statt bislang 70 Cent kosten.