Der Börsen-TagAsien-Börsen zwischen Volkskonkress und Handelsstreit
Die asiatischen Börsen zeigen sich mehrheitlich mit Aufschlägen. Damit folgen sie einmal mehr nicht mehr den US-Vorgaben. Im Handel wird davon gesprochen, dass die Wall Street bedingt durch die Abkopplungspolitik von US-Präsident Donald Trump möglicherweise ihren Status als Leitbörse verlieren könnte. Für etwas Zuversicht sorgen Aussagen von US-Handelsminister Lutnick, wonach einige verhängte US-Importzölle auch wieder zurückgenommen werden könnten. Des Weiteren sagte US-Präsident Trump in seiner Rede an den Kongress unter anderem, dass es eine Anpassungsphase für Zölle geben könnte.
In Hongkong steigt der Leitindex HSI um 1,8 Prozent, der Shanghai Composite legt um 0,2 Prozent zu. Dort stützt das ambitionierte Wachstumsziel, das Konjunkturhilfen impliziert. China hat sich für 2025 ein stabiles Wirtschaftswachstum von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zum Ziel gesetzt. Premierminister Li Qiang gab dieses Ziel bei der Eröffnung der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses bekannt. Um Investitionen anzukurbeln, dürfen die lokalen Regierungen insgesamt umgerechnet rund 570 Milliarden Euro in Form von Sonderanleihen ausgeben, die in der Regel zur Finanzierung von Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten verwendet werden. Der chinesische Caixin-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen ist im Februar leicht gestiegen, was der Stimmung ebenfalls zugute kommt.
Der südkoreanische Kospi zieht um 1,3 Prozent an. In Tokio legt der Nikkei 0,2 Prozent auf 37.389 Punkte zu - auch gestützt von einem wieder etwas schwächer notierenden Yen. Dieser hatte jüngst deutlich aufgewertet, da er als vermeintlich sicherer Anlegerhafen gesucht gewesen war. Die Unsicherheit über Trumps Wirtschaftspolitik bestehe zwar weiter, doch fasse der Markt wieder etwas Mut auf eine Lockerung der Zölle, heißt es im Devisenhandel.