Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAuftrieb am Aktienmarkt: Dax spekuliert auf Geldspritzen

03.03.2020, 08:02 Uhr

Am deutschen Aktienmarkt stehen die Trendsignale auf Grün: Inmitten der schwelenden Unsicherheit keimt an den Börsen Hoffnungen auf konjunkturstützende Maßnahmen auf.

  • In den vorbörslichen Indikationen wird der deutsche Leitindex Dax zur Eröffnung am Dienstag bei 12.054,00 Punkten gesehen, was einem vergleichsweise starken Plus von 1,4 Prozent entspricht.

  • Am Vorabend war das Frankfurter Börsenbarometer unsichere 0,3 Prozent im Minus aus dem Handel gegangen. Mit einem Schlusskurs von 11.857,87 Punkten waren Anleger noch glimpflich davongekommen. Im Handelsverlauf war der Dax zeitweise mehr als zwei Prozent in die Verlustzone gefallen.

  • Auf Wochensicht liegt der Dax derzeit noch 12,44 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn (YTD) belaufen sich die Kursverluste auf 10,25 Prozent.

Wichtigster Faktor in den Überlegungen der Investoren ist aktuell die Frage, wie groß die Auswirkungen der Virus-Epidemie auf das gesamtwirtschaftliche Gefüge ausfallen. Führende Notenbanken - darunter auch die Fed, die Bank of England und die EZB - haben bereits signalisiert, dass sie für etwaige Stützungsaktionen bereit stehen.

In Australien haben die Währungshüter bereits unter Hinweis auf die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs den Leitzins gesenkt. Das rohstoffreiche Land bekommt Einbrüche bei der Nachfrage, etwa aus China, besonders früh zu spüren.

Einige Beobachter rechnen bereits für diesen Mittwoch mit einem ersten Schritt der US-Notenbank. "Die Aktienmärkte sind seit der Finanzkrise übermäßig abhängig von den Zentralbanken geworden, und einige Händler fangen an, sich zu fragen, was niedrigere Zinsen bringen können, wenn in noch mehr Teilen der Welt die Produktion wegen des Virus stillsteht", sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets.

Im Lauf der Woche kommen zudem die Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) zusammen, um über die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu sprechen. Frankreich kündigte eine "konzertierte Aktion" an.