Der Börsen-TagAusbau der Erneuerbaren ist Schlüssel für tiefere Preise
Verbund-Chef Michael Strugl sieht in einer massiven Ausweitung der heimischen Stromerzeugung den zentralen Hebel für dauerhaft niedrigere Preise. "Wenn wir das Angebot erhöhen, wenn mehr Angebot im Markt ist, dann dämpft das die Preise", sagte der Chef von Österreichs größtem und mehrheitlich staatlichem Energiekonzern. Bei einer Veranstaltung des Branchenverbands Oesterreichs Energie verwies Strugl auf die USA: Dort sorge ein riesiges Angebot an heimischem Gas für niedrige Energiekosten. "Das müssen wir mit Strom auch machen", forderte der Manager. Europa müsse diesen Mengeneffekt durch die eigene Produktion aus Wasser, Wind und Sonne erreichen.
Als Beleg für diesen Mechanismus nannte Strugl das Jahr 2024, in dem eine hohe Erzeugung aus Wasserkraft in Österreich zeitweise zu Großhandelspreisen unter dem deutschen Niveau geführt habe. Das Grundproblem bleibe jedoch die Volatilität: Obwohl erneuerbare Energien bilanziell einen Großteil des Bedarfs deckten, sei dies tatsächlich nur in rund einem Fünftel der 8760 Jahresstunden der Fall. In den übrigen Zeiten bestimmten teurere Kraftwerke den Marktpreis.