Der Börsen-TagBASF-Chef äußert sich zur Deindustrialisierungs-Debatte und Konjunktur

Der Chef des Chemieriesen BASF, Markus Kamieth, sieht trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise in Deutschland keine Deindustrialisierung. "Die Industrie in Deutschland wird nicht verschwinden", sagte er dem "Handelsblatt". "Wir sind ein Wirtschaftsraum mit hohem Industrieanteil an der Wertschöpfung. Das bleibt so, auch wenn er etwas sinken wird", sagte Kamieth. "Die Unternehmen werden sich restrukturieren, Kapazitäten anpassen, aber auch viel neu investieren." Er möge das Wort Deindustrialisierung nicht, "weil es suggeriert, es könnte irgendwann mal alles weg sein".
Zugleich sieht der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns keinen baldigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft. "Wir gehen im Moment davon aus, dass es keine deutliche Belebung der Konjunktur für 2026 geben wird." Die deutsche Industrie befinde sich nicht in einem Rückzugsgefecht, sagte Kamieth. "Aber wir agieren heute natürlich defensiver als noch vor fünf oder sieben Jahren."