Der Börsen-TagBilanzschaos zerstört Investoren-Vertrauen in deutschen Traditionskonzern "völlig"
Die Aktie des Verpackungskonzerns Gerresheimer bricht um rund 30 Prozent ein. Der traditionsreiche SDax-Konzern hat wegen Fehlern in der Bilanzierung die für den 26. Februar geplante Veröffentlichung seines Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 verschoben. Nach den bisherigen Erkenntnissen hätten einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen, hatte Gerresheimer am Vorabend mitgeteilt.
Die Verschiebung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 belaste das Vertrauen in die Bilanzqualität aufs Neue erheblich, heißt es von der DZ Bank. In der Folge fielen die Zahlen für 2025 schwächer aus und es gebe deutliche Wertberichtigungen. Auch der Ausblick 2026 liegt nochmals unter den ohnehin schon niedrigen Erwartungen der Analysten. Schwerwiegend sei auch das nun völlig zerstörte Investoren-Vertrauen in die Aktie, was sich im heutigen massiven Kurssturz widerspiegele.
Die nun notwendigen Korrekturen im Konzernabschluss von Gerresheimer betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Dies wirke sich auch auf die Bilanz für 2024 aus, die Ende vergangenen Jahres bereits korrigiert worden war. Die Finanzaufsicht Bafin hatte moniert, dass Gerresheimer 2024 Umsatzerlöse für einige Kundenverträge erfasst habe, obwohl diese noch nicht ausgeführt worden seien. Der Konzern teilte mit, er habe bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen. Gerresheimer hatte zudem eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt um sicherzustellen, dass alle Fehler umfassend korrigiert werden.