Der Börsen-Tag China plant immense Konjunkturanreize
Die Corona-Krise macht Chinas Wirtschaftsplanung zunichte. In einem bislang beispiellosen Schritt verzichtet die Regierung in diesem Jahr auf ein Wachstumsziel. Das hat es noch nie gegeben, seit die Führung in Peking 1990 solche Vorgaben einführte. Ministerpräsident Li Keqiang versprach zur Eröffnung des jährlichen Volkskongresses aber gewaltige staatliche Ausgaben, um die schwer angeschlagene Konjunktur wieder auf die Beine zu bringen. Nach Analystenschätzung geht es um eine Summe von insgesamt umgerechnet mehr als einer halben Billion Euro.
"Chinas Entwicklung sieht sich mit unvorhersagbaren Umständen konfrontiert", sagte Li vor den Parlamentsabgeordneten. Neben der Pandemie verwies er auf die Unsicherheiten im internationalen Handel. Zuletzt hatten sich im Streit über den Ausbruch des Coronavirus insbesondere die Spannungen mit den USA verschärft.
Li zeichnete ein düsteres Bild von der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Binnennachfrage, Investitionen und Exporte seien rückläufig. Der Druck auf den Arbeitsmarkt habe deutlich zugenommen. Die Finanzrisiken stiegen an, sagte der Regierungschef zu Beginn der einwöchigen Versammlung.
Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt um 6,8 Prozent eingebrochen. Es war der erste Rückgang seit Jahrzehnten.