Der Börsen-TagChinas Wirtschaft gelingt Punktlandung mit Schönheitsfehlern
Mit einem Wachstum von fünf Prozent im vergangenen Jahr hat Chinas Wirtschaft das offizielle Ziel der Regierung erreicht. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet. Jedoch verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum dritten Quartal, als es noch bei 4,8 Prozent gelegen hatte. Während die Exporteure trotz US-Zöllen einen Rekord-Handelsüberschuss erzielten, ließ die Binnennachfrage wegen der anhaltenden Immobilienkrise weiter nach.
"Es ist fast wie beim 'Dinner for One', die gleiche Prozedur wie jedes Jahr", meinte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, zu den Daten. "Trotz erheblicher Konjunkturbaustellen ist das offizielle Wachstumsziel wieder einmal erreicht. Rückläufige Investitionen und Immobilienpreise sowie eine miese Konsumstimmung aber sprechen eine andere Sprache. Dem Exportboom dürfte dieses Jahr die Luft ausgehen. Wegen der US-Zollmauer überschwemmen chinesische Produkte Märkte in Asien, Lateinamerika und Europa. In vielen Ländern regt sich Widerstand gegen Dumpingpreise und Wettbewerbsverzerrungen. Politik und Zentralbank in China werden sich weiter gegen eine Konjunkturabschwächung stemmen."