Der Börsen-Tag Continental verbrennt 1,8 Milliarden Euro
Continental hat wegen der Coronakrise innerhalb von drei Monaten fast zwei Milliarden Euro verbrannt. Der Autozulieferer hofft aber, den Zahlungsabfluss aus dem operativen Geschäft von 1,8 Milliarden Euro von April bis Juni in den nächsten Monaten zum Teil wieder wettzumachen, wenn die Umsätze sich stabilisieren.
Im zweiten Quartal brach der Umsatz wegen der Produktionspausen bei vielen Autobauern um fast 40 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro ein. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Steuern und Zinsen lag vorläufigen Zahlen zufolge bei 636 Millionen Euro - ein Jahr zuvor hatte Conti im gleichen Zeitraum operativ 868 Millionen Euro verdient.
Vom Unternehmen befragte Analysten hatten aber mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Das treibt die im Leitindex Dax notierten Continental-Aktien um vier Prozent nach oben. "Wir gehen davon aus, dass das abgelaufene Quartal das schwächste war", so Analyst Sven Diermeier von Independent Research.
Conti-Chef Elmar Degenhart hatte auch für das dritte Quartal einen deutlichen Rückgang der Erlöse in Aussicht gestellt. Auf der Hauptversammlung hatte er einen verschärften Sparkurs mit zusätzlichen Kostensenkungen im dreistelligen Millionenvolumen bis 2022 angekündigt.
Der Konzern aus Hannover hatte seine Finanzpuffer unter dem Eindruck der Krise mit neuen Anleihen und erweiterten Krediten um mehr als fünf Milliarden Euro aufgestockt und hofft damit ohne Staatshilfe auszukommen. Ende Juni saß das Unternehmen auf einem Liquiditätspolster von 10,1 Milliarden Euro, das waren 3,3 Milliarden mehr als Ende März.