Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDAX-Rekordhunger ist noch nicht gestillt

30.09.2024, 05:59 Uhr

Die zum Monatsende erst richtig in Gang gekommene Rekordfahrt an den Börsen dürfte Börsianern zufolge im Oktober anhalten. "Obwohl einige Gewinnmitnahmen zu erwarten sind, gibt es derzeit keine starken rückläufigen Signale, die darauf hindeuten, dass ein Markthoch unmittelbar bevorsteht", sagt Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Brokerhaus City Index. "Tatsächlich finden Anleger offenbar mehr Gründe, investiert zu bleiben oder sogar ihr Engagement zu erhöhen, da die Zentralbanken nicht nur die Zinsen lockern, sondern auch frische Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur einführen."

China öffnete in der abgelaufenen Woche seine Geldschleusen und will seine Wirtschaft wiederbeleben, die mit einem starken Deflationsdruck zu kämpfen hat und Gefahr läuft, die Wachstumsziele der Regierung zu verfehlen. Investoren weltweit hoffen nun auf wachsende Nachfrage der zweitgrößten Volkswirtschaft. Der Dax konnte daraufhin die psychologisch wichtige Marke von 19.000 Punkten hinter sich lassen und kletterte zeitweise auf ein Rekordhoch von 19.491,93 Zählern. In den vergangenen Tagen legte er dabei insgesamt rund vier Prozent zu - das größte Wochenplus seit eineinhalb Monaten.

Allerdings herrscht an den Finanzmärkten nach wie vor Verunsicherung, wie es nach den jüngsten Zinssenkungen weitergeht. Im Fokus der Anleger steht daher heute EZB-Chefin Christine Lagarde mit ihrer turnusmäßigen Anhörung im Europarlament. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Juni die Zinswende eingeläutet und die Geldpolitik im September erneut gelockert. Lagarde hat klargemacht, dass der Zinspfad nach unten führt.

US-Notenbankchef Jerome Powell könnte heute ebenfalls Anlegern Hinweise auf den Zinspfad der Fed geben, wenn er auf einer Finanzkonferenz in Nashville im Bundesstaat Tennessee spricht. Sein Haus hatte im September die Zinswende vollzogen und den Schlüsselsatz kräftig gesenkt. Die US-Notenbanker fassen weitere Schritte nach unten fest ins Auge.

Wegen der Zinsspekulationen verfolgen Investoren die konjunkturellen Entwicklungen dies- und jenseits des Atlantiks besonders aufmerksam. Den Auftakt machen die deutschen Verbraucherpreis-Daten, die heute veröffentlicht werden. Sinkende Energiepreise hatten die Inflation im August erstmals seit mehr als drei Jahren unter die Zwei-Prozent-Marke gedrückt, die sich die EZB als Ziel gesetzt hat. Morgen folgen die entsprechenden Zahlen für die Euro-Zone. Hier erwarten Analysten für September einen Rückgang auf zwei von zuvor 2,2 Prozent.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de