Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag DAX befindet sich in Abwärtsspirale

14.11.2024, 05:59 Uhr

Dem positiven Wochenauftakt hat der DAX nun zwei Handelstage mit zum Teil deutlichen Verlusten folgen lassen, die den deutschen Börsenleitindex gestern nur knapp über der 19.000er-Marke haben schließen lassen. Zwar legten die Kurse an der Wall Street erneut zu, vor allem eine zunehmend enttäuschende Berichtssaison hierzulande sorgte aber für Abgabedruck und einen DAX zeitweise unter der 19.000.

Und auch heute liegt das Augenmerk der Anleger wieder auf den Geschäftsausweisen gleich mehrerer DAX-Konzerne: So legt etwa der Netzbetreiber EON seine Zahlen für die ersten neun Monate vor. Das Unternehmen könnte dabei ein Update seines 42 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms geben. Zudem macht sich E.ON für höhere Renditen beim Netzbetrieb stark. Die politischen Verwerfungen im Bund und die Folgen für die Energiewende dürften auch ein Thema sein.

Dagegen hatte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas die Erwartungen rechtzeitig gedämpft: Das DAX-Schwergewicht ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 nicht so stark gewachsen wie gedacht. "Eher drei als vier Prozent" hatte Thomas zuletzt gesagt, 2,6 Prozent schätzen die Analysten im Schnitt. Das liegt an der anhaltenden Schwäche in der Automatisierungs-Sparte DI, die nun für elf Milliarden Dollar durch den US-Industriesoftwareanbieter Altair gestärkt werden soll. Der operative Gewinn des Münchner Technologiekonzerns dürfte den Schätzungen der Analysten zufolge stagniert haben, die Dividendenerhöhung ist aber nicht in Gefahr. Vorstandschef Roland Busch muss auf der Bilanzpressekonferenz erklären, wie es 2024/25 trotz schwacher Konjunktur wieder aufwärtsgehen soll.

Nach einer erneuten Anhebung der Jahresziele durch die US-Tochter T-Mobile hoffen Börsianer bei der Deutschen Telekom auf ähnlich positive Nachrichten. Bei ihrem Kapitalmarkttag vor rund einem Monat hatte die Telekom beschleunigtes Wachstum, steigende Dividenden und Aktienrückkäufe in Aussicht gestellt. Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 28,47 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 11,05 Milliarden Euro.

Daneben rückt die Geldpolitik wieder in den Vordergrund: So legt etwa die EZB die Protokolle ihrer Sitzung von Mitte Oktober vor. Dabei hatten die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde die dritte Zinssenkung im laufenden Jahr vollzogen. Investoren erhoffen sich aus den Mitschriften Hinweise darauf, wie es auf dem Zinspfad weitergeht. Zuletzt war in der EZB-Führungsebene vor dem Hintergrund der Konjunkturschwäche im Euroraum eine Debatte darüber entbrannt, wie weit die Notenbank den Zins in der Zukunft noch absenken solle.

Am Abend (21.00 Uhr) wird zudem US-Notenbankchef Jerome Powell im texanischen Dallas sprechen. Investoren blicken besonders gespannt auf diesen Termin, nachdem die Notenbank jüngst den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt hat und im Dezember bereits die nächste Sitzung ansteht. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de