Der Börsen-TagDAX geht vor Fed-Entscheidung in Vorlage
Vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Abend hat der DAX ein Kursplus eingefahren. Er schließt 0,8 Prozent fester bei einem Stand von 15.782 Punkten. Der Handel sei aber von Zurückhaltung geprägt gewesen, heißt es von Marktteilnehmern. "Eine Zinspause bei 5,25 bis 5,50 Prozent gilt als ausgemacht, der Fokus dürfte damit auf den aktualisierten Leitzinsprojektionen liegen", so Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. An den neuen Zinsprojektionen werde ablesbar sein, ob die Marktteilnehmer für die verbleibenden Zinssitzungen der US-Notenbank in diesem Jahr richtig liegen. Weil eine weitere Zinsanhebung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent eingepreist werde, wäre ein Anheben der Projektionen möglicherweise ein negatives Signal für die Aktien- und Zinsmärkte. Profitieren würde dann vermutlich der Dollar.
D erweil sind in Deutschland die Erzeugerpreise im August wie erwartet im Jahresvergleich um 12,6 Prozent gesunken. Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Großbritannien. Dort stiegen die Verbraucherpreise im August in der Kernrate zwar um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr; Ökonomen hatten aber mit 6,8 Prozent deutlich mehr erwartet.
"Nach drei Minustagen gibt es für den DAX endlich einen Tag der Erholung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die Frage ist nun: Zinserhöhung, Zinspause, Zinsgipfel?" Meyer verweist darauf, dass sich Anleger etwas mehr Klarheit von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhofften: "Aber die Währungshüter werden sich wie gewohnt weiterhin alle Wege offenhalten", erläutert er. "Wer weiß, vielleicht tut sich ja auch gar nichts? Denn es gilt: Nach der Fed ist vor der Fed."
Nach den jüngsten Abschlägen melden sich Sartorius mit Aufschlägen von rund vier Prozent in einer technischen Gegenbewegung zurück. Möglicherweise positionieren sich auch einige Anleger mit Blick auf eine mögliche Verschärfung der Covid-Lage im Herbst beziehungsweise Winter. Delivery Hero gewinnen nach positiven Analystenstimmen gleich etwa sechs Prozent. Die Fraport-Papiere steigen um gut 5,5 Prozent. Das Unternehmen entwickle sich besser als angenommen, so Goldman-Sachs-Analyst Patrick Creuset laut Marktteilnehmern.
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