Der Börsen-Tag"DAX nimmt nach oben die Treppe"
Nach dem deutlichen Rücksetzer am Dienstag geht es für den DAX zur Wochenmitte leicht aufwärts. Er beendet den Handel 0,1 Prozent fester mit 17.787 Zählern. Damit dauert die Berg- und Talfahrt an den Börsen an, der übergeordnete Trend zeigt aktuell nach unten. Nachdem jüngst die Notenbankpolitik sowie die geopolitischen Spannungen die Impulse lieferten, kommt nun die Berichtssaison hinzu.
"Die Unsicherheit an den Börsen ist nach wie vor groß. Und solange unklar ist, ob der Konflikt zwischen Israel und dem Iran weiter eskalieren wird, wird das auch so bleiben", heißt es von den Analysten von QC Partners. Auffallend sei, dass trotz dieses geopolitischen Risikos nur sehr zaghaft Absicherungspositionen eingegangen würden. "Die Anleger gehen aktuell davon aus, dass die geopolitischen Risiken nicht eintreten werden und die Börsen aus eben diesem Grund schnell in den Rally-Modus zurückkehren werden", heißt es weiter.
"Der DAX befindet sich in einer Konsolidierung - und so etwas kann auch mal länger dauern", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Da wäre die geldpolitische Verbalakrobatik von Fed-Chef Jerome Powell auf der einen Seite und die Geopolitik auf der anderen", erläutert Meyer. "Und wie immer gilt: Nach unten geht es mit Schmackes, nach oben mit Gewürge. Oder anders gesagt: Der DAX nimmt nach unten den Fahrstuhl und nach oben geht es über die Treppe", erläutert er. "Im Blick stand heute zudem noch die Berichtssaison."
Dabei stechen zwei DAX-Werte heraus: Adidas reagieren mit Aufschlägen von etwa acht Prozent sehr positiv auf einen guten Quartalsbericht. Die Metzler-Analysten sehen nach Adidas' vorläufigen Eckzahlen für das erste Quartal und der angehobenen Prognose für das Gesamtjahr "Raum für weitere Gewinnsteigerungen". Denn die Zahlen zeigten, dass das Umsatzwachstum weitgehend organisch sei. Für die Analysten der DZ Bank ist klar, dass Adidas vor allem von einer hohen Nachfrage nach den Retro-Schuhmodellen Samba, Gazelle und Co. profitiert habe.
Für Continental geht es dagegen nach den schwachen Zahlen zum ersten Quartal kräftige rund fünf Prozent nach unten. "Die Erwartungen waren niedrig, aber nicht so niedrig", heißt es bei Jefferies. In allen drei Geschäftsbereichen - Automotive, Tires und Contitech - wurden sowohl die Umsatz- als auch Margenerwartungen des Marktes verfehlt.