Der Börsen-TagDas dicke Ende kommt erst noch …
Zum Wochenstart schenkt der Dax die 25.000er-Marke leichtfertig her. Gestern bewegt er sich dann um die psychologisch wichtige Schwelle herum. Zum Handelsende steht dann ein Miniminus bei einem Stand von 24.986 Punkten. Bestimmte im bisherigen Wochenverlauf die allgemeine Geopolitik und das Zollgebaren von US-Präsident Donald Trump die Stimmung der Anleger, könnten heute Impulse sowohl von der Konjunktur- als auch von der Unternehmensseite kommen.
So stellt sich etwa die Frage: Ist die deutsche Wirtschaft vor der Jahreswende gewachsen? Klarheit bringen die detaillierten Daten des Statistischen Bundesamtes für das vierte Quartal 2025. In einer ersten Schätzung war ein Zuwachs von 0,3 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt ermittelt worden. Die Bundesbank geht davon aus, dass sich die Wirtschaft auch zu Jahresbeginn in der Wachstumsspur gehalten hat, wenngleich mit schwachem Tempo. Laut einer Unternehmensumfrage hat sich jüngst der angeschlagene Industriesektor wieder berappelt, was Hoffnung auf einen Konjunkturfrühling nährt.
Daneben dürfte sich die Verbraucherstimmung hierzulande weiter aufhellen. Ökonomen prognostizieren für das von den Konsumforschern der GFK und des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) erstellte Barometer einen Anstieg - und zwar auf minus 23,1 Punkte im März, nach minus 24,1 Zählern im Februar. Schwindende Inflationsängste hatten die Stimmung der Verbraucher bereits im Februar gehoben. Das Niveau blieb laut den Konsumforschern allerdings niedrig.
Unternehmensseitig blicken die Anleger zunächst auf EON, denn der Energiekonzern legt seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vor. Nach deutlichen Zuwächsen in den ersten neun Monaten wird damit gerechnet, dass auch im Gesamtjahr die Gewinne kräftig gestiegen sind. EON will in den kommenden Jahren Milliardensummen in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze investieren. EON-Chef Leonhard Birnbaum dürfte einmal mehr die von der Bundesnetzagentur eingeräumten Renditen als zu niedrig kritisieren.
Nach US-Börsenschluss folgt dann der "Hammer des Tages" oder anders ausgedrückt: das Tageshighlight, heiß erwartet von Analysten und Investoren: die Nvidia-Zahlen. Die Quartalsergebnisse des Chipkonzerns gelten als Stimmungsbarometer für Künstliche Intelligenz (KI). Börsianer erhoffen sich Hinweise darauf, ob der aktuelle Boom dieser Technologie anhält. Befürchtungen, dass sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren nicht auszahlen werden, haben in den vergangenen Monaten immer wieder für Unruhe gesorgt. Nvidia hat für das abgelaufene Quartal Erlöse von 63,7 bis 66,3 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.