Der Börsen-TagDas wird heute für den Dax wichtig
Nach seinem starken Erholungslauf in den vergangenen Wochen hat der Dax am Mittwoch den zweiten Tag in Folge moderat nachgegeben. Der Aufwärtstrend sei dennoch weiterhin intakt, konstatierte Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Mit einem Minus von 0,58 Prozent bei 23.115,96 Punkten beendete der deutsche Leitindex den Tag. Das Rekordhoch von 23.476 Punkten bleibt so nach wie vor in Sichtweite.
Wichtige Konjunkturdaten geben heute Hinweise, wie es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist. Für die Exporte erwarten befragte Volkswirte, dass es im März einen Zuwachs gegenüber dem Vormonat von 1,0 Prozent gegeben hat. Auch bei der Produktion dürfte es nach oben gehen - und zwar um 0,8 Prozent, nachdem die Fertigung im Februar um 1,3 Prozent heruntergefahren wurde. Die Wirtschaft war hierzulande im ersten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen und hatte damit eine Rezession vermieden.
Wegen der erratischen US-Zollpolitik richten Anleger ihr Augenmerk bei der Vorlage der Infineon-Quartalszahlen auf den Ausblick des Chip-Herstellers. Konkurrent STMicro hatte bei seiner Prognose ausdrücklich darauf hingewiesen, dass darin mögliche Auswirkungen höherer US-Abgaben nicht berücksichtigt seien. Für das abgelaufene Quartal hatte Infineon einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und eine Segmentergebnis-Marge um die 15 Prozent in Aussicht gestellt.
Der weltweit größte Autozulieferer und Technologiekonzern Bosch zieht Bilanz nach einem schwachen Jahr 2024 mit Gewinneinbruch und gibt einen Ausblick auf das laufende Jahr. Anfang des Jahres erwartete Bosch ein anspruchsvolles Umfeld mit moderatem Wachstum. Im Fokus sind jetzt erwartete Effekte des von den USA entfachten globalen Handelskriegs. Bosch will in dem Land, das bisher ein Fünftel zum Konzernumsatz beisteuert, mehr investieren.
Der alte Puma-Vorstandschef Arne Freundt ist weg, der neue Arthur Hoeld kommt erst im Juli. Strategische Weichenstellungen sind von Finanzvorstand Markus Neubrand bei der Vorstellung der Quartalszahlen von Puma deshalb nicht zu erwarten. Mit Spannung wird aber erwartet, wie sich der Sportartikelhersteller zur US-Zollpolitik positioniert. Sie schadet der gesamten Branche gleichermaßen, trifft aber vor allem die Hersteller, deren Schuhe und Trikots zurzeit weniger "in" sind. Der große Rivale Adidas hatte seine Prognosen wegen der Verunsicherung über die Zölle und ihre Folgen nicht erhöht, obwohl seine Produkte begehrt sind wie die keines anderen Herstellers.
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy präsentiert die Ergebnisse für das zweite Quartal. Das Unternehmen hatte bereits Mitte April einige vorläufige Zahlen vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Neben den Details dürfte sich das Interesse auf die Entwicklung und den Ausblick des US-Geschäfts unter der Regierung von Präsident Donald Trump richten. Zudem werden Aussagen zum Geschäft der lange Zeit schwächelnden Windturbinentochter Siemens Gamesa erwartet und zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz.