Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Datenwächter" Apple: Verleger fordern Strafzahlung

10.03.2026, 07:29 Uhr

Deutsche Verleger- und Werbeverbände haben das Bundeskartellamt aufgefordert, Apple wegen seiner App-Tracking-Regeln mit einer Geldbuße zu belegen. Die von dem US-Konzern vorgeschlagenen Änderungen an seinem App-Tracking-Transparency-Tool lösten die kartellrechtlichen Probleme auf dem mobilen Werbemarkt nicht, erklärten die Verbände. Zu den Unterzeichnern gehörten Mediaagenturen und der Markenverband. Das Kartellamt hatte die Verbände vor drei Monaten um eine Stellungnahme zu Apples Änderungsvorschlägen gebeten.

Apple hatte im Dezember neutrale Einwilligungsabfragen sowohl für eigene Dienste als auch für Drittanbieter-Apps vorgeschlagen, um den deutschen Bedenken zu begegnen. Zudem wollte der Konzern den Einwilligungsprozess vereinfachen.

Das Bundeskartellamt hatte Apple im Februar vergangenen Jahres Marktmachtmissbrauch vorgeworfen. "Die vorgeschlagenen Zusagen würden die negativen Auswirkungen des App-Tracking-Transparency-Rahmens nicht ändern", sagte Bernd Nauen, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft. Apple bleibe weiterhin der Datenwächter und entscheide, wer Zugang zu werberelevanten Daten erhalte. Die Verbände forderten das Kartellamt auf, Apples Vorschläge abzulehnen, das Tool zu stoppen und eine Geldbuße zu verhängen. Bei Verstößen gegen das deutsche Kartellrecht drohen Unternehmen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

Quelle: ntv.de