Der Börsen-TagDax bekommt wieder Prügel
Der deutsche Aktienmarkt hat nach zwischenzeitlich kleinen Gewinnen wieder den Rückzug angetreten. An der Frankfurter Börse war von einem nervösen Geschäft die Rede. Der Nachrichtenfluss war auch alles andere als positiv: ein Ende der Kriegshandlungen im Rahmen des amerikanisch-israelischen Waffengangs gegen den Iran zeichnete sich nicht ab. So ging der Dax wieder auf Tauchstation und schloss 1,6 Prozent tiefer bei 23.818 Punkten. Der deutsche Leitindex bekam vor allem im späten Handel kräftig Prügel. Der EuroStoxx50 notierte ebenfalls 1,6 Prozent im Minus bei 5777 Stellen.
Derweil standen die Ölpreise kurz vor neuen Hochs, während die Renditen weiter anzogen, was Stagflationssorgen nährte. Das bringt die Zentralbanken in eine Zwickmühle. In den USA werde die Wahrscheinlichkeit von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr jetzt nur noch mit 66 Prozent bepreist, so QC Partners. Vor Kriegsbeginn habe es noch eine 40 Prozent-Chance auf eine dritte Zinssenkung gegeben. In der Eurozone werde nun mit 25 Prozent eine Zinserhöhung in diesem Jahr eingepreist. Vor dem Krieg habe es eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für eine Zinssenkung gegeben. "Sollten diese neuen Leitzins-Prognosen eintreten, droht den Aktienmärkten auch von dieser Seite erneuter Gegenwind", so QC.
Auf der Unternehmensseite drehte sich das Bilanzkarussell weiter und sorgte für zum Teil deutliche Ausschläge bei Einzelaktien. Mit zu den größten Dax-Verlierern zählten DHL Group mit einem Abschlag von 4,6 Prozent. Der Bonner Konzern steigerte bei sinkenden Umsätzen den operativen Gewinn. Die Prognose für 2026 fällt aus Sicht eines Händlers wie erwartet aus.
Bei Merck enttäuschte der Ausblick für 2026 die Investoren. Die Aktien des Pharma- und Technologiekonzerns fielen nach anfänglichen Gewinnen um 7,0 Prozent. Die Darmstädter stellen sich im laufenden Jahr wegen des Patentverlusts für ein wichtiges Medikament und starker Währungseffekte auf einen Ergebnisrückgang von bis zu zehn Prozent ein. Die Prognose für 2026 sei nicht gut, sagte ein Händler auf dem Frankfurter Parkett.