Der Börsen-TagDax bewegt sich weiter auf geopolitischem Minenfeld
Nach dem Kurssprung zum Wochenstart ist an den europäischen Aktienmärkten wieder Ernüchterung eingekehrt. Auch an der Frankfurter Börse verunsicherten widersprüchliche Signale aus dem Iran-Krieg die Anleger und sorgten für schwankende Kurse. Der Dax schloss zum Handelsende 0,1 Prozent tiefer bei 22.637 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent höher bei 5583 Stellen. "Die Nachrichtenlage ist nicht unbedingt klarer geworden und das von den USA aufgeschobene Ultimatum stellt noch lange keinen Waffenstillstand und schon gar keinen Frieden im Iran dar", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
"Die Straße von Hormus ist weiterhin faktisch durch den Iran geschlossen, Teile der Energieinfrastruktur in der Region wurden beschädigt, und die Gefahr iranischer Vergeltungsmaßnahmen besteht fort", sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. "Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Brent-Preise nachhaltig unter 100 Dollar fallen, solange es keine greifbaren Fortschritte bei den Verhandlungen gibt." Ein Barrel Brent aus der Nordsee verteuerte sich heute in der Spitze auf mehr als 104 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg auf über 92 Dollar. Nach der Kehrtwende von Trump am Montag waren die Ölpreise zeitweise um mehr als zehn Prozent gefallen.
Bei den Einzelwerten rutschten im Dax Bayer um 1,9 Prozent ab. Den Leverkusenern macht der Ausstieg des aktivistischen Investors Inclusive Capital zu schaffen. Um 4,1 Prozent nach unten ging es für SAP. Eine Herabstufung des Dax-Schwergewichts und eine drastische Kurszielsenkung durch JP Morgan setzten den Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns zu.