Der Börsen-Tag
19. Mai 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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07:09 Uhr

Asien-Börsen suchen Richtung

Aussichten auf eine Entspannung im Iran-Konflikt locken die asiatischen Anleger am Dienstag nur teilweise aus der Reserve. Während der breiter gefasste Topix in Tokio zu den Gewinnern zählt und 0,4 Prozent höher bei 3840,70 Zählern notiert, gehört der Nikkei-Index mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 60.429,76 Punkte zu den Verlierern. Auch in China überwiegen die Kursabschläge: Der Shanghai Composite verliert 0,1 Prozent auf 4125,40 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fällt 0,6 Prozent auf 4803,43 Punkte.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen geplanten Angriff auf den Iran ausgesetzt und Hoffnungen auf ein Abkommen mit dem Iran geschürt, was die Märkte bewegte. Dennoch blieben die Anleger nach einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Wochenende vorsichtig. "Wir haben bereits ein ständiges Hin und Her gesehen", sagte Fabien Yip, Marktanalyst bei IG. Solange es keine echte Entspannung in der Straße von Hormus gebe und der Schiffsverkehr dort nicht wieder zunehme, werde der Markt die Kommentare beider Seiten ignorieren.

In Japan rücken zudem überraschend starke Wirtschaftsdaten in den Fokus, auch wenn die Folgen des Energie-Schocks durch den Iran-Krieg die Unternehmen belasten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent. "Die heutigen Daten zeigen, dass die Wirtschaft vor dem Iran-Krieg auf einem soliden Fundament stand", erklärt Yoshiki Shinke, Chefökonom beim Dai-ichi Life Research Institute. Um die Energieversorgung künftig besser abzusichern, wollen die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi und der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung einem Zeitungsbericht zufolge eine Kooperation zur gemeinsamen Ölbevorratung beschließen.

Asien-Börsen suchen Richtung
06:55 Uhr

Japans Wirtschaft überrascht

Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte aufs Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent zu, wie aus offiziellen Regierungsdaten hervorging. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Plus von 1,7 Prozent gerechnet, nach einem revidierten Anstieg von 0,8 Prozent im Vorquartal. Im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr wuchs die Wirtschaft um 0,5 Prozent.

 Getragen wurde der Aufschwung von einem robusten privaten Konsum, der mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht und um 0,3 Prozent stieg. Zudem trug die Nettoauslandsnachfrage 0,3 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Auch die Investitionen der Unternehmen legten um 0,3 Prozent zu.

Japans Wirtschaft überrascht
06:34 Uhr

Devisenhändler in Alarmbereitschaft

Im asiatischen Devisenhandel profitiert der Dollar weiterhin von der Nachfrage nach sicheren Häfen. Der Greenback gewinnt geringfügig auf 158,96 Yen, was Händler in Tokio wegen möglicher Interventionen zur Stützung der heimischen Währung in Alarmbereitschaft versetzt. Zudem legt der Dollar leicht auf 6,7978 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,7854 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1643 Dollar und zieht leicht auf 0,9144 Franken an.

Devisenhändler in Alarmbereitschaft
06:18 Uhr

Meta streicht Tausende Stellen

Meta plant einem internen Schreiben zufolge den Abbau von zehn Prozent seiner weltweiten Belegschaft und einen weitreichenden Umbau mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI). Die Kündigungen sollen am Mittwoch ausgesprochen werden, wie aus einem Dokument hervorgeht. Personalchefin Janelle Gale kündigte darin zudem organisatorische Veränderungen an. So sollen 7000 Beschäftigte in neue KI-Projekte wechseln und Führungspositionen gestrichen werden, um flachere Hierarchien sowie kleinere, agilere Teams zu schaffen. Dies werde das Unternehmen produktiver machen, erklärte Gale.

Insgesamt seien von den Entlassungen und Versetzungen etwa 20 Prozent der Belegschaft betroffen, hieß es in dem Dokument weiter. Zusätzlich zu den Kündigungen habe der Konzern 6000 offene Stellen gestrichen. Ende März beschäftigte das Social-Media-Unternehmen den eigenen Unterlagen zufolge knapp 78.000 Menschen. Die Umstrukturierung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung, mit der Meta KI-Anwendungen stärker in den Mittelpunkt rücken will. Die betroffenen Mitarbeiter sollen unter anderem in Abteilungen versetzt werden, die KI-Agenten entwickeln. Diese sollen künftig Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen ausgeführt werden.

Meta streicht Tausende Stellen
06:00 Uhr

"Anleger befinden sich in einem Wechselbad der Gefühle"

So sieht ein positiver Wochenstart aus: Der Dax hat die neue Handelswoche mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent und einem Schlusskurs von 24.308 Punkten begonnen. Ins Wochenende war der deutsche Börsenleitindex noch mit 23.951 Zählern gegangen, hatte allein im Freitagsgeschäft etwas mehr als zwei Prozent eingebüßt. Ausschlaggebend für das gestrige Plus waren vor allem Entspannungssignale aus Nahost.

"Anleger befinden sich derzeit in einem Wechselbad der Gefühle aus Eskalationssorgen und Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran", so Timo Emden, Analyst bei Emden Research. "Während Drohungen aus Washington die Anleger zunächst verunsicherten, sorgten Berichte über Verhandlungsvorschläge zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich für Erleichterung." Die USA haben sich einem iranischen Medienbericht zufolge bereiterklärt, die Sanktionen gegen Ölexporte der islamischen Republik für die Dauer der Verhandlungen auszusetzen. Die Ölpreise gaben daraufhin mehr als zwei Prozent nach.

Heute sollten Anleger vor allem zwei Termine im Blick haben .So veranstaltet etwa im Rahmen der neuen strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine das Auswärtige Amt und das Bundeswirtschaftsministerium eine internationale Konferenz zur Energiesicherheit. Im Fokus stehen dabei die Lehren aus den Kriegserfahrungen der Ukraine. Eröffnet wird die Veranstaltung von Außenminister Johann Wadephul. Im Anschluss hält der ukrainische Vize-Regierungschef und Energieminister Denys Schmyhal eine Grundsatzrede. Weitere Teilnehmer sind Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und der Chef des Stromnetzbetreibers 50 Hertz, Stefan Kapferer.

Zudem gibt Bundesumweltminister Carsten Schneider den Startschuss für die neue Förderung von Elektroautos, die ab dann digital beantragt werden kann. Unter bestimmten Bedingungen ist eine staatliche Zuwendung von bis zu 6000 Euro drin - für den Kauf oder auch das Leasing von Neuwagen. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung, die für geschätzt 800.000 neue Fahrzeuge reichen dürften. Die Förderung soll auch rückwirkend für Neuzulassungen ab 1. Januar 2026 möglich sein.

Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

"Anleger befinden sich in einem Wechselbad der Gefühle"