Dax wird wieder von der Realität eingeholt
Nach dem Freudenrausch am Mittwoch ist am deutschen Aktienmarkt wieder Ernüchterung eingekehrt. Der Dax verlor 1,1 Prozent und schloss bei 23.807 Punkten. Auch an den übrigen europäischen Börsen ging es abwärts: Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent tiefer bei 5878 Zählern.
Israelische Angriffe auf den Libanon weckten schnell Zweifel an der Tragfähigkeit der Feuerpause im Nahen Osten und trieben die Ölpreise wieder nach oben. Präsident Donald Trump will die US-Truppen bis zum Abschluss eines Friedensabkommens mit dem Iran dort belassen und hat im Falle eines Scheiterns mit einer massiven militärischen Eskalation gedroht. "Die Anleger müssen vorerst damit leben, dass der Krieg das marktbestimmende Thema bleiben wird", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets.
Anleger verkauften Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor, die am Mittwoch stark von einem Rückgang der Ölpreise profitiert hatten. TUI sackten um 0,5 Prozent ab, Lufthansa fielen um 3,2 Prozent. Bei der Kranich-Airline wollen die Flugbegleiter am Freitag zudem streiken. Auch Technologiewerte gerieten unter die Räder. SAP verloren 6,8 Prozent. Der Absturz der schwergewichtigen Aktien drückte den Dax noch deutlich stärker nach unten.
Zwischen Waffenruhe und Unsicherheit: Wohin steuert der Markt?
Die Lage im Nahen Osten hält die Börsen weiter in Atem - trotz der verkündeten Waffenruhe bleibt die Unsicherheit hoch. Auch der Dax zeigt, wie nervös die Märkte aktuell sind. Welche Marken jetzt entscheidend sind und welche Strategien jetzt sinnvoll sind, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Sebastian Scheck von BNP Paribas.
Chipgeschäft läuft bei Amazon wie geschmiert
Amazons Chipgeschäft brummt, wie CEO Andy Jassy in seinem Aktionärsbrief schreibt. Bislang sei praktisch die gesamte KI auf Nvidia-Chips gelaufen und die Kunden würden sich auch weiterhin für den Betrieb auf Nvidia entscheiden, sie wünschten sich nun aber ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, so Jassy. Die Trainium2-KI-Chips von Amazon hätten ein um 30 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als vergleichbare GPUs gehabt und seien weitgehend ausverkauft, sagt er. Trainium3, der ein um 30 bis 40 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Trainium2 aufweise, sei fast vollständig ausgebucht. Unterdessen sei auch ein großer Teil von Trainium4, der erst in etwa 18 Monaten allgemein verfügbar sein werde, bereits reserviert, so Jassy.
"Etwa alle zwei Jahre erlebt der Dax eine Korrektur"
Kupfer, Zinn, Nickel: alle Preise fallen
Wieder steigende Ölpreise machen Industriemetalle für die Anleger weniger attraktiv. Der Kupferpreis an der Londoner Metallbörse fällt um 0,5 Prozent auf 12.647 Dollar pro Tonne, nachdem er am Mittwoch den größten Tagesgewinn seit Anfang Februar verzeichnet hatte. Zinn verbilligt sich um 1,4 Prozent auf 46.975 Dollar je Tonne, der Nickelpreis rutscht um 0,6 Prozent ab. Höhere Energiepreise trüben die Aussichten für Metalle, da Anleger sich vor negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum und die Produktion fürchten. Zudem drückten Gewinnmitnahmen auf die Metallpreise, sagt Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.
Schwache Absatzzahlen belasten Mercedes - Autowerte massiv unter Druck
Die Autowerte im Dax zeigen sich mit Abgaben und geben damit einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wieder ab. So geht es für die VW-Vorzüge um 2,7 Prozent nach unten, und BMW verlieren 1,3 Prozent. Deutlicher fällt das Minus mit 3,1 Prozent bei Mercedes-Benz aus. Belastet von schwächerer Nachfrage, vornehmlich in China, hat der Stuttgarter Konzern im ersten Quartal insgesamt sechs Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Außerhalb Chinas verzeichnete Mercedes ein Absatzplus von fünf Prozent, angetrieben vor allem von den USA, wie er mitteilte. Aber auch in Europa stiegen die Verkaufszahlen (plus sieben Prozent).
Schwindende Friedenshoffnung bremst Wall Street aus
Zweifel an einem baldigen Ende des Iran-Krieges haben die Wall Street nach der Rally vom Mittwoch erneut ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung 0,3 Prozent tiefer bei 47.772 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq gaben jeweils leicht nach und lagen bei 6776 beziehungsweise 22.609 Zählern.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem CoreWeave. Der Cloud-Anbieter hat einen milliardenschweren Auftrag von Meta erhalten. Die CoreWeave-Aktien stiegen nach der Ankündigung um rund zwei Prozent. Um 5,5 Prozent nach unten ging es hingegen für Applied Digital. Erhöhte Kosten vergrößerten die Verluste des Datenzentren-Betreibers im dritten Quartal.
Wichtige US-Inflations-Messgröße sinkt
Der Inflationsdruck in den USA hat im Februar nach der von der Notenbank Fed favorisierten Messgröße, dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator), wie erwartet leicht abgenommen. Wie das Bureau of Economic Analyses (Bea) mitteilte, stieg der Index gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lag um 3,0 (Januar: 3,1) Prozent über dem Niveau des Vormonats. Der gesamte PCE-Deflator erhöhte sich um ebenfalls 0,4 und 2,8 (2,8) Prozent. Volkswirte hatten Zuwachsraten von 0,4 und 3,0 sowie 0,6 und 2,8 Prozent prognostiziert.
Die persönlichen Konsumausgaben erhöhten sich auf Monatssicht um 0,5 Prozent, während die Einkommen um 0,1 Prozent sanken. Erwartet worden waren Zuwächse von 0,6 und 0,3 Prozent. Für Januar wurden revidierte Zuwächse von 0,3 (vorläufig: 0,4) und 0,4 (0,4) Prozent gemeldet.
Gaspreise steigen - Tanker hängen immer noch fest
Die Gaspreise ziehen nach dem jüngsten Kurssturz wieder etwas an. Der europäische Future steigt um zwei Prozent auf 46,35 Euro je Megawattstunde. Am Mittwoch hatte die Ankündigung einer zweiwöchigen Feuerpause im Iran-Krieg noch einen Preisrutsch bei Gas von rund 17 Prozent verursacht. Doch die aufgekeimte Hoffnung auf freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus habe sich noch nicht erfüllt. Bislang sei kein beladener Flüssigerdgas-Tanker durch die Meeresenge gefahren, sagte LSEG-Analyst Saku Jussila.
Mehr Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe als erwartet
Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 4. April stärker als erwartet zugelegt. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 16.000 auf 219.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 210.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert auf 203.000 revidiert. Der gleitende Vierwochendurchschnitt erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 1.500 auf 209.500. In der Woche zum 28. März erhielten 1,794 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, 38.000 weniger als in der Vorwoche.
US-BIP-Wachstum noch weiter nach unten korrigiert
Das US-Wirtschaftswachstum ist im vierten Quartal 2025 schwächer als bisher angenommen gewesen. Wie das Bureau of Economic Analyses (Bea) in dritter Veröffentlichung mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 0,5 Prozent, nachdem im dritten Jahresviertel 4,4 Prozent Wachstum verzeichnet worden waren. Volkswirte hatten erwartet, dass das Bea die 0,7 Prozent bestätigen würde, die in zweiter Veröffentlichung gemeldet worden waren. In erster Schätzung war sogar ein Wachstum von 1,4 Prozent gemeldet worden. Der BIP-Deflator stieg um 3,7 (drittes Quartal: 3,8) Prozent. In zweiter Veröffentlichung waren ebenfalls 3,8 Prozent ausgewiesen worden.
IWH: Firmenpleiten-Zahl auf höchstem Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten
Die Zahl der Firmenpleiten hat einer Studie zufolge hierzulande im ersten Quartal das höchste Niveau seit über 20 Jahren erreicht. Insgesamt wurden von Januar bis März 4573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. "Das ist der höchste Stand seit dem dritten Quartal 2005, und somit liegen die Insolvenzzahlen auch höher als im Zuge der großen Finanzkrise 2009", erläuterten die Forscher.
Insgesamt waren etwa 54.000 Arbeitsplätze, darunter viele Industriejobs, von Insolvenzen betroffen. Allein im März wurden laut IWH insgesamt 1716 Pleiten verzeichnet und damit 17 Prozent mehr als im Februar.
Dax deutlich im Minus - Öl teurer
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich tief in der roten Zone eingerichtet. Der Leitindex notierte am frühen Nachmittag 1,1 Prozent tiefer bei 23.825 Punkten. Der EuroStoxx50 fiel um 0,9 Prozent auf 5859 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent fester bei 1,1687 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI verteuerten sich um 1,0 beziehungsweise 2,0 Prozent auf 97,50 beziehungsweise 98,50 US-Dollar.
"Der Iran entdeckt seinen Trumpf gegen Trump"
Eine zweiwöchige Waffenruhe wird zum taktischen Manöver um die Kontrolle der globalen Energieversorgung. Teheran baut seine Macht an einem strategischen Nadelöhr aus. Für US-Präsident Trump beginnt damit eine heikle Bewährungsprobe. Wirtschafts-Chefkorrespondent Ulrich Reitz analysiert.
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Warum sich Geduld beim Anlegen immer noch lohnt
Die Börsenkurse schwanken stark in diesen Tagen. Für viele stellt sich daher die Frage: Zahlt sich eine langfristige Anlagestrategie trotzdem noch aus? Im Gespräch mit Raimund Brichta erklärt David Houdek von der Fondsgesellschaft Acatis, was für das Liegenlassen von Aktien spricht und worauf es bei der Auswahl ankommt.
An den US-Börsen herrscht wieder Skepsis
Nach der Erleichterungsrally an der Wall Street zur Wochenmitte wegen des vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran dürfte heute Ernüchterung einkehren. Denn die Vereinbarung scheint auf wackeligen Füßen zu stehen. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die Waffenruhe schon wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Allerdings hat auch der Iran erneut Raketen und Drohnen auf die arabischen Länder im Persischen Golf abgefeuert. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich um 0,3 Prozent.
Für einen Impuls könnten die anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. Und hier vor allem der PCE-Preisindex für den Februar. Bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed haben die Geldpolitiker durchblicken lassen, dass ein andauernder Konflikt im Nahen Osten Zinserhöhungen nach sich ziehen könnte.
Insider: Tesla plant neues E-Auto
Tesla arbeitet Insidern zufolge an der Entwicklung eines neuen, kleineren und günstigeren Elektro-SUV und könnte damit eine Kehrtwende hinlegen. Der US-Autobauer habe dazu in den vergangenen Wochen Zulieferer kontaktiert, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Das Projekt für das Kompakt-SUV befinde sich in einem frühen Entwicklungsstadium und solle zunächst in China gebaut werden. Tesla wollte das nicht kommentieren.
Die Entwicklung markiert eine mögliche Wende in der Strategie von Firmenchef Elon Musk. Dieser hatte 2024 ein mit Spannung erwartetes Projekt für ein günstiges E-Auto für 25.000 Dollar gestoppt, um sich stattdessen auf die Entwicklung von Robotaxis zu konzentrieren.
Neues vom Geldmarkt
Die Sätze am europäischen Geldmarkt ziehen etwas an. Der Overnight-Satz wird allerdings weiter breit und unverändert mit 1,87 zu 2,07 Prozent gestellt. Bei den Euribor-Sätzen dürften die wieder steigenden Ölpreise erhöhend wirken, weil sie Inflations- und damit Zinserhöhungsspekulationen schüren. Hintergrund sind Zweifel an der Haltbarkeit der vereinbarten zweiwöchigen Feuerpause im Nahen Osten und die andauernde Unklarheit, was die Durchlässigkeit der Straße von Hormus betrifft. Für den nächsten Impuls aus Datensicht könnten am Freitag Preisdaten aus den USA sorgen.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,91 - 2,21 (1,90 - 2,15), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (2,00 - 2,20), 3-Monats-Geld: 2,20 - 2,25 (1,99 - 2,29), 6-Monats-Geld: 2,17 - 2,27 (2,14 - 2,24), 12-Monats-Geld: 2,59 - 2,65 (2,54 - 2,73), Euribors: 08.04. 07.04. 3 Monate: 2,1700 2,1700, 6 Monate: 2,5120 2,5120, 12 Monate: 2,8720 2,8720
SUV und E-Autos in Deutschland besonders gefragt
SUV und Geländewagen prägen den deutschen Neuwagenmarkt zunehmend: Im März entfielen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zusammen 47,4 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen auf diese beiden Segmente. Allein die SUV kamen auf einen Anteil von 37,1 Prozent, was einem Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Geländewagen legten um 14 Prozent zu und erreichten 10,3 Prozent Marktanteil.
Zweitstärkstes Segment bleiben die Kompaktwagen mit 13,5 Prozent Anteil. Hier setzte sich ein weiteres Mal der VW Golf an die Spitze, der im März mit 8819 Neuzulassungen zugleich das meistverkaufte Auto in Deutschland war. Deutlich Zuwächse konnten auch die Elektroautos verbuchen: Sie kamen auf 24 Prozent Marktanteil, was einem Zuwachs von 66,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Unter den insgesamt 70.663 neu zugelassenen Stromern war das Tesla Model Y mit 6841 Einheiten das meistverkaufte Modell. Es führte damit nicht nur die Elektroauto-Statistik, sondern zugleich auch das SUV-Segment an. Gegenüber März 2025 legte das Model Y um 379 Prozent zu und verdrängte damit den im Vormonat noch führenden VW T-Roc von der Spitze im SUV-Segment.
In der Oberklasse gab es ebenfalls einen Führungswechsel: Der BMW 7er setzte sich mit 318 Neuzulassungen an die Spitze und verwies die zuvor noch führende Mercedes-Benz S-Klasse auf Rang zwei.
Viele private Dax-Anleger wechseln ins Bärenlager
Private Dax-Anleger werden zunehmend vorsichtiger. Wie der jüngsten wöchentlichen Sentiment-Erhebung der Deutschen Börse zu entnehmen ist, gewann das Bärenlager in der Woche zum 8. April acht Prozentpunkte hinzu auf 41 Prozent. Bullish waren nur noch 44 Prozent gestimmt, das sind sechs Prozentpunkte weniger. Das neutrale Lager verlor zwei Prozentpunkte auf 15 Prozent.
Anders dagegen die institutionellen Anleger: Hier bauten die Bullen ihre Mehrheit um einen Prozentpunkt auf 55 Prozent aus. Der Anteil der Bären erhöhte sich um zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent. Neutral gestimmt waren 20 Prozent, ein Rückgang um drei Prozentpunkte.
Bitcoin hat einen schweren Stand
Der Bitcoin gibt leicht nach, da ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran auf wackligen Beinen zu stehen scheint. Sollte dieser nicht halten, könnte die bekannteste Kryptowährung auf 66.000 US-Dollar fallen, schreibt der Stratege Matt Mena von 21shares in einem Kommentar. Wenn der Konflikt ende, könne der Bitcoin auf 75.000 US-Dollar steigen, falls er die Widerstandszone von 72.000 bis 73.000 Dollar durchbreche, meint er. Der Bitcoin ist kaum verändert bei 71.159 Dollar, nachdem er am Mittwoch mit 72.812 Dollar ein Dreiwochenhoch erreicht hatte.
Dax tiefrot - Unsicherheit der Anleger groß
Der Dax hat am Vormittag weiter massiv an Boden verloren und ist um nunmehr fast 300 Punkte abgesackt. Der deutsche Leitindex verlor 1,2 Prozent auf 23.785 Punkte. Der EuroStoxx50 fiel um 0,8 Prozent auf 5865 Stellen. Die Waffenruhe im Nahen Osten erweist sich als äußerst fragil. Damit verbunden sind wieder steigende Ölpreise.
Energieaktien steigen wegen erneut hochtreibenden Ölpreises
Europäische Energieaktien steigen im frühen Handel und machen damit einen Teil ihrer Verluste vom Mittwoch wieder wett. Der Ölpreis klettert wieder in Richtung der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Der Preisanstieg folgt auf neue Angriffe Israels auf den Libanon und Berichte über ein geringes Verkehrsaufkommen in der Straße von Hormus. An der Spitze der Gewinner stehen BP, Galp Energia und Repsol mit einem Plus von 1,7 Prozent, 1,6 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent. Die Aktien von Shell und Eni legen um 0,6 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent zu. Brent-Rohöl zur Lieferung im Juni verteuert sich um 2,2 Prozent auf 96,86 Dollar je Barrel, während WTI-Futures für Mai um 3,3 Prozent auf 97,51 Dollar je Barrel zulegen.
Preise für Benzin und Diesel sinken - aber nur leicht
Zum ersten Mal seit fast zwei Wochen sind sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel deutlich billiger geworden. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitts des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Dienstag. Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten - das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt.
Der Rückgang an der Zapfsäule folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Ölpreise am Mittwoch, nachdem sich die Situation im Nahen Osten entspannt hatte. Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen vollständig an den Tankstellen ankommen.
Mutares kauft zwei Autozulieferersparten
Die Beteiligungsgesellschaft Mutares setzt ihre Einkaufstour fort und kauft dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zwei Geschäftsbereiche ab. Dabei handele es sich um das europäische Geschäft für Auto-Scheinwerfer sowie die Sparte für Cabriodächer, teilte das Münchner Unternehmen mit.
Die beiden Bereiche sollen im Jahr 2025 zusammen einen Umsatz von rund 320 Millionen Dollar erzielen. Der Abschluss der Übernahmen wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der Behörden.
Krisenbarometer: Weniger Lkw auf Autobahnen senden Alarmsignal
Auf deutschen Autobahnen hat der Lkw-Verkehr im März nachgelassen und damit ein negatives Signal für die ohnehin maue Wirtschaft gesendet. Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastwagen sank kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilten, lag der kalenderbereinigte Fahrleistungsindex zugleich 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Das Barometer stützt sich auf digitale Prozessdaten, die im Zuge der Lkw-Mauterhebung erzeugt werden. Der Index zeichnet die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw nach. Laut Destatis gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Barometer und anderen Konjunkturindikatoren, wie etwa der Industrieproduktion. Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Februar gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat.
Deutsche Industrie fährt Produktion zurück
In der deutschen Industrieproduktion zeichnet sich noch keine Trendwende ab. Im Februar hat das produzierende Gewerbe seinen Ausstoß überraschend um 0,3 Prozent gedrosselt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilt. Analysten hatten eine leichte Belebung erwartet. Sie waren im Schnitt von einem Produktionsanstieg um 0,7 Prozent ausgegangen.
Im Januar war der für die deutsche Wirtschaft wichtige Bereich allerdings nicht ganz so schwach ins Jahr gestartet wie ursprünglich gemeldet. Die Fertigung stagnierte nach revidierten Zahlen - und ist nicht, wie zuerst gemeldet, um 0,5 Prozent gesunken. Gestern hatten bereits Auftragsdaten enttäuscht. Das Wachstum war im Februar nach dem Einbruch zum Jahresstart hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Dax startet tiefer
Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk macht sich am deutschen Aktienmarkt Ernüchterung breit. Die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg drückt auf die Stimmung. Der Dax startet 0,4 Prozent niedriger bei 23.977 Punkten.
Beflügelt von der angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte er am Mittwoch 5,1 Prozent auf 24.080 Punkte zugelegt. Auch die Wall Street reagierte mit einer Kursrally. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Mittwoch 2,9 Prozent höher auf 47.914 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 2,5 Prozent auf 6783 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,8 Prozent auf 22.637 Stellen.
Gerresheimer fliegt aus dem SDax – bulgarisches Unternehmen rückt nach
Die Aktien von Gerresheimer fallen im Rahmen einer außerplanmäßigen Anpassung aus dem SDax. Das Unternehmen hat die Anforderung "fristgerechte Veröffentlichung des geprüften Jahresfinanzberichts" nicht erfüllt, teilte Indexbetreiberin Stoxx am Vorabend mit. Nachrücken werden die Aktien der Shelly Group. Das Unternehmen aus Sofia, das von dem ehemaligen MediaMarkt-Manager Wolfgang Kirsch geführt wird, stellt intelligente Steuerungen, Sensoren und Schalter her.
Die Änderungen treten mit dem morgigen Handelsbeginn (10. April) in Kraft.
Deutsche Exporte steigen stärker als erwartet
Die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft sind im Februar stärker als erwartet gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhten sie sich gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent, nachdem sie im Januar um 1,5 Prozent gesunken waren. Volkswirte hatten einen Anstieg von nur 0,5 Prozent prognostiziert. Die Importe stiegen um 5,7 (Januar: minus 5,1) Prozent. Erwartet worden war ein Zuwachs von 4,5 Prozent. Die Handelsbilanz wies einen saisonbereinigten Überschuss von 19,8 Milliarden Euro auf.
Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?
Gold dürfte angesichts erhöhter geopolitischer Risiken seine Gewinne wieder ausbauen und in diesem Jahr erneut Rekordhochs testen, schreibt das Energie- und Metall-Research-Team von Standard Chartered in einer Research Note.
Es gebe erste Anzeichen für eine Stabilisierung des Goldpreises, da die Zuflüsse in börsengehandelte Produkte im April positiv seien, heißt es. Die Anleger solcher Produkte neigten dazu, die Realrenditen genauer zu verfolgen. Wenn sich Zuflüsse stabilisierten, sei es wahrscheinlicher, dass der Goldpreis eine Untergrenze finde. Auch die Zentralbanken blieben Nettokäufer von Gold.
Die Schätzung von Standard Chartered für den Spot-Goldpreis im zweiten Quartal liegt bei 4650,00 US-Dollar je Unze. Aktuell notiert der Spot-Goldpreis notiert bei 4719,01 US-Dollar je Unze.
Nach dem Kursfeuerwerk macht sich Ernüchterung breit
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge tiefer starten. Beflügelt von der angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte er am Vortag 5,1 Prozent auf 24.080 Punkte zugelegt. Doch die Einigung steht auf wackligen Füßen. Auslöser sind die bislang schwersten israelischen Angriffe auf den Libanon am Mittwoch.
Neben den Ölpreisen stehen die Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed im Fokus. Eine wachsende Zahl von Mitgliedern könnte eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten. Hierzulande werden Daten zu Exporten und Produktion zeigen, wie sich die deutsche Konjunktur vor Ausbruch des Nahost-Krieges geschlagen hat. Aus den USA stehen die Zahlen zu den persönlichen Einkommen und der PCE-Preisindex an.
Lufthansa steht der nächste Streik ins Haus
Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa und ihrer Zubringergesellschaft Cityline für morgen zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. Am 10. April sollen von 0.01 Uhr bis 22.00 Uhr alle Abflüge der Lufthansa von Frankfurt und München bestreikt werden, wie die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ankündigte. Im selben Zeitfenster sollen die Kabinenbeschäftigten der Cityline an neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen. Bei Urabstimmungen hatte Ende März die große Mehrheit der Befragten nach gescheiterten Gesprächen für Streik votiert. Die Lufthansa kritisierte den Streik als unverhältnismäßig und forderte die UFO zu erneutem Dialog auf.
Wirtschaftsweiser: "Tankstellenpreise von unter zwei Euro sind illusorisch"
Trotz der jüngsten Entspannung an den Ölmärkten werden die Spritpreise in Deutschland nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr auch in den nächsten Monaten auf hohem Niveau bleiben. "Tankstellenpreise von unter zwei Euro sind illusorisch", sagte Felbermayr im Interview mit "Welt". Auch wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter beruhige, müsse sich "das gesamte System erst in ein neues Gleichgewicht bewegen". Schiffe seien umdirigiert worden, hinzukämen Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und den Transitgebühren für Fahrten durch die Straße von Hormus.
"Selbst im besten Fall werden uns diese Verwerfungen noch Monate beschäftigen", sagte er. Für das Jahresende hält er einen Rohölpreis von rund 80 US-Dollar für plausibel. Staatliche Entlastungen der Privathaushalte und der Wirtschaft hält Felbermayr derzeit nicht für zwingend, rät der Politik aber, Instrumente für einen neuen Preisschub vorzubereiten.
Ölpreise ziehen an
Die Ölpreise steigen wieder etwas, nachdem sie schon am Vortag etwas deutlicher über den Tagestiefs geschlossen hatten. Brent-Öl kostet aktuell 96,78 Dollar, gut 2 Prozent mehr als am Vortag, als im Tief nur noch gut 90 Dollar fällig gewesen waren.
Brüchige Feuerpause: Asien-Anleger in Habachtstellung
Nach dem kräftigen Schluck aus der Pulle am Vortag mit kräftigen Kursgewinnen geht es heute an den Börsen in Asien mit den Kursen etwas nach unten. Viele Marktteilnehmer warten erst einmal ab, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt, zumal die zwischen den USA und Iran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause brüchig wirkt. So kam es in der Region vereinzelt noch zu Angriffen.
Dazu ist offenbar die Straße von Hormus immer noch weitgehend blockiert, was einer zentralen Bedingung für die Waffenruhe widerspricht. Der Schiffsverkehr durch die für Öltransporte äußerst wichtige Meerenge sei wieder eingestellt worden und Öltanker müssten umkehren, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die der Islamischen Revolutionsgarde nahesteht. Grund seien Angriffe im Libanon, die Israel auch nach Trumps Ankündigung fortgesetzt und sogar noch ausgeweitet habe. Iran fordert, dass der Libanon in die Waffenruhe einbezogen wird, was die USA und Israel bislang ablehnen.
In Tokio kommt der Topix um 0,8 Prozent zurück, in Seoul fällt der Kospi nach seinem fast 7-prozentigen Sprung nach oben um 1,9 Prozent zurück. Hier werden unter anderem bei den beiden Chipschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix Gewinne mitgenommen, die beiden Aktien verlieren je rund 3,5 Prozent. An den chinesischen Börsen und in Sydney betragen die Einbußen zwischen 0,1 und 0,7 Prozent.
Iran bleibt im Fokus
Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat bei den Anlegern gestern weltweit für enorme Erleichterung gesorgt. Der deutsche Aktienindex Dax gewann mehr als 1100 Punkte hinzu. Er schloss mit einem Plus von 5 Prozent bei 24.080 Punkten.
Für nachhaltige Euphorie sei es aber noch zu früh, warnten Marktbeobachter. Die Lage bleibe fragil und ein diplomatischer Durchbruch bei den Verhandlungen in Pakistan sei keineswegs gesichert.
Und heute?
Der Iran könnte die Straße von Hormus einem hochrangigen iranischen Regierungsvertreter zufolge heute oder morgen freigeben. Voraussetzung sei, dass eine Einigung auf ein Rahmenabkommen erzielt werde, sagte der an den Gesprächen beteiligte Insider. Die Öffnung würde begrenzt und unter iranischer Kontrolle erfolgen. Nach der Vereinbarung einer zweiwöchigen Waffenruhe wartet die Welt darauf, dass wieder Schiffe in großer Zahl durch die wichtige Meeresenge fahren und Öl und Gas aus den Golfstaaten transportieren können.
Wichtige Wirtschaftsdaten zeigen, wie sich die deutsche Konjunktur vor Ausbruch des Nahost-Krieges geschlagen hat. Von Reuters befragte Experten erwarten, dass die Exporte im Februar um 1,0 Prozent angezogen haben, nachdem sie zu Jahresbeginn um 2,3 Prozent zurückgegangen waren. Auch die Produktion von Industrie, Bau und Energieerzeugern dürfte im vorigen Monat zugelegt haben: Volkswirte rechnen mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent, nach einem Minus von 0,5 Prozent im Januar.