Der Börsen-Tag
10. Juli 2026
imageHeute mit Diana Dittmer und Wolfram Neidhard
Zum Archiv
09:05 Uhr

Dax leicht rötlich

Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax notierte in den ersten Minuten 0,1 Prozent leichter bei 25.082 Punkten. Der MDax gewann 0,1 Prozent. SDax und TecDax sackten um je 0,2 Prozent ab. Der Konflikt im Nahen Osten sowie die Entwicklungen im KI-Sektor bleiben die beiden Hauptimpulsgeber. Im Irankonflikt geht es wieder etwas ruhiger zu. Trotz der jüngsten Militärschläge soll es weiter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geben. Das tut auch dem Ölpreis gut - Brent zieht am Morgen zwar leicht an, notiert mit rund 76,50 Dollar das Fass aber auf einem unkritischen Niveau.

Stützende Impulse kommen aus dem Chipsektor. Für Beruhigung sorgen Berichte über weiterhin hohe Investitionspläne in die KI-Infrastruktur. Händler verweisen dazu auf die Ankündigung von Micron Technology, die Investitionen in die US-Speicherchipproduktion bis 2035 auf rund 250 Milliarden Dollar auszubauen.

Dax leicht rötlich
08:34 Uhr

Easyjet einigt sich mit Apollo 

Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet hat überraschend ein Übernahmeangebot des Finanzinvestors Apollo Global angenommen. Easyjet habe der Offerte von Apollo Global über 7,15 Pfund je Aktie grundsätzlich zugestimmt, teilte die Fluggesellschaft mit.

Apollo sticht damit den US-Investor Castlelake aus, der 6,90 Pfund je Aktie für Easyjet geboten hatte. Erst am Sonntag hatte Easyjet mitgeteilt, eine Grundsatzvereinbarung mit Castlelake geschlossen zu haben, die die Fluggesellschaft mit bis zu 5,5 Milliarden Pfund (ungerechnet 6,4 Milliarden Euro) bewerte.

Easyjet einigt sich mit Apollo 
07:54 Uhr

Yen legt kräftig zu

Die Aussicht auf zusätzliche Investitionen in japanische Geldanlagen gibt der japanischen Landeswährung Yen Auftrieb. Im Gegenzug verliert der Dollar 0,5 Prozent auf 161,63 Yen. Japanische Anleihen sind ebenfalls gefragt. Dies drückt die Rendite der zehnjährigen Titel um 0,1 Prozentpunkte auf 2,775 Prozent.

Finanzminister Satsuki Katayama plant ein Maßnahmenpaket, das unter anderem den staatlichen Pensionsfonds GPIF ermutigen soll, verstärkt in heimische Wertpapiere zu investieren.

Yen legt kräftig zu
07:39 Uhr

Autobauer und Inflation im Blick

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge wenig verändert in den Handel starten. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 0,9 Prozent höher bei 25.118,27 Punkten geschlossen. Getragen wurde die Kurserholung in Europa und den USA von einem erneuten Anstieg der Technologiewerte.

Im Fokus der Anleger stehen die Autobauer BMW und Volkswagen, die ihre Absatzzahlen vorlegen. Von besonderem Interesse sind die Verkäufe in China, wo der Markt seit Jahresbeginn unter Druck steht. Bei Volkswagen werden Börsianer die Daten auf Hinweise zum Ausmaß der geplanten drastischen Sparmaßnahmen abklopfen. Daneben stehen die endgültigen deutschen Inflationszahlen für Juni auf der Tagesordnung. Experten rechnen mit einer Teuerungsrate von 2,3 Prozent. Dies entspricht den in der vergangenen Woche veröffentlichten vorläufigen Zahlen.

Autobauer und Inflation im Blick
07:35 Uhr

VW-Aufsichtsrat lässt drängende Fragen offen

Nach der VW-Aufsichtsratssitzung am Donnerstag bleibt mehr unklar als vorher. Das ist das Fazit von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Konkrete Beschlüsse zu Werken und Beschäftigung habe es nicht gegeben. Kommuniziert worden seien nur allgemeine Ziele, die zum großen Teil schon bekannt waren.

Für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber bedeute das: Die Unsicherheit bleibe. Einzig zur Komponentensparte gab es einen Hinweis. Die gehöre nicht mehr zum "automobilen Kerngeschäft" und solle wohl verkauft, so Dudenhöffer, oder an die Börse gebracht werden. Ob das klappt, sei jedoch offen. "Die drängenden Fragen sind durch den Aufsichtsrat nicht beantwortet worden", fasst er zusammen.

VW-Aufsichtsrat lässt drängende Fragen offen
07:09 Uhr

Veto gegen Rüstungsdeal: VW-Aktionär Katar torpediert Pläne für das Werk Osnabrück

Am-Tag-der-Aufsichtsratssitzung-der-Volkswagen-AG-in-Wolfsburg-organisiert-die-IG-Metall-bundesweit-Informations-und-Protestaktionen-an-zahlreichen-Standorten-des-Konzerns-Auch-in-Zwickau-wird-demonstriert
Bei VW könnten deutschlandweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Der Betriebsrat und die IG Metall kritisieren die drastischen Sparpläne. Konkretes ist bislang jedoch nicht bekannt. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Ein Unglück kommt bekanntlich selten allein. Als wäre Volkswagen nicht schon gebeutelt genug, gefährdet der Staatsfonds von Katar, drittgrößter Aktionär des deutschen Automobilherstellers, nun zusätzlich Hunderte VW-Arbeitsplätze in Deutschland.

Die Scheichs sollen nach "Bild"-Informationen ihr Veto gegen ein Abkommen zur alternativen Nutzung des angeschlagenen VW-Werks in Osnabrück eingelegt haben – der mögliche Vertragspartner kommt aus Israel. Katar hat Bedenken und weist auf die belasteten Beziehungen des Golfstaates zu Israel hin. Die staatseigene "Qatar Investment Authority" (QIA) hält 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des gesamten Aktienkapitals von Volkswagen und bestimmt daher mit, was in Wolfsburg entschieden wird. 

Wie Volkswagen aus der Krise kommen will, blieb am Donnerstag nach der Aufsichtsratssitzung offen. Beschlüsse gab es offenbar nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Gremium gesprochen werden.

Veto gegen Rüstungsdeal: VW-Aktionär Katar torpediert Pläne für das Werk Osnabrück
06:51 Uhr

Micron und SK Hynix befeuern Asien-Börsen

Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) hat die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenschluss angetrieben und geopolitische Sorgen in den Hintergrund gedrängt. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Plus von 2,0 Prozent bei 69.121,02 Punkten, während der breiter gefasste Topix um 0,76 Prozent auf 4050,82 Zähler stieg. Auch in Südkorea griffen Investoren zu, was den Kospi um 4,0 Prozent nach oben klettern ließ. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verzeichnete einen Zuwachs von 1,3 Prozent.

In Japan profitierten Technologiewerte von milliardenschweren Investitionsplänen des US-Speicherchip-Herstellers Micron. Zu den größten Gewinnern im Nikkei zählten der Chip-Zulieferer Sumco mit einem Kurssprung von 15,4 Prozent sowie der Halbleiter-Tester Advantest, der 8,5 Prozent gewann. Auch der Technologie-Investor SoftBank legte um 11,3 Prozent zu. "Die japanischen Aktien haben sich an der Rally der US-Technologiewerte orientiert", sagte Marktanalyst Shuutarou Yasuda von Tokai Tokyo Intelligence Laboratory. Zudem stützte die Aussicht, dass staatliche Pensionsfonds künftig mehr in heimische Anlagen investieren könnten, die Stimmung am Markt.

Im Zentrum des KI-Booms stand der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix, dessen Aktien in Seoul um 2,8 Prozent stiegen. Das Unternehmen sammelte bei seinem Börsendebüt in den USA rund 26,5 Milliarden Dollar ein. Die Papiere des heimischen Konkurrenten Samsung gewannen 3,0 Prozent. Trotz der starken Kursgewinne im Technologiesektor mahnten Experten zur Vorsicht angesichts der eskalierenden Angriffe zwischen den USA und dem Iran. 

Micron und SK Hynix befeuern Asien-Börsen
06:30 Uhr

Bleibt der Dax auf Erholungskurs?

Angesichts der ungewissen Lage in Nahost haben sich die Dax-Anleger am Donnerstag erst am Ende aus der Deckung getraut. Damit stabilisierte sich der deutsche Leitindex nach den starken Vortagesverlusten. Die Kurse pendelten lange zwischen der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Zuspitzung im Iran-Krieg, hieß auf dem Frankfurter Parkett. Doch zum Handelsende hin gewann der Dax an Fahrt.

Bleibt der deutsche Leitindex auf Erholungskurs? BMW legt seine Absatzzahlen für das erste Halbjahr vor. Das Hauptaugenmerk dürfte dabei auf den Daten aus China liegen, wo der Automarkt seit Jahresbeginn unter Druck steht. Erst Mitte Juni hatte BMW deswegen seine Gewinnprognose gesenkt und ein Sparpaket angekündigt. Auch Volkswagen liefert seine Daten. Während das Geschäft in Europa von der starken Nachfrage nach Elektroautos profitieren dürfte, dürfte es in China schlechter laufen. In den USA kommen die Zölle von US-Präsident Donald Trump dazu, die Audi und Porsche das Leben schwer machen.

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC wird dank einer unverändert robusten Nachfrage voraussichtlich einen erneuten Umsatzsprung bekanntgeben. TSMC hat Erlöse von umgerechnet 33,8 bis 34,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. In der kommenden Woche will der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens detaillierte Quartalsergebnisse veröffentlichen.

Der Preisauftrieb in Deutschland dürfte im Juni weiter an Kraft verloren haben. Klarheit bringen die endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. In vorläufigen Ergebnissen wurde ein Rückgang der Teuerungsrate auf 2,3 Prozent ermittelt, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Als Gründe für das weitere Abebben der Inflation im Juni gelten fallende Ölpreise und der staatliche Tankrabatt. Ob die Tendenz im Juli anhält, ist jedoch angesichts der mittlerweile ausgelaufenen Rabattregelung und der wieder neu aufgeflammten Kämpfe im Nahost-Konflikt ungewiss.

 

Bleibt der Dax auf Erholungskurs?