Fast 50 Prozent Bruttomarge überzeugen
Bei den Viertquartalszahlen von ASM International heben die Jefferies-Analysten die Bruttomarge von 49,8 Prozent positiv hervor, sie hatten mit nur 49 Prozent gerechnet. Auch der Ausblick liege oberhalb der Erwartung. Der niederländische Hersteller von Wafer-Bearbeitungsanlagen erwartet für das erste Quartal einen Umsatz von 830 Millionen Euro, was rund 8 Prozent über dem hauseigenen wie auch den Marktschätzungen liege. Der China-Umsatz soll in diesem Jahr wachsen - im Gegensatz zu früheren Erwartungen eines zweistelligen Prozentrückgangs.
Während der Umsatzausblick für das erste Halbjahr über den Erwartungen liege, bleiben die Analysten besorgt, dass die Bewertungskennziffern der Aktie wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht haben könnten, was Mustern früherer Zyklen entspräche.
Massive Gewinnmitnahmen lassen Kospi zweistellig abstürzen
Auch zur Wochenmitte sorgen die anhaltenden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran für massiven Abgabedruck an den ostasiatischen Börsen. Erneut ist es der Kospi in Seoul, der mit einem Minus von 10,6 Prozent die Verliererliste anführt. Zwischenzeitlich hatte der Abschlag schon 12 Prozent betragen. Auch am Berichtstag wurde der Handel wegen der starken Verluste kurzzeitig unterbrochen. In der vergangenen Woche hatte der Kospi noch ein Rekordhoch markiert - seitdem hat der Index mehr als 16 Prozent eingebüßt.
In Tokio fällt der Nikkei um 3,9 Prozent. In Shanghai verliert der Composite-Index 1,3 Prozent und der Hang-Seng-Index in Hongkong rutscht um 2,6 Prozent ab. Hier stehen vor allem Technologiewerte unter Druck.
Die Angriffe gegen den Iran setzen sich unvermindert fort - ebenso wie die Gegenschläge des Landes in der gesamten Region des Nahen Ostens. Die Öl-Futures geben derweil ihre Tagesgewinne größtenteils wieder ab, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die US-Marine werde bei Bedarf Tanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Der Verkehr in der Meerenge war wegen des Konflikts mit dem Iran zum Erliegen gekommen. Die Notierungen für Brent und WTI gewinnen jeweils 1,6 Prozent - im späten US-Handel hatte das Plus noch bei gut 4 Prozent gelegen. In Australien geht es für den S&P/ASX-200 um 1,9 Prozent abwärts.
Glyphosat-Milliardenlast drückt Bayer tiefer ins Minus
Bayer ist wegen milliardenschwerer Belastungen aus den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2025 ein Verlust von 3,62 Milliarden Euro nach einem Minus von 2,55 Milliarden im Vorjahr, wie der Pharma- und Agrarkonzern mitteilte. Grund dafür waren vor allem Sonderaufwendungen für Rechtsfälle von gut sechs Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 9,61 Milliarden erwartet. Der Konzernumsatz fiel um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent.
Für das laufende Jahr rechnet Bayer währungsbereinigt mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss (Free Cash Flow) dürfte jedoch wegen Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten mit rund fünf Milliarden Euro stark belastet werden und mit minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfallen.
Dauert der Abverkauf an?
Die europäischen Aktienmärkte werden zunächst wenig verändert erwartet. Nach dem Abverkauf der vergangenen beiden Tage wird der Dax bei 23.775 Punkten gesehen nach einem Schluss am Vortag bei 23.791 Zählern. Das Nahostkonflikt ist weiterhin das alles bestimmende Thema, er sorgt für eine steigende Inflation in Folge höherer Energiepreise und damit für nachgelagerte Effekte. Derweil geht der Krieg weiter, das israelische Militär hat nach eigenen Angaben am frühen Mittwochmorgen eine umfassende Angriffswelle im gesamten Iran begonnen. Die Angriffe konzentrierten sich laut militärischen Erklärungen auf iranische Abschussanlagen, Verteidigungssysteme und andere Infrastruktur des Regimes.
Ein Blick auf den Ölpreis, den aktuellen Gradmesser für die erreichte Eskalationsstufe in der Region, zeigt, dass das Barrel der Sorte Brent etwas höher bei knapp 83 Dollar am Terminmarkt gehandelt wird. Damit notiert es in etwa auf dem Niveau des Vortages.
Die Berichtssaison liefert noch einige Geschäftszahlen, wobei die Ausblicke der Unternehmen in Folge der Ereignisse der vergangenen Tage allenfalls vage ausfallen dürften. So legen unter anderem Bayer, Continental und Symrise Geschäftszahlen vor.
VW lüftet Geheimnis um vollelektrischen Golf 9
Kurz vor der turnusgemäßen Betriebsratswahl lädt der VW-Betriebsrat in Wolfsburg zur regulären Betriebsversammlung. Ab 9.30 Uhr werden Tausende Beschäftigte in Halle 11 des Stammwerks erwartet. Im Mittelpunkt des Interesses dürfte dabei vor allem die jüngste Forderung von Betriebsratschefin Daniela Cavallo nach einer Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten stehen.
Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daher daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen. Im Februar hatte sie angekündigt, auf der März-Versammlung womöglich einen ersten Zwischenstand zu geben.
Zur Belegschaft sprechen wird neben Cavallo auch Markenchef Thomas Schäfer. Den Mitarbeitenden im Stammwerk will er dann auch einen ersten Ausblick auf die Silhouette des vollelektrischen Golf 9 geben, den VW hier ab Ende des Jahrzehnts bauen will. Konzernchef Oliver Blume steht dagegen nicht auf der Rednerliste.
Gefährdet der Iran-Krieg den deutschen Aufschwung?
Die deutsche Industrie sieht wegen des Iran-Kriegs vorerst keine unmittelbare Gefahr für die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sagte der dpa, der Krieg habe bereits die Weltmarktpreise für Rohöl und Gas merklich erhöht. "Dies kann auch in Deutschland preiserhöhend wirken, wird die konjunkturelle Erholung in Deutschland und Europa jedoch voraussichtlich nicht gefährden." Der BDI erwarte bei der Öl- und Gasversorgung keine unmittelbaren Engpässe in Europa.
Nach Jahren der wirtschaftlichen Schwächephase wird in diesem Jahr in Deutschland ein leichtes Wirtschaftswachstum erwartet. Auch aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gibt es kurzfristig keine Versorgungsprobleme in Deutschland. Die Energieversorgung sei breit diversifiziert.
Der Iran hat nach den Angriffen der USA und Israels den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf.
Kurse an Asien-Börsen stürzen erneut ab
Die Furcht vor einem ausgeweiteten Nahost-Konflikt und steigenden Energiepreisen setzt die asiatischen Börsen unter Druck. Anleger trennen sich von Technologiewerten und Gold, nachdem die Ölpreise wegen der anhaltenden Spannungen um mehr als zwölf Prozent zugelegt hatten. "Es sieht so aus, als würde der Konflikt länger dauern als zunächst gedacht", sagt Damien Boey, Portfolio-Stratege bei Wilson Asset Management in Sydney. Die Ausweitung des Krieges auf US-Verbündete und Angriffe auf Öl-Infrastruktur verschärften die Lage.
Die Börse in Seoul verzeichnete mit einem Minus von vier Prozent die stärksten Verluste. Innerhalb von zwei Tagen summiert sich das Minus auf mehr als elf Prozent. Der südkoreanische Won fällt auf ein 17-Jahrestief. In Tokio gibt der Nikkei-Index 4,1 Prozent auf 53.947,16 Punkte nach, der breiter gefasste Topix notiert 4,2 Prozent niedriger bei 3613,29 Zählern. Det Shanghai Composite verliert 1,4 Prozent auf 4063,57 Stellen.
Intel treibt Umbau voran
Intel bekommt einen neuen Chefaufseher. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Frank Yeary, werde sich nach der Hauptversammlung im Mai zurückziehen, teilte der US-Chiphersteller mit. Sein Nachfolger solle Craig Barratt werden. Der Wechsel erfolgt ein Jahr nach dem Amtsantritt von Konzernchef Lip-Bu Tan und markiert einen weiteren Umbau im Aufsichtsgremium des kriselnden Unternehmens. Bereits im vergangenen Jahr hatten drei Mitglieder ihren Rückzug angekündigt, kurz nachdem Tan das Ruder übernommen hatte.
Yeary gehörte dem Verwaltungsrat seit 2009 an und leitete ihn seit 2023. In seine Amtszeit fielen vier Wechsel an der Konzernspitze sowie der Verlust der technologischen Führungsrolle an den taiwanischen Rivalen TSMC. Tan und Yeary saßen bereits gemeinsam im Gremium, bis Tan dieses wegen Meinungsverschiedenheiten über den Sanierungskurs verließ, bevor er als Konzernchef zurückkehrte. Der designierte Nachfolger Barratt gehört dem Verwaltungsrat seit 2025 an. Er arbeitete zuvor unter anderem für Qualcomm und Alphabet.
Euro tendiert um 1,16er-Marke
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 157,54 Yen und legt 0,3 Prozent auf 6,9182 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7810 Franken vor. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1601 Dollar und gibt 0,2 Prozent auf 0,9064 Franken nach.
Goldpreis bricht ein
Der Goldpreis bricht nach den jüngsten Gewinnen um 4,5 Prozent ein. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass Anleger Gewinne mitnehmen, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen.
Wann ist die Talsohle erreicht?
Der Dax ist auf der Suche nach einem Boden: Am Freitag noch mit 25.254 Punkten ins Wochenende gegangen, schloss er im gestrigen Geschäft bereits mit 23.791 Zählern deutlich unterhalb der 24.000er-Marke. Das Minus seit Freitag: sechs Prozent. Der deutsche Börsenleitindex schloss sich damit dem japanischen Nikkei und dem südkoreanischen Kospi an, die ebenfalls spürbare Abgaben hinnehmen mussten. Gestern zeigte sich dann auch die Wall Street schwach, die zum Wochenstart noch nahezu unverändert geschlossen hatte.
Nach wie vor ist die Eskalation im nahen Osten, ausgehend von Angriffen der USA und Israels auf das Regime im Iran, das bestimmende Thema. Während sich Anleger aus Aktien zurückziehen, können vermeintlich sichere Häfen wie Gold oder auch der Dollar zulegen. Die Ölpreise sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor, weil sie in den vergangenen Tagen insgesamt zweistellig prozentual gestiegen sind.
Im Bundestag wird es heute deshalb eine aktuelle Stunde zum Thema Iran geben. Daneben blicken die Anleger vor allem auf Bayer, denn der Pharma- und Agrarchemiekonzern legt seine Jahresbilanz vor, die von den finanziellen Folgen des neuen milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs in den USA überschattet werden dürfte. Wegen des Vergleichs hatte der Konzern die Vorlage bereits um eine Woche verschoben. Operativ erwarten Analysten einen Rückgang des bereinigten Ergebnisses (Ebitda) auf 9,6 Milliarden Euro nach 10,1 Milliarden im Vorjahr. Im Fokus dürfte jedoch vor allem der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr stehen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.