Dax nach kräftiger Erholung wieder über 24.000er-Marke
Nach einem zwei Tage dauernden Abverkauf hat sich der deutsche Aktienmarkt von einem Teil der Verluste wieder erholt. Der Dax gewinnt 1,8 Prozent auf 24.205 Punkte, für den TecDAX ging es siogar um 2,9 Prozent nach oben.
Für Entspannung sorgte der gestoppte Anstieg des Ölpreises. Der zuletzt massiv gestiegene Gaspreis gab sogar um 12 Prozent nach. Der Markt reagierte laut CMC positiv darauf, dass der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bald wieder aufgenommen werden könnte. Insbesondere der Aspekt, dass die Transportversicherungen durch die US-Entwicklungsbehörde DFC abgedeckt werden könnten, habe dazu beigetragen. Denn zuletzt seien Versicherungspartner abgesprungen, was den Schiffsverkehr in der Region ausgebremst habe.
Der Anstieg der Energiepreise seit Ausbruch des Iran-Krieges am Wochenende hatte an den Vortagen Stagflationsängste ausgelöst, also die Sorge vor Inflation bei gleichzeitig ausbleibendem Wirtschaftswachstum. Stützend wirkten auch Meldungen, wonach der iranische Geheimdienst Kontakt mit dem CIA aufgenommen haben soll, um die Möglichkeiten einer Beendigung des militärischen Schlagabtauschs zu erörtern.
Die Adidas-Aktie verlor gegen den festen Markt 3,6 Prozent, schloss damit aber klar über dem Tagestief. Der Ausblick des Sportartikelherstellers hatte für Enttäuschung gesorgt. Die Prognose für das operative Ergebnis dürfte eine Senkung der Konsensschätzung um 15 Prozent zur Folge haben, hieß es. Gut kam bei Analysten dagegen an, dass der Vertrag mit CEO Björn Gulden bis zum 31. Dezember 2030 verlängert wurde. Zur Erholung der Aktie am Nachmittag trug auch eine gut aufgenommene Telefonkonferenz am Nachmittag bei, wie es im Handel hieß.
Unter Druck stand auch die Bayer-Aktie mit einem Minus von 2,4 Prozent, Bayer habe im vierten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, doch der Ausblick für 2026 deute wegen der Wechselkurse auf eine Senkung der Konsensschätzungen hin, so die Analysten von JP Morgan. Der Quartalsumsatz des Agrar- und Pharmakonzerns habe die Konsensschätzungen um 1 Prozent übertroffen.
Auch für Symrise ging es südwärts und zwar um 3,1 Prozent. Zwar war das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf bereinigter Basis profitabel, mit einem organischen Umsatzplus von 2,8 Prozent blieb der Duftstoff- und Aromenhersteller aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 8,7 Prozent.
Dax-Schlusslicht waren Brenntag mit einem Minus von 4,3 Prozent. Der Chemikalienhändler will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger an die Aktionäre ausschütten, und zwar 1,90 Euro je Aktie. Vor einem Jahr hatte Brenntag die Dividende mit 2,10 Euro je Aktie trotz eines Ergebnisrückgangs stabil gehalten.
Wenig tat sich bei der Continental-Aktie (-0,5%). Der Reifenhersteller hatte die wichtigsten Finanzkennziffern für das vierte Quartal 2025 bereits veröffentlicht. Der nun im Fokus stehende Ausblick enttäuschte laut den Analysten von Bernstein bei Umsatz und Gewinnmarge.
Traton gab eine eher vorsichtige Prognose ab und rechnet nach der schlechteren Entwicklung im vergangenen Jahr auch angesichts des unsicheren Umfelds 2026 mit keiner Trendwende. Der Kurs des Nutzfahrzeugherstellers verlor im MDAX 3,2 Prozent.
Redcare Pharmacy brachen nach einem enttäuschenden Ausblick um 21 Prozent ein. Die Analysten von Metzler glauben nicht, dass das schwächere Ergebnis bei nicht verschreibungspflichtigen Präparaten durch Marktanteilsverluste erklärt werden könne. Vielmehr habe das Wachstum des gesamten Online-Marktes nachgelassen. Bei Sixt hoben Marktteilnehmer den Ausblick auf 2026 positiv hervor. Die Aktie des Autovermieters legte um 6,2 Prozent zu.
Bitcoin-Anstieg zieht Kryptowerte nach oben
Der Anstieg des Bitcoin auf den höchsten Stand seit knapp vier Wochen gibt Aktien von Firmen aus der Kryptobranche Auftrieb. Die wichtigste Cyber-Devise verteuert sich um mehr als sieben Prozent auf 73.069 Dollar, die zweitgrößte, Ether, steigt um 8,5 Prozent. Davon profitieren unter anderem die Aktien der Kryptobörse Coinbase, die um 9,5 Prozent zulegen. Die Papiere des Softwareherstellers und Bitcoin-Großinvestors MicroStrategy gewinnen acht Prozent, die der Handelsplattform Robinhood 6,4 Prozent.
Wann springt die Börsenampel wieder auf grün?
Nach dem Angriff auf den Iran ist auch der DAX nach unten gerutscht. Ob die Eskalation zu einem nachhaltigen Problem für den deutschen Aktienmarkt wird und wie Anleger auf die Situation reagieren können, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Ölpreise geben leicht nach
Zur aktuell zu sehenden Entspannung trägt bei, dass die Ölpreise nach dem gewaltigen Anstieg zunächst die Hochs vom Vortag um 85 Dollar je Barrel nicht mehr erreichen und sogar leicht nachgeben. Brent-Öl kostet aktuell knapp 81 Dollar. US-Finanzmimister Bessent kündigte Maßnahmen zur Stabilisierung der Öllieferungen durch den Persischen Golf an. Unter anderem sagte er: "Wenn es angemessen ist und sollte es nötig sein, wird die US-Marine den Öltankern eine sichere Durchfahrt durch die Meerengen gewähren."
Wall Street reiht sich in vorsichtigen Erholungskurs ein
Nachdem die US-Börsen an den beiden ersten Handelstagen nach Ausbruch des Kriegs in Nahost nur moderate Einbußen erlitten hatten, gehen sie zum Start auf einen zaghaften Erholungskurs. Sie schließen sich damit der bereits in Europa zu sehenden Gegenbewegung an, wobei es dort jüngst zu einem viel deutlicheren Rücksetzer gekommen war vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiepreise und damit verbundener Inflationssorgen.
Der Dow-Jones-Index liegt knapp behauptet bei 48.393 Punkten. Der breitere S&P-500 kommt minimal voran, für die technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es um bis zu 0,4 Prozent nach oben. Die entscheidende Frage aus Sicht der Finanzmärkte ist weiter die nach der Dauer der militärischen Eskalation. Dies ist unter anderem im Hinblick auf das Ölangebot aus der Region wichtig, das durch die Straße von Hormus transportiert wird, die derzeit vom Iran blockiert wird.
Dax weitet Gewinne aus
Die Erholungsbewegung an den Finanzmärkten gewinnt an Stärke. Die Aktienindizes Dax und EuroStoxx50 weiten ihre Kursgewinne aus und stehen je rund 1,8 Prozent im Plus, während die US-Futures auf einen festeren Handelsauftakt an der Wall Street hindeuten.
Gleichzeitig sinken die Ölpreise. Brent verbilligt sich um 0,3 Prozent auf 81,22 Dollar je Fass (159 Liter), während der Preis für US-Leichtöl WTI um 0,8 Prozent auf 73,94 Dollar fällt. Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes signalisieren dem US-Geheimdienst CIA einem Zeitungsbericht zufolge Bereitschaft zu Gesprächen über ein Ende des Krieges. Zugleich sieht US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die USA im Krieg gegen den Iran auf Siegeskurs.
Kurssprung bei Moderna
Die Beilegung eines langjährigen Patentstreits gibt der Aktie von Moderna Auftrieb. Die Papiere des US-Impfstoffherstellers legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast neun Prozent zu. Moderna hat sich nach eigenen Angaben mit Arbutus Biopharma und der Roivant-Tochter Genevant Sciences geeinigt. Das Unternehmen aus Massachusetts zahle für die Beilegung aller Klagen in den USA und international bis zu 2,25 Milliarden Dollar. Moderna wurde vorgeworfen, die von Arbutus und Roivant entwickelte Lipid-Nanopartikel-Technologie (LNP) unerlaubt in seinem Covid-Impfstoff eingesetzt zu haben.
Medienbericht sorgt am Gasmarkt für Spannung
Der Preis für europäisches Erdgas ist nach einem Medienbericht über eine angebliche Bereitschaft des Iran zum Ende des Kriegs deutlich gesunken. An der Börse in Amsterdam fiel die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um etwa 10 Prozent auf 48,74 Euro je Megawattstunde (MWh). Damit wurde aber nur ein kleiner Teil des starken Anstiegs der vergangenen Handelstage wieder kompensiert.
Zuvor hatte die Zeitung die "New York Times" berichtet, dass iranische Geheimdienstmitarbeiter indirekt an den US-Geheimdienst CIA ein Angebot zur Verhandlung über Bedingungen für ein Kriegsende unterbreitet hätten. Allerdings seien US-Offizielle skeptisch, ob die US-Regierung oder der Iran offiziell bereits zu entsprechenden Gesprächen bereit seien.
Börsen und Ölpreis schlagen Erholungskurs ein
Nach zwei Tagen mit Verlusten haben die Börsen einen Erholungskurs eingeschlagen. Angesichts des anhaltenden Krieges in Nahost mahnen Experten jedoch zur Vorsicht.
Der Dax und der EuroStoxx50 notierten gegen Mittag jeweils rund 1,5 Prozent höher bei 24.143 und 5868 Punkten. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes lagen ebenfalls leicht im Plus. Nach oben ging es auch für Edelmetalle und Kryptowährungen, während sich die Schwankungen beim Dollar und Euro weitgehend stabilisierten.Die Anleger suchten "nach Hinweisen auf einen Weg aus dem Krieg heraus", resümierte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Iran-Krieg "trifft Kern des deutschen Geschäftsmodells"
Nach zwei Jahren Rezession soll die deutsche Wirtschaft dieses Jahr endlich wieder wachsen. Aber der Krieg im Nahen Osten könnte die "Erholung wieder abwürgen, bevor sie überhaupt begonnen hat", kommentiert Ulrich Reitz.
Ausverkauf bei Airline-Aktien schwächt sich ab
Der massive Ausverkauf bei den Airline-Aktien hat sich etwas abgeschwächt. Anleger reagierten auf erste Rückholflüge aus dem Nahen Osten: So legten die Papiere der Lufthansa und der British-Airways-Mutter IAG um jeweils rund 2,5 Prozent zu, nachdem sie in den vergangenen Tagen mehr als zehn Prozent verloren hatten.
Zur Wochenmitte hoben vereinzelt Maschinen am Flughafen in Dubai ab, einem Drehkreuz für viele Flugrouten nach Asien. Flüge der Airline Emirates gingen unter anderem nach Düsseldorf, München und Frankfurt. Die Lufthansa fliegt im Auftrag der Bundesregierung in der Nacht zum Donnerstag gestrandete deutsche Touristen von Maskat im Oman aus, zunächst Hilfsbedürftige wie ältere oder kranke Menschen sowie Schwangere und Kinder. Die Maschine wird am Morgen in Frankfurt erwartet. Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte weitere Flüge angekündigt. Auch Großbritannien und Frankreich planen für Mittwoch die ersten Rückführungsflüge.
Glyphosat-Streit lastet schwer auf Bayer
Beim Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist der Verlust wegen Glyphosat-Klagen gegen seine US-Tochter Monsanto deutlich gewachsen. Wie der Hersteller des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup in Leverkusen mitteilte, lag der Verlust 2025 bei rund 3,6 Milliarden Euro und damit rund 1,1 Milliarden Euro höher als im Vorjahr.
Im Februar hatte Bayer einen Sammelvergleich mit Klägern geschlossen und daraufhin seine Rückstellungen um vier Milliarden Euro erhöht. Der Deal umfasst Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar (aktuell 6,23 Milliarden Euro) über bis zu 21 Jahre. Diese finanzielle Last zieht die Firma jetzt noch tiefer in die roten Zahlen.
Operativ lief es im vergangenen Jahr alles in allem mittelmäßig. Der Umsatz des Konzerns, der neben Saatgut und Unkrautvernichtern auch Medikamente verkauft, sank um 2,2 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt, also ohne die Kursverluste des Dollars, wäre es ein Plus von 1,1 Prozent gewesen.
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Traton-Gewinn bricht ein
Die Zölle von US-Präsident Donald Trump, ungünstige Wechselkurse sowie der Bau eines neuen Werks in China haben dem Nutzfahrzeughersteller Traton einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der bereinigte Betriebsgewinn verringerte sich 2025 auf 2,8 Milliarden Euro von 4,4 Milliarden Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz schrumpfte zugleich um sieben Prozent auf 44,1 Milliarden Euro. Insbesondere in Nordamerika und Brasilien hielten sich Kunden mit dem Kauf neuer Lastwagen und Busse zurück.
Für das laufende Jahr gibt Traton beim Absatz eine Spanne von minus fünf bis plus sieben Prozent vor, genauso wie beim Umsatz. Zusatzkosten durch Zölle sollen über Einsparungen so gut wie möglich ausgeglichen werden.
Was der Iran-Krieg für deutsche Anleger bedeutet
Der neu entflammte Krieg im Nahen Osten macht sich auch in den Depots vieler deutscher Anlegerinnen und Anleger bemerkbar. Der Dax schmiert ab, viele Aktien verlieren an Wert. Halten die Auseinandersetzungen an, könnte auch der Inflationsdruck steigen.
Öllager im Nahen Osten füllen sich schnell
Die Blockade der wichtigen Straße von Hormus hat nach Einschätzung von Analysten eine Krise bei der Lagerung von Rohöl im Nahen Osten ausgelöst. Wie der Datenanbieter Kayrros mitteilte, füllen sich große Öllager in Saudi-Arabien und im Irak rasch. Der Irak habe zudem bereits damit begonnen, die Produktion auf einigen Feldern einzustellen.
Wenn Ölproduzenten die Kapazitätsgrenzen ihrer Lagerstätten, im Branchenjargon "tank tops" genannt, erreichen, müssen sie die Förderung drosseln. "Andere dürften folgen, wenn die Blockade der Meerenge anhält", schreibt Kayrros-Mitbegründer Antoine Halff in einem Kommentar.
Chinas Wirtschaft hat ein Problem
Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes deuten zu Jahresbeginn auf eine Schrumpfung der Wirtschaftstätigkeit hin, was möglicherweise den Weg für weitere Konjunkturmaßnahmen ebnet. Der Einkaufsmanagerindex für Februar lag bei 49,0 Punkten und damit bereits den zweiten Monat in Folge unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Der Krieg im Nahen Osten werde die Weltwirtschaft und auch die chinesische Wirtschaft zumindest im März wahrscheinlich belasten, so Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management. Der Ökonom rechnet damit, dass die Regierung in diesem Jahr einen flexiblen politischen Kurs einschlagen wird. Sollte sich die Wirtschaftstätigkeit in den kommenden Monaten weiter verlangsamen, dürfte Peking die Investitionen moderat erhöhen, um den Druck zu mindern. Vor diesem Hintergrund wird mit Spannung auf Aussagen vom Nationalen Volkskongress in dieser Woche gewartet.
Diesel springt am Morgen über die 2-Euro-Marke
Der bundesweite Dieselpreis ist infolge der Verwerfungen durch den Iran-Krieg auf mehr als zwei Euro geklettert. In der morgendlichen Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter, wie er auf Nachfrage mitteilt.
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Erdgas-Engpass: Netzagenturchef wiegelt ab
Trotz vergleichsweise geringer Füllstände in den Erdgasspeichern und dem Ausfall von Flüssigerdgaslieferungen aus Katar und anderen Golfstaaten erwartet die Bundesnetzagentur keine Versorgungsprobleme in Deutschland. Eine neue Gaskrise sei "überhaupt nicht abzusehen", sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller dem Dienst "Table.Briefings". Zwar seien die Gasspeicher mit rund 20 Prozent aktuell eher niedrig befüllt. Deutschland beziehe aber kein Erdgas aus Katar, und durch die milde Witterung leerten sich die Speicher derzeit auch nicht weiter - im Gegenteil: "Seit vier Tagen speichern wir ein", sagte Müller.
Allerdings führe der Konflikt zu deutlich höheren Preisen. Der Weltmarktpreis habe sich in den letzten 48 Stunden fast verdoppelt. "Das ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die am Spotmarkt Gas beschaffen müssen", sagte Müller. Die relevanten Akteure auf dem Gasmarkt hätten aber deutlich gemacht, dass diese Preisspitzen für eine gewisse Zeit verkraftbar seien. Privatkunden seien durch Verträge mit längerfristigen Festpreisen in der Regel zunächst geschützt, könnten die Auswirkungen aber später spüren. "Alles steht und fällt damit, wie lange der Krieg, die Krise andauert."
Zwölf-Prozent-Preissprung bei Öl
Am Rohstoffmarkt verteuern sich die Ölpreise weiter. So legt der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee weitere 0,9 Prozent auf 82,12 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Das US-Öl WTI notiert 0,5 Prozent fester bei 74,92 Dollar. Die Ölpreise liegen damit mehr als zwölf Prozent über dem Wochenbeginn, geben jedoch von ihren Tageshöchstständen nach, nachdem US-Präsident Donald Trump Versicherungsgarantien für Schiffe im Golf angeordnet hatte.
Weitere Gewinnmitnahmen oder doch eine Bodenbildung?
Der Dax versucht sich nach bisherigen Verlusten von etwa sechs Prozent in dieser Handelswoche nun an einer Stabilisierung. Schloss er gestern mit 23.791 Punkten, notiert er aktuell im Bereich von 23.895 Zählern. Die Wall Street hatte gestern ihre Verluste im Handelsverlauf eindämmen können. Dagegen stürzten die Aktienkurse im heutigen Asiengeschäft weiter ab.
"Die Entwicklung der Ölpreise stellt die Hauptsorge der Anleger aktuell dar", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. Sie verweist auf den prozentual zweistelligen Kursrutsch beim Kospi in Seoul und auch das deutliche Minus beim japanischen Nikkei. "Südkorea und Japan sind auf Ölimporte angewiesen", erläutert sie. "Deshalb sieht man dort massive Gewinnmitnahmen."
Fast 50 Prozent Bruttomarge überzeugen
Bei den Viertquartalszahlen von ASM International heben die Jefferies-Analysten die Bruttomarge von 49,8 Prozent positiv hervor, sie hatten mit nur 49 Prozent gerechnet. Auch der Ausblick liege oberhalb der Erwartung. Der niederländische Hersteller von Wafer-Bearbeitungsanlagen erwartet für das erste Quartal einen Umsatz von 830 Millionen Euro, was rund 8 Prozent über dem hauseigenen wie auch den Marktschätzungen liege. Der China-Umsatz soll in diesem Jahr wachsen - im Gegensatz zu früheren Erwartungen eines zweistelligen Prozentrückgangs.
Während der Umsatzausblick für das erste Halbjahr über den Erwartungen liege, bleiben die Analysten besorgt, dass die Bewertungskennziffern der Aktie wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht haben könnten, was Mustern früherer Zyklen entspräche.
Massive Gewinnmitnahmen lassen Kospi zweistellig abstürzen
Auch zur Wochenmitte sorgen die anhaltenden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran für massiven Abgabedruck an den ostasiatischen Börsen. Erneut ist es der Kospi in Seoul, der mit einem Minus von 10,6 Prozent die Verliererliste anführt. Zwischenzeitlich hatte der Abschlag schon 12 Prozent betragen. Auch am Berichtstag wurde der Handel wegen der starken Verluste kurzzeitig unterbrochen. In der vergangenen Woche hatte der Kospi noch ein Rekordhoch markiert - seitdem hat der Index mehr als 16 Prozent eingebüßt.
In Tokio fällt der Nikkei um 3,9 Prozent. In Shanghai verliert der Composite-Index 1,3 Prozent und der Hang-Seng-Index in Hongkong rutscht um 2,6 Prozent ab. Hier stehen vor allem Technologiewerte unter Druck.
Die Angriffe gegen den Iran setzen sich unvermindert fort - ebenso wie die Gegenschläge des Landes in der gesamten Region des Nahen Ostens. Die Öl-Futures geben derweil ihre Tagesgewinne größtenteils wieder ab, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die US-Marine werde bei Bedarf Tanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Der Verkehr in der Meerenge war wegen des Konflikts mit dem Iran zum Erliegen gekommen. Die Notierungen für Brent und WTI gewinnen jeweils 1,6 Prozent - im späten US-Handel hatte das Plus noch bei gut 4 Prozent gelegen. In Australien geht es für den S&P/ASX-200 um 1,9 Prozent abwärts.
Glyphosat-Milliardenlast drückt Bayer tiefer ins Minus
Bayer ist wegen milliardenschwerer Belastungen aus den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2025 ein Verlust von 3,62 Milliarden Euro nach einem Minus von 2,55 Milliarden im Vorjahr, wie der Pharma- und Agrarkonzern mitteilte. Grund dafür waren vor allem Sonderaufwendungen für Rechtsfälle von gut sechs Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 9,61 Milliarden erwartet. Der Konzernumsatz fiel um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent.
Für das laufende Jahr rechnet Bayer währungsbereinigt mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss (Free Cash Flow) dürfte jedoch wegen Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten mit rund fünf Milliarden Euro stark belastet werden und mit minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfallen.
Dauert der Abverkauf an?
Die europäischen Aktienmärkte werden zunächst wenig verändert erwartet. Nach dem Abverkauf der vergangenen beiden Tage wird der Dax bei 23.775 Punkten gesehen nach einem Schluss am Vortag bei 23.791 Zählern. Das Nahostkonflikt ist weiterhin das alles bestimmende Thema, er sorgt für eine steigende Inflation in Folge höherer Energiepreise und damit für nachgelagerte Effekte. Derweil geht der Krieg weiter, das israelische Militär hat nach eigenen Angaben am frühen Mittwochmorgen eine umfassende Angriffswelle im gesamten Iran begonnen. Die Angriffe konzentrierten sich laut militärischen Erklärungen auf iranische Abschussanlagen, Verteidigungssysteme und andere Infrastruktur des Regimes.
Ein Blick auf den Ölpreis, den aktuellen Gradmesser für die erreichte Eskalationsstufe in der Region, zeigt, dass das Barrel der Sorte Brent etwas höher bei knapp 83 Dollar am Terminmarkt gehandelt wird. Damit notiert es in etwa auf dem Niveau des Vortages.
Die Berichtssaison liefert noch einige Geschäftszahlen, wobei die Ausblicke der Unternehmen in Folge der Ereignisse der vergangenen Tage allenfalls vage ausfallen dürften. So legen unter anderem Bayer, Continental und Symrise Geschäftszahlen vor.
VW lüftet Geheimnis um vollelektrischen Golf 9
Kurz vor der turnusgemäßen Betriebsratswahl lädt der VW-Betriebsrat in Wolfsburg zur regulären Betriebsversammlung. Ab 9.30 Uhr werden Tausende Beschäftigte in Halle 11 des Stammwerks erwartet. Im Mittelpunkt des Interesses dürfte dabei vor allem die jüngste Forderung von Betriebsratschefin Daniela Cavallo nach einer Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten stehen.
Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daher daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen. Im Februar hatte sie angekündigt, auf der März-Versammlung womöglich einen ersten Zwischenstand zu geben.
Zur Belegschaft sprechen wird neben Cavallo auch Markenchef Thomas Schäfer. Den Mitarbeitenden im Stammwerk will er dann auch einen ersten Ausblick auf die Silhouette des vollelektrischen Golf 9 geben, den VW hier ab Ende des Jahrzehnts bauen will. Konzernchef Oliver Blume steht dagegen nicht auf der Rednerliste.
Gefährdet der Iran-Krieg den deutschen Aufschwung?
Die deutsche Industrie sieht wegen des Iran-Kriegs vorerst keine unmittelbare Gefahr für die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sagte der dpa, der Krieg habe bereits die Weltmarktpreise für Rohöl und Gas merklich erhöht. "Dies kann auch in Deutschland preiserhöhend wirken, wird die konjunkturelle Erholung in Deutschland und Europa jedoch voraussichtlich nicht gefährden." Der BDI erwarte bei der Öl- und Gasversorgung keine unmittelbaren Engpässe in Europa.
Nach Jahren der wirtschaftlichen Schwächephase wird in diesem Jahr in Deutschland ein leichtes Wirtschaftswachstum erwartet. Auch aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gibt es kurzfristig keine Versorgungsprobleme in Deutschland. Die Energieversorgung sei breit diversifiziert.
Der Iran hat nach den Angriffen der USA und Israels den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf.
Kurse an Asien-Börsen stürzen erneut ab
Die Furcht vor einem ausgeweiteten Nahost-Konflikt und steigenden Energiepreisen setzt die asiatischen Börsen unter Druck. Anleger trennen sich von Technologiewerten und Gold, nachdem die Ölpreise wegen der anhaltenden Spannungen um mehr als zwölf Prozent zugelegt hatten. "Es sieht so aus, als würde der Konflikt länger dauern als zunächst gedacht", sagt Damien Boey, Portfolio-Stratege bei Wilson Asset Management in Sydney. Die Ausweitung des Krieges auf US-Verbündete und Angriffe auf Öl-Infrastruktur verschärften die Lage.
Die Börse in Seoul verzeichnete mit einem Minus von vier Prozent die stärksten Verluste. Innerhalb von zwei Tagen summiert sich das Minus auf mehr als elf Prozent. Der südkoreanische Won fällt auf ein 17-Jahrestief. In Tokio gibt der Nikkei-Index 4,1 Prozent auf 53.947,16 Punkte nach, der breiter gefasste Topix notiert 4,2 Prozent niedriger bei 3613,29 Zählern. Det Shanghai Composite verliert 1,4 Prozent auf 4063,57 Stellen.
Intel treibt Umbau voran
Intel bekommt einen neuen Chefaufseher. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Frank Yeary, werde sich nach der Hauptversammlung im Mai zurückziehen, teilte der US-Chiphersteller mit. Sein Nachfolger solle Craig Barratt werden. Der Wechsel erfolgt ein Jahr nach dem Amtsantritt von Konzernchef Lip-Bu Tan und markiert einen weiteren Umbau im Aufsichtsgremium des kriselnden Unternehmens. Bereits im vergangenen Jahr hatten drei Mitglieder ihren Rückzug angekündigt, kurz nachdem Tan das Ruder übernommen hatte.
Yeary gehörte dem Verwaltungsrat seit 2009 an und leitete ihn seit 2023. In seine Amtszeit fielen vier Wechsel an der Konzernspitze sowie der Verlust der technologischen Führungsrolle an den taiwanischen Rivalen TSMC. Tan und Yeary saßen bereits gemeinsam im Gremium, bis Tan dieses wegen Meinungsverschiedenheiten über den Sanierungskurs verließ, bevor er als Konzernchef zurückkehrte. Der designierte Nachfolger Barratt gehört dem Verwaltungsrat seit 2025 an. Er arbeitete zuvor unter anderem für Qualcomm und Alphabet.
Euro tendiert um 1,16er-Marke
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 157,54 Yen und legt 0,3 Prozent auf 6,9182 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,7810 Franken vor. Der Euro bleibt fast unverändert bei 1,1601 Dollar und gibt 0,2 Prozent auf 0,9064 Franken nach.
Goldpreis bricht ein
Der Goldpreis bricht nach den jüngsten Gewinnen um 4,5 Prozent ein. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass Anleger Gewinne mitnehmen, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen.
Wann ist die Talsohle erreicht?
Der Dax ist auf der Suche nach einem Boden: Am Freitag noch mit 25.254 Punkten ins Wochenende gegangen, schloss er im gestrigen Geschäft bereits mit 23.791 Zählern deutlich unterhalb der 24.000er-Marke. Das Minus seit Freitag: sechs Prozent. Der deutsche Börsenleitindex schloss sich damit dem japanischen Nikkei und dem südkoreanischen Kospi an, die ebenfalls spürbare Abgaben hinnehmen mussten. Gestern zeigte sich dann auch die Wall Street schwach, die zum Wochenstart noch nahezu unverändert geschlossen hatte.
Nach wie vor ist die Eskalation im nahen Osten, ausgehend von Angriffen der USA und Israels auf das Regime im Iran, das bestimmende Thema. Während sich Anleger aus Aktien zurückziehen, können vermeintlich sichere Häfen wie Gold oder auch der Dollar zulegen. Die Ölpreise sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor, weil sie in den vergangenen Tagen insgesamt zweistellig prozentual gestiegen sind.
Im Bundestag wird es heute deshalb eine aktuelle Stunde zum Thema Iran geben. Daneben blicken die Anleger vor allem auf Bayer, denn der Pharma- und Agrarchemiekonzern legt seine Jahresbilanz vor, die von den finanziellen Folgen des neuen milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs in den USA überschattet werden dürfte. Wegen des Vergleichs hatte der Konzern die Vorlage bereits um eine Woche verschoben. Operativ erwarten Analysten einen Rückgang des bereinigten Ergebnisses (Ebitda) auf 9,6 Milliarden Euro nach 10,1 Milliarden im Vorjahr. Im Fokus dürfte jedoch vor allem der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr stehen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.