Rheinmetall legt nach Fregattenabsage Stellenaufbau auf Eis
Rheinmetall stoppt den geplanten Stellenaufbau bei der Marinesparte Naval Vessels Lürssen. Statt 1.000 neuer Jobs werden es vorerst keine. Grund: Die Absage für den Fregatten-Auftrag F126 durch die Bundeswehr.
"Ohne den Auftrag können wir keinen weiteren Mitarbeiter einstellen", zitiert das Magazin "Capital" aus Unternehmenskreisen. Erst im März hatte Rheinmetall die Werft NVL von Lürssen übernommen - in der Hoffnung auf den Milliardenauftrag.
Für den Konzern ist es ein Rückschlag, aber kein Drama. Das Kerngeschäft Munition und Landfahrzeuge boomt weiter. Die Nachricht zeigt aber: Auch im Rüstungs-Boom hängt vieles an einzelnen Großaufträgen. Die Aktie war zuletzt Treiber im Dax. Heute dürfte sie auf die Nachricht reagieren.
Dax schwächer erwartet
Der deutsche Leitindex wird heute aller Voraussicht nach mit Abschlägen in den Handel starten. Grund ist die Kursentwicklung an den Terminmärkten. Am Dienstag hatte der Dax nach seiner jüngsten Rally bereits 1,4 Peozent auf 25.465 Punkte nachgegeben. Auch die Wall Street war schwach.
Neuer Belastungsfaktor ist der Nahe Osten. Nach Angriffen auf drei Tanker in der Straße von Hormus haben die USA Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Teheran hat im Gegenzug eine Öllizenz entzogen. Die Vorfälle gefährden den brüchigen Waffenstillstand.
Die Folge: Der Ölpreis zieht kräftig an. Brent und WTI verteuerten sich seit Dienstag um rund 5,5% auf 76,12 bzw. 72,31 Dollar. Das setzt vor allem den Chip-Werten und konjunktursensiblen Werten zu.
Im Fokus stehen heute Abend zudem die Fed-Protokolle. Anleger erhoffen sich Hinweise auf den weiteren Zinskurs.
Und so lief es an der Wall Street:
VW verteidigt E-Krone in Deutschland - Tesla und Premium rutschen ab
VW bleibt auch im zweiten Quartal klar die Nummer 1 bei E-Auto-Neuzulassungen in Deutschland. Laut KBA-Daten kamen 25.600 VW-Stromer neu auf die Straße. Damit baut VW den Vorsprung aus.
Dahinter folgen BMW mit 19.000 und Skoda mit 18.700. Die Verlierer: Tesla rutscht mit 16.000 Neuzulassungen auf Platz 4 ab. Auch Audi mit 12.400 und Mercedes mit 15.700 verlieren Plätze. Grund laut Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: Tesla hat mit Preissenkungen bei Model 3 und Y zwar Volumen geholt, aber an Marge verloren.
Das Ranking dreht sich damit zugunsten der Volumenhersteller: Die Massenmarken gewinnen, die Premium- und Nischenmarken verlieren. Chinesische Marken wie BYD, Leapmotor und MG holen zwar auf, spielen aber noch eine kleine Rolle. Für die Börse: VW profitiert vom Modellfeuerwerk, während Tesla und die deutschen Premium-Marken im E-Markt Marktanteile abgeben.
Hier mehr Lesestoff zu VW vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung morgen:
Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreis
Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran treibt heute den Ölpreis in die Höhe. Nach US-Luftangriffen auf Ziele im Iran und der Wiedereinführung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte fürchten Anleger eine Störung der Lieferketten im Nahen Osten. "Offensichtlich mag der Markt diese Angriffe nicht, aber es ist auch keine ausgewachsene Panik", sagte Jason Wong, Stratege bei der Bank of New Zealand.
Die Anfälligkeit des Marktes sei jedoch wegen der weltweit niedrigen Reserven hoch. Daten aus dieser Woche zeigten, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen sind.
Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 2,3 Prozent auf 75,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 2,4 Prozent fester bei 72,12 Dollar.
Kriegt der Dax wieder die Kurve?
Negativ aufgenommenen Geschäftszahlen von Samsung haben am Dienstag für schlechte Stimmung an den Börsen gesorgt. An der Frankfurter Börse ging es mit dem Dax nach unten. Nun stelle sich die Frage, ob die jüngste Dax-Rally genügend Substanz für weitere Höchststände hat oder ob zunächst Gewinnmitnahmen den Takt vorgeben, sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Risiken wirken neue Bestmarken für viele Anleger laut Emden "erklärungsbedürftig".
Kann sich der deutsche Leitindex wieder auf Rekordjagd begeben? Was liegt heute an? Kurzum: nicht viel. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will neue Prognosen für die Weltwirtschaft veröffentlichen. Dabei dürfte sich zeigen, wie stark der Nahost-Krieg die Wirtschaft bremst und wie stark er die Inflation anheizt. Neue Technologien wie KI könnten einen Teil davon ausgleichen. Deutschland dürfte 2026 und 2027 angeschoben von staatlichen Investitionen deutlicher wachsen als in den vergangenen Jahren.
Die US-Notenbank Fed veröffentlicht die Protokolle der ersten Zinssitzung unter Leitung des neuen Chefs Kevin Warsh. Anleger hoffen auf Einblicke in die internen Diskussionen über den weiteren geldpolitischen Kurs. Die Währungshüter hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Warsh hat sich allerdings nicht an dem von den Notenbankern erstellten Zinsausblick beteiligt. Er hat überdies eine Reform der Fed angekündigt, die in mehreren Arbeitsgruppen vorbereitet werden soll.