Montag, 28. Februar 2022Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:42 Uhr

Krieg ist das Thema: Dax taucht ab - und wieder auf

Der Dax hat einen bewegten Handelstag mit einem blauen Auge abgeschlossen. Nachdem er sich am Freitag mit einem dicken Plus von 3,7 Prozent und einem Stand von 14.567 Punkten ins Wochenende verabschiedet hatte, rauschte er im Montagsverlauf bis auf 14.107 Zähler abwärts. Die sich verschärfende Lande im Ukraine-Krieg und den damit einhergehenden weitreichenden Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland schicken die Kurse zunächst auf Talfahrt. Die russische Börse blieb geschlossen, der Rubel brach ein, die russische Zentralbank verdoppelte den Leitzins. Im weiteren Handelsverlauf arbeitet sich der Dax aber zurück, auch weil die Kurse an der Wall Street nicht so stark nachgeben wie zunächst befürchtet. Am Ende steht beim Dax ein Abschlag von 0,7 Prozent auf 14.461 Punkte.

"Ein Crash im Zuge des neusten Sanktionspakets ist ausgeblieben", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Tosca Strassberger. "Das hat unter anderem folgenden Grund: Der Ausschluss russischer Banken aus Swift betrifft nicht diejenigen Geldhäuser, die Zahlungen für Gas- und Steinkohle-Importe aus Russland abwickeln. Die Sorge vor einem unmittelbaren Ausfall der Energielieferungen ist damit zumindest vorerst gebannt", erläutert sie.

Zu den Verlierern zählen nicht nur im Dax Bankentitel: Die Papiere der Deutschen Bank liegen zeitweise mehr als acht Prozent im Minus. Im MDax zieht es die Commerzbank im Tief mehr als sieben Prozent abwärts. Dagegen sind Rüstungs- und Energiewerte gefragt: Siemens Energy ziehen mehr als neun Prozent an, RWE mehr als drei Prozent. Gefragt sind ebenfalls Titel von Delivery Hero, die sich um mehr als zehn Prozent verteuern. Das Unternehmen präsentiert am Dienstag seine Geschäftszahlen. Händler verweisen auf Short-Eindeckungen.

Dax
Dax 15.375,89

 

Delivery Hero
Delivery Hero 56,24
Deutsche Bank
Deutsche Bank 11,41

 

17:19 Uhr

Diese Aktien sind in der Krise gefragt

Die Aufstockung der Militärausgaben in Deutschland um 100 Milliarden Euro lösst Anleger bei US-Rüstungsfirmen zugreifen. Die Aktien von Lockheed Martin, General Dynamics, Northrop Grumman, Raytheon und L3Harris Technologies steigen zwischen 1,2 und 4,3 Prozent.

Lockheed Martin
Lockheed Martin 422,55

16:57 Uhr

Panasonic startet Massenproduktion von neuer Tesla-Batterie

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will noch vor Ende März mit der Massenproduktion einer neuen Lithium-Ionen-Batterie für Tesla beginnen. Panasonic werde dafür zwei neue Produktionslinien in seinem Werk in Wakayama im Westen Japans errichten, teilte der Konzern mit. Wie viel Panasonic für die Erweiterung ausgeben wird, wurde nicht bekannt. Die im Oktober vorgestellte Batterie im Format 4680 ist etwa fünfmal größer als die derzeit an Tesla gelieferten Batterien - damit dürfte der US-Elektrofahrzeughersteller in der Lage sein, die Produktionskosten zu senken. Das neue Kraftpaket solle zudem die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen.

Panasonic
Panasonic 8,10
Tesla
Tesla 168,54

 

16:40 Uhr

Diese Wall-Street-Aktien haben ein Russland-Problem

Aktien der Citigroup, die unter den großen US-Kreditinstituten das größte Engagement in Russland hat, verlieren zunächst mehr als drei Prozent. JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley büßen zwischen 2,7 und 3,3 Prozent ein. Experten zufolge könnten die neuen Sanktionen dem lukrativen russischen Investmentbanking-Geschäft von mehreren US-Banken schaden.

Citigroup
Citigroup 47,51

16:20 Uhr

US-Anleger agieren vorsichtig

Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen von Russlands Invasion in der Ukraine sowie den verschärften Sanktionen setzen die Wall Street unter Druck. Der Dow-Jones-Index fällt zunächst 1,3 Prozent auf 33.615 Punkte. Der S&P-500 gibt 1,1 Prozent auf 4334 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notiert rund ein halbes Prozent schwächer bei 13.609 Punkten.

"Das Handelsumfeld ist sehr dynamisch, und wir bleiben defensiv, da es von hier aus noch viel schlimmer werden könnte", sagt Peter Garnry, Aktienstratege bei der Saxo Bank. Vor allem Bank-Aktien gaben nach, nachdem westliche Staaten am Wochenende harte Finanz-Sanktionen gegen Russland verhängt haben. So werden russische Banken, die schon von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert sind, vom internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen.

Ins Rampenlicht tritt der US-Biokraftstoffhersteller Renewable Energy Group. Die Titel schießen um knapp 40 Prozent auf 60,50 Dollar nach oben, nachdem der US-Ölkonzern Chevron sich mit dem Konzern auf eine Übernahme für 61,50 Dollar pro Aktie geeinigt hat. Chevron-Aktien notierten leicht fester.

16:07 Uhr

Dubiose Zahlungen: Neue Berichte drücken Ericsson

Neue Enthüllungen investigativer Journalisten zu dubiosen Millionen-Zahlungen im Irak machen Ericsson zu schaffen. Die Aktien des Telekom-Ausrüsters fallen in Stockholm um 7,6 Prozent auf 88,02 Kronen. "Wenn sich diese Berichte als korrekt herausstellen, steht die Glaubwürdigkeit und die Urteilsfähigkeit des Managements infrage", kritisieren die Analysten der Citigroup. Aber selbst wenn sich die Vorwürfe als falsch erweisen sollten, werde es einige Zeit dauern, um die Unschuld von Ericsson zu beweisen.

Ericsson
Ericsson 5,89

15:44 Uhr

Türkische Wirtschaft wächst kräftig

Die türkische Wirtschaft ist 2021 mit elf Prozent so stark gewachsen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Konjunktur steht aber wegen der hohen Inflation und der negativen Folgen wegen des Ukraine-Krieges etwa für den Tourismus vor einem schwierigen Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte im Schlussquartal 2021 um 9,1 Prozent binnen Jahresfrist und um 1,5 Prozent zum Sommer, wie das nationalen Statistikamt mitteilt. Ökonomen trauen der türkischen Wirtschaft in diesem Jahr nur rund 3,5 Prozent Wachstum zu. Der Konflikt in der Ukraine könnte die Reisebranche spürbar dämpfen. Denn etwa ein Viertel der Touristen in der Türkei sind Russen oder Ukrainer.

Zudem macht die hohe Inflation im Zuge des Währungsverfalls Firmen und Verbrauchern zu schaffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trimmt die Wirtschaft auf Wachstum, Beschäftigung, Investitionen und Exporte. Zugleich macht er Druck auf die Notenbank, die lockere Geldpolitik fortzusetzen. In der Folge kam es zu mehreren unerwarteten Zinssenkungen auf inzwischen 14 Prozent, während viele Ökonomen wegen der gestiegenen Inflation eher Zinserhöhungen empfehlen. "Zum Jahresstart dürfte es einen Abschwung geben", erklärten die Analysten von Capital Economics und rechnen mit einem BIP-Rückgang von 2,5 bis 3,0 Prozent im laufenden ersten Quartal. "Der Russland-Ukraine-Konflikt hat den Gegenwind nur noch verstärkt, da er dazu beitragen wird, die Inflation in der Türkei länger hoch zu halten und die Erholung des Tourismus zu beeinträchtigen droht."

15:00 Uhr

Russland-ETFs erneut auf Talfahrt

Der Ausverkauf russischer Aktienwerte geht weiter. Die beiden in den USA börsennotierten Fonds (ETFs) von iShares und VanEck auf Werte aus diesem Land fallen vorbörslich 15 beziehungsweise 20 Prozent. Der Moskauer Aktienmarkt bleibt wegen des Ukraine-Kriegs vorerst geschlossen.

14:44 Uhr

Wegen Ukraine-Krieg: Ökostromfirmen im Aufwind

In der Hoffnung auf eine beschleunigte Energiewende steigen Investoren bei Ökostrom-Werten ein. Die Aktien des Windkraftanlagen-Bauers Vestas steuern in Kopenhagen mit einem Plus von zeitweise knapp 13 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit mehr als sieben Jahren zu. Die Titel des Rivalen Nordex legen etwa 18 Prozent zu, so stark zu wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Siemens Gamesa rückt in Madrid gut elf Prozent vor. Die Papiere der Ökostrom-Anbieter Orstedt und EDP Renovaveis gewinnen bis zu zehn Prozent.

Nordex
Nordex 13,82
Vestas
Vestas 26,95

 

14:28 Uhr

RWE klettern auf Elfjahreshoch

Eine mögliche Laufzeit-Verlängerung für deutsche Atom- und Kohlekraftwerke gibt den Versorgern Auftrieb. Die Aktien von RWE steigen zeitweise fast vier Prozent auf ein Elfjahreshoch von 41,56 Euro und pendeln danach um einen Aufschlag von knapp zwei Prozent. Der Rivale Eon rückt ein Prozent auf 11,94 Euro vor.

RWE
RWE 40,29
Eon
Eon 9,98

 

14:09 Uhr

Deutsche-Bank-Kurs stürzt ab

Nach dem Ausschluss mehrerer russischer Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift geraten westeuropäische Institute unter Verkaufsdruck. Die Aktien der Deutschen Bank sacken zeitweise 8,5 Prozent ab. Die Titel der im MDax gelisteten Commerzbank 7,3 Prozent. In diesem Bereich pendelt sich im Verlauf auch der Abschlag der Deutschen-Bank-Papiere ein.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 11,41
Commerzbank
Commerzbank 9,95

 

13:51 Uhr

Rubel wird abgestraft

Der eskalierende Streit Russlands mit dem Westen brockt der Währung des Landes einen Kurssturz ein. Der Dollar steigt im Gegenzug zeitweise um fast 42 Prozent auf ein Rekordhoch von 119 Rubel. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Wochenende seine Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

13:20 Uhr

Dollar als Krisengewinner

Der Dollar verbucht als Fluchtwährung in Krisenzeiten regen Zulauf; der Dollarindex steigt um 0,5 Prozent. Der Rubel bricht derweil ein. Zeitweise wurden für einen Dollar 108,79 Rubel gezahlt; aktuell sind es 97,95. Die russische Zentralbank hat daraufhin ihren Leitzins auf 20,00 Prozent mehr als verdoppelt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,92

 

13:04 Uhr

Neue Russland-Sanktionen sind Wall-Street-Thema

Die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Konflikt dürften die US-Börsen mit Verlusten in die neue Woche starten lassen. Die Futures auf die großen US-Aktienindizes liegen vorbörslich bis zu 1,3 Prozent im Minus, nachdem der Westen am Wochenende seine Sanktionen gegen Russland verschärft und der russische Präsident Wladimir Putin die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hat.

Am Freitag hatte die Hoffnung auf Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine die Aktienkurse deutlich nach oben getrieben. Inzwischen sind die Erwartungen an die Gespräche, die für den heutigen Montag angesetzt wurden, jedoch deutlich zurückgeschraubt worden.

Zu den jüngsten Sanktionen, die am Wochenende beschlossen wurden, gehört auch der Ausschluss verschiedener russischer Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift. Aufgrund der internationalen Verbindungen der Bankgeschäfte dürfte dies auch die Aktien der US-Banken stark belasten. In Europa stellen Banken den schwächsten Sektor. Gesucht sind hingegen Aktien der Rüstungsbranche, nachdem die deutsche Bundesregierung eine drastische Erhöhung ihrer Rüstungsausgaben angekündigt hat. Unter den US-Branchenvertretern verteuern sich Raytheon vorbörslich um 5,5 Prozent, Lockheed Martin um 4,7 Prozent, General Dynamics um 5,5 Prozent, Northrop Grumman um 6,6 Prozent und L3Harris Technologies um 4,5 Prozent.

12:48 Uhr

Russischer Aktienmarkt bleibt vorerst geschlossen

Der Moskauer Aktienmarkt bleibt wegen des Ukraine-Kriegs vorerst geschlossen. Die russische Zentralbank wird nach eigenen Angaben vor Börsenstart am Dienstag darüber informieren, ob und wann Aktien und Derivate wieder gehandelt werden können

12:37 Uhr

Dax fängt sich nach Zwischentief

Der Verkaufsdruck auf die europäischen Aktienwerte nimmt im Handelsverlauf zeitweise zu. Dax und EuroStoxx50 verlieren deutlich, der Dax fällt bis nahe der 14.100er-Marke. Anschließend kann er einen Teil des Abschlags wieder abbauen und notiert am Mittag um 14.240 Zähler, aber dennoch mehr als zwei Protent tiefer.

Dax
Dax 15.375,89
EuroStoxx50
EuroStoxx50 4.212,27

 

12:22 Uhr

Renault unterbricht Produktion in Moskau

Der französische Autokonzern Renault legt seine Produktion in Moskau vorübergehend still. Es gebe "einige Unterbrechungen bei der Versorgung mit Bauteilen", teilt die russische Renault-Tochter mit. Die Invasion Russlands in der Ukraine und die darauf folgenden westlichen Sanktionen gegen Russland erwähnte das Unternehmen nicht. Renault ist vergleichsweise stark in Russland engagiert und macht dort nach Schätzungen der Citibank etwa acht Prozent seiner Gewinne. Renault ist auch maßgeblich am größten russischen Autobauer Avtovaz beteiligt, dem Hersteller der Lada-Geländewagen.

12:00 Uhr

"Sicherer Hafen" bei Anlegern gefragt

Wegen des Ukraine-Kriegs suchen immer mehr Anleger Schutz im "sicheren Hafen" Gold. Das Edelmetall notiert zeitweise bei mehr als 1930 Dollar. Danach pendelt sich der Preis auf dem Niveau von etwa 1915 Dollar ein und damit etwa 2,4 Prozent fester.

Gold in USD
Gold in USD 1.914,47
Gold in Euro
Gold in Euro 1.754,70

 

11:44 Uhr

Erneuter Kurssturz bei russischen Anleihen

Die verschärften westlichen Sanktionen gegen Russland lösen Panikverkäufe bei den Anleihen des Landes aus. So verlieren die Papiere mit Laufzeiten bis 2024 und 2043 jeweils mehr als 50 Prozent an Wert. Im Gegenzug verdoppeln sich die Renditen auf 17,073 beziehungsweise 20,003 Prozent.

11:05 Uhr

Euroclear stoppt Abwicklung russischer Wertpapier-Geschäfte

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Euroclear-CEO Lieve Mostrey.

(Foto: picture alliance/dpa/BELGA)

Euroclear stoppt die Abwicklung von Geschäften mit russischen Wertpapieren.

Dies umfasse alle inländischen und alle in Rubel gehandelten Titel, teilt der Finanzdienstleister mit.

10:51 Uhr

BP gibt Rosneft-Beteiligung auf - Kurs unter Druck

Der Ölkonzern BP trennt sich von seiner Beteiligung in Höhe von knapp 20 Prozent an dem staatlich kontrollierten russischen Ölproduzenten Rosneft. Der Verlust für BP könnte sich auf bis zu 25 Milliarden US-Dollar belaufen, wie der Konzern mitteilte. Die britische Regierung hat nach der Invasion Russlands in der Ukraine Druck auf BP ausgeübt. BP-Aktien verlieren an der Londoner Börse etwa fünf Prozent.

BP
BP 482,25

10:36 Uhr

Weizenpreis schießt nach oben

Die Furcht vor Lieferausfällen im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine beschert Weizen den größten Preissprung seit fast 13 Jahren. Der US-Future steigt um mehr als neun Prozent auf ein Neuneinhalb-Jahres-Hoch von 9,2025 Dollar je Scheffel. Russland und die Ukraine sind wichtige Weizen-Exporteuere.

09:57 Uhr

Ölpreise ziehen an - Brent über 100-Dollar-Marke

Die Ölpreise ziehen nach einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs kräftig an. So klettert der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent erneut über die Marke von 100 Dollar, nachdem er am Freitag unter diesen Wert gefallen war. Zuletzt kostete Brent 103,15 Dollar und damit rund 5 Prozent mehr. Am Freitag waren die Preise wegen der vagen Hoffnung auf Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine etwas unter Druck geraten.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 82,30
Rohöl WTI
Rohöl WTI 75,74

 

09:42 Uhr

Deutsche Börse setzt Handel mit russischen Papieren teilweise aus

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges setzt die Deutsche Börse den Handel mit einigen russischen Wertpapieren aus. Das gelte für Titel von Unternehmen, die von den EU-Sanktionen betroffen seien, hieß es. Zu den betroffenen Wertpapieren gehören etwa Aktien der Sberbank, von Rosneft oder auch Gazprom.

09:24 Uhr

Auf 20 Prozent: Russische Zentralbank verdoppelt Leitzins

Die russische Zentralbank reagiert mit einer drastischen Zinserhöhung auf die Währungskrise infolge westlicher Sanktionen. Der Leitzins steigt von 9,5 auf 20 Prozent, wie die Währungshüter ankündigen. Sie signalisierten zugleich ihre Bereitschaft zu weiteren Anhebungen. Notenbankchefin Elvira Nabiullina will die Maßnahmen im Tagesverlauf bei einer Pressekonferenz erläutern.

Der eskalierende Konflikt Russlands mit dem Westen nach dem Einmarsch in die Ukraine brockte der Währung des Landes einen Kurssturz ein. Der Dollar stieg im Gegenzug am Montag zeitweise um fast 42 Prozent auf ein Rekordhoch von 119 Rubel. Höhere Zinsen können den Kurs stabilisieren helfen und auch die Inflation bremsen, machen aber auch Kredite teurer - etwa für Investitionen. Heimische Unternehmen sollen zudem 80 Prozent ihrer Deviseneinnahmen verkaufen, verkündeten Zentralbank und Finanzministerium.

09:03 Uhr

Dax startet mit deutlichem Abschlag

Die sich zuspitzende Lage im Ukraine-Krieg verunsichert die Anleger am deutschen Aktienmarkt: Nach volatilen Kursen in Asien sackt der Dax zu Handelsbeginn ab. Der deutsche Börsenleitindex fällt mehr als zwei Prozent und notiert um einen Kurs von 14.240 Zählern. Damit zeigt er sich zum frühen Handel bereits etwas erholt. Am Freitag hatte er sich noch mit einem Aufschlag von 515 Punkten oder 3,7 Prozent und einem Stand von 14.567 Stellen ins Wochenende verabschiedet.

Dax
Dax 15.375,89

08:51 Uhr

Aeroflot setzt Flüge nach Europa aus

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot setzt ab Montag alle Flüge nach Europa aus. Das sei eine Reaktion auf die Luftraumbeschränkungen der Europäischen Union für Russland, wie die russische Agentur Interfax meldet. Weiterhin sollen russische Staatsbürger aus Europa nach Russland ausgeflogen werden, wie das russische Außenministerium und die russische Luftverkehrsbehörde laut der Staatsagentur Tass mitteilten. Wie Tass weiter berichtet, sollen sich derzeit rund 27.000 russische Staatsbürger in Ländern aufhalten, aus denen ein Rückflug nach Russland nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.

08:32 Uhr

Asien-Aktien volatil

An den asiatischen Finanzmärkten steigen angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine und den immer schärferen Sanktionen des Westens gegen den Aggressor Russland die Öl- und Goldpreise. Der Dollar ist als vermeintlich sicherer Hafen gesucht, der Dollarindex legt um 0,8 Prozent zu. Der Yen zeigt sich dagegen relativ unauffällig. Am Aktienmarkt herrscht Verunsicherung, festzumachen an zum Teil heftiger Volatilität, aber keine Panik - obwohl der russische Machthaber Wladimir Putin die Atomstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft versetzt hat. Anleger hätten einen ganzen Berg an negativen Information vom Wochenende zu verarbeiten, die Auswirkungen von manchem sei auch noch nicht völlig klar. Dies spreche auch weiterhin für eine hohe Volatilität.

In China fallen die Aktienkurse, in Schanghai moderat, in Hongkong deutlicher. Analysten sehen den Boden nach dem Ausverkauf der vergangenen Woche nun aber als erreicht an. China könnte einer der Profiteure der russischen Isolation werden, heißt es. Zudem könnte es im Rahmen des jährlichen Volksdebutiertenkongresses mehr Wirtschaftsstimuli in China geben. Die Börse in Hongkong sei internationaler aufgestellt und hänge daher stärker an den internationalen Entwicklungen der Finanzmärkte. Und der Krieg in der Ukraine mit den Sanktionen belaste, heißt es.

In Südkorea beweist der Kospi Stärke - trotz eines weiteren nordkoreanischen Raketentests. Der Leitindex dreht ins Plus und zeigt sich nun etwas fester. Hoffnung bereiteten die Gespräche zwischen Russen und Ukainern um einen Waffenstillstand.

In Sydney hat der S&P/ASX-200 freundlich geschlossen. Der Index zeigte sich extrem volatil - mit Ausflügen ins Minus. Gestützt wurde der Markt vom Rohstoffsektor - dank gestiegener Rohstoffpreise. Rio Tinto, BHP und BlueScope legten zwischen 3,2 und 6,25 Prozent zu. Fortescue verloren optisch 2,4 Prozent, die Titel wurden ex Dividende gehandelt. Wegen der Flut im Osten des Landes gerieten Versicherungswerte unter Druck.

08:18 Uhr

Ukraine-Krieg verunsichert Dax-Anleger

Zum Monatsultimo wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit einem Abschlag von 2,6 Prozent auf 14.185 Punkte taxiert.

Die Anleger hatten nach dem Schock über Russlands Invasion in der Ukraine zum Wochenschluss neuen Mut geschöpft. Der Dax war am Freitag um 3,7 Prozent auf 14.567,23 Punkte gestiegen. Am Wochenende verschreckte der russische Präsident Wladimir Putin Börsianer allerdings, indem er die Atomstreitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzte. Dies drängt die anstehenden Firmenbilanzen in den Hintergrund. Aus dem Ausland legen unter anderem der Computer-Konzern HP, die Pharmafirma Glaxosmithkline und das Geldhaus Erste Group Zahlen vor. Auf der Konjunkturagenda steht der Chicago-Einkaufsmanager-Index aus den USA.

07:58 Uhr

Russland verbietet Ausländern Wertpapierverkäufe

Russlands Zentralbank will mit weiteren Maßnahmen dem heimischen Finanzsystem angesichts der verschärften Wirtschaftssanktionen des Westens unter die Arme greifen. So wurde es Wertpapierhändlern untersagt, russische Wertpapiere im Besitz von Ausländern zu verkaufen, wie die Bank mitteilt. Mit Kapitalspritzen und Fremdwährungsgeschäften sollen zudem heimische Geldinstitute gestützt werden.

07:44 Uhr

Rubel unter Druck

Der Rubel gerät erneut unter Druck. Die Währungs- und Geldmärkte sollen am Montag später öffnen, wie es von der russischen Notenbank heißt. Wann die russische Aktienbörse öffnet, steht laut der Moskauer Börse noch nicht fest.

Bereits am Sonntag hatte Russlands Zentralbank angesichts des bevorstehenden Ausschlusses aus Swift den heimischen Banken Unterstützung zugesichert. Es gebe genügend Kapital und Liquidität für eine ununterbrochene Funktion bei jeder beliebigen Situation, teilte die Bank am Sonntag mit.

07:20 Uhr

Euro verliert deutlich

Im asiatischen Devisenhandel bleibt der Dollar fast unverändert bei 115,52 Yen und gibt 0,1 Prozent auf 6,3106 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,9268 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 1 Prozent auf 1,1153 Dollar und gibt 0,9 Prozent auf 1,0341 Franken nach. Das Pfund Sterling verliert 0,4 Prozent auf 1,3350 Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09
US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,92

 

07:06 Uhr

Putins Atom-Muskelspiele verschrecken Asien-Anleger

Die Verschärfung des Krieges in der Ukraine vertreibt die Anleger in Asien aus den Märkten. "Wir hatten eine Flut von sehr negativen Informationen über das Wochenende", sagte Kyle Rodda, Marktanalyst bei IG Australien. "Die Volatilität ist erhöht, die Kurse sind unglaublich unbeständig." Im eskalierenden Streit mit dem Westen hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Atomstreitkräfte seines Landes am Sonntag in Alarmbereitschaft versetzt.

Der Nikkei liegt im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 26.341 Punkten. Der Topix sinkt 0,1 Prozent und lag bei 1874 Punkten. Der Shanghai Composite notiert 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,4 Prozent.

Nikkei
Nikkei 27.509,46

06:54 Uhr

Schwächelnde Autoproduktion belastet Japans Industrie

Japans Industrie schrumpft im Januar wegen pandemiebedingter Produktionsausfälle im Automobilsektor den zweiten Monat in Folge. Die Industrieproduktion ist im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent gesunken, wie aus Regierungsdaten hervorging. Im Dezember wurde ein Minus von 1,0 Prozent verzeichnet. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,7 Prozent erwartet.

Die offiziellen Daten zeigten, dass die Produktion von Kraftfahrzeugen im Januar um 17,2 Prozent gegenüber dem Vormonat einbrach. Der erste Rückgang in der Branche seit vier Monaten zog die Gesamtproduktionszahlen um fast 2,7 Prozentpunkte nach unten. "Die Autoproduktion ging aufgrund einer sich verschärfenden Chip-Knappheit und Lieferengpässen erheblich zurück", sagte Takeshi Minami, Chefökonom des Norinchukin Research Institute. "Das wirkte sich auch auf andere Branchen wie die Stahlindustrie aus, die ebenfalls einen Rückgang verzeichnete."

06:24 Uhr

Dax sackt erneut ab: Das wird heute wichtig

Der Dax-Wochenschluss ist versöhnlich ausgefallen. Das Wochenminus des deutschen Börsenleitindex fiel mit knapp fünf Prozent zwar deutlich aus – der größte Wochenverlust seit rund eineinhalb Jahren -, am Freitag hatte sich der Dax aber mit mehr als 500 Punkten oder 3,7 Prozent im Plus und einem Kurs von 14.567 Zählern ins Wochenende verabschiedet. Dennoch bleiben die Anleger nervös, der Handel volatil. Allein am Donnerstag lag die Handelsspanne bei mehr als 800 Punkten. Der Angriff Russlands und die Eskalation der Ukraine-Krise hatten dafür gesorgt.

Und der Ukraine-Krieg wird Experten zufolge das bestimmende Thema an den Börsen bleiben und kann weiter für heftige Kursausschläge sorgen. Abzulesen bereits an den ersten Taxierungen des Dax für den Start in den Handel: Der Leitindex notiert bei etwa 14.060 Zählern deutlich schwächer – und in etwa auf dem Niveau des Donnerstagsstarts. "Krieg und Inflation: Die meisten Marktteilnehmer haben eine derartige Situation noch nicht erlebt", sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Börsen hätten Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre zuletzt mit solchen Einflüssen zu kämpfen gehabt.

Investoren hätten Kursrücksetzer zuletzt zwar immer wieder zum Einstieg genutzt, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Allerdings könnten neue politische Krisen diesem Trend ein Ende setzen. Zwischen China und Taiwan gibt es zum Beispiel ähnliche Konflikte. "Dass die als staatsnah angesehene 'Global Times' Taiwan als das 'Donezk Chinas' bezeichnet, sollten gerade die Anleger als Warnung verstehen, die auf eine Nachhaltigkeit der kurzfristigen Erholungen im Dax setzen."

Gleichzeitig geraten die Notenbanken immer stärker in die Zwickmühle: Die politischen Krisen treiben die Rohstoffpreise und verstärken den Inflationsdruck. Diesen müssen EZB, Fed & Co mit Zinserhöhungen bekämpfen, während gleichzeitig eine Abkühlung der Konjunktur droht. "Wir gehen davon aus, dass Zentralbanken ihre restriktivere Politik fortsetzen werden, auch wenn das Ausmaß der Zinserhöhungen möglicherweise geringer ausfallen wird", prognostiziert Brian Horrigan, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Loomis Sayles.

Konjunkturseitig bleibt es zunächst ruhig: Lediglich spanische Verbraucherpreise und der US-Einkaufsmanagerindex Chicago stehen auf der Agenda. Und die Berichtssaison legt auch eine Pause ein: Am Morgen präsentiert die Primark-Mutter AB Foods aktuelle Zahlen, nach US-Börsenschluss öffnet dann HP die Bücher.

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