Freitag, 13. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:39 Uhr

Dem Dax ging's schon viel besser - doch dann fiel der Name Trump

Dax
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Die Lage an den europäischen Aktienmärkten ist auch einen Tag nach dem großen Absturz äußerst fragil geblieben. Nachdem die Indizes in den ersten Handelsstunden kräftig nach oben gingen, kamen sie am Nachmittag ebenso schnell wieder zurück. Für Verunsicherung sorgte eine Meldung, dass US-Präsident Donald Trump wegen der Coronavirus-Krise den nationalen Notstand erklären könnte.

In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 9232 Punkte ins Wochenende - er füllte heute die Spanne zwischen 9000 und 10.000 Stellen fast vollständig aus. Insgesamt verlor der Leitindex in der abgelaufenen Handelswoche 2310 Punkte. Der MDax stieg um 0,4 Prozent auf 20.256 Zähler. Der TecDax gewann 1,7 Prozent auf 2361 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 1,2 Prozent auf 2577 Punkte nach oben.

Dax-Gewinner warten heute Lufthansa mit plus 7,3 Prozent. Die Airline will Staatshilfen beantragen. Schlusslicht im Leitindex waren MTU mit minus 3,7 Prozent.

17:15 Uhr

Weniger Geld für Börsen-Boss

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Theodor Weimer

(Foto: dpa)

Der Chef der Deutschen Börse, Theodor Weimer, hat sich im vergangenen Jahr mit einem geringeren Gehalt zufrieden geben müssen. Die Zuflüsse beliefen sich 2019 auf insgesamt 5 Millionen Euro nach 6,4 Millionen Euro im Vorjahr. Das Festgehalt von Weimer lag laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr bei 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommen variable Komponenten sowie der Versorgungsaufwand.

Finanzvorstand Gregor Pottmeyer durfte sich 2019 über eine Gesamtvergütung von 2,5 Millionen Euro freuen nach 2,8 Millionen Euro 2018.

17:03 Uhr

Entschädigungen für VW-Dieselkunden ab Mai

Nach dem Vergleich zwischen Volkswagen und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) sollen die ersten Entschädigungen für Dieselkunden vom 5. Mai an fließen. Beide Parteien gehen von rund 260.000 Berechtigten aus. "Alle Vergleichsberechtigten sollen ihr Geld so schnell wie möglich bekommen", hieß es. Ihnen wird vom 20. März an auf einer Internetplattform ein individueller Betrag angeboten. Bis zum 20. April können sie dann selbst entscheiden, ob sie dies annehmen oder in Einzelklagen weiter für mehr Geld streiten.

Nach einigem Hickhack hatten sich Verbraucherschützer und Konzern Ende Februar auf einen außergerichtlichen Vergleich verständigt. Je nach Modell und Alter ihres Autos will VW Entschädigungen zwischen 1350 und 6257 Euro zahlen.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 135,48

16:46 Uhr

Ruft Trump Notstand aus? Dax wieder im Minus

Es sollte nicht sein: Der Dax ist am späten Nachmittag wieder ins Minus gedreht. Er verlor 0,9 Prozent und bewegte sich nun in Richtung 9000er-Marke, nachdem er ein paar Stunden kurz vor 10.000 Punkten gestanden hatte. Im Handel wurde auf die Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump um 15 Uhr Ortszeit verwiesen. Es wurde spekuliert, dass Trump wegen der Coronavirus-Krise den nationalen Notstand erklären könnte.

Auch der Dow Jones verlor weiter an Boden. Er notierte nur noch 0,7 Prozent höher bei 21.352 Stellen.

16:28 Uhr

Drägerwerk-Aktie hebt nach Bund-Großauftrag ab

Drägerwerk
Drägerwerk 71,90

Der Lübecker Medizintechnikkonzern Drägerwerk gilt als einer der Profiteure der Corona-Pandemie. Nun hat er von der Bundesregierung einen Großauftrag zur Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten erhalten. Die Abwicklung des Auftrages werde sich über das ganze Jahr erstrecken, teilte das TecDax-Unternehmen mit.

Außerdem liefere man auch persönliche Schutzausrüstung für das Personal in Krankenhäusern. Der Kurs der Drägerwerk-Aktie legte am Nachmittag um 15,4 Prozent zu.

16:11 Uhr

Weiter große Nervosität: Dax und Dow geben Gewinne ab

Die Anleger trauen dem Braten nicht: An der Frankfurter Börse sind die Gewinne am Nachmittag kräftig geschrumpft. Der Dax stieg nur noch um 2,2 Prozent auf 9373 Punkte, nachdem er am Mittag an der 10.000-Punkte-Marke gekratzt hatte. Der EuroStoxx50 gewann 2,7 Prozent auf 2613 Stellen.

Auch an der Wall Street verringerten sich die Zugewinne. Der Dow Jones notierte 3,1 Prozent fester bei 21.860 Punkten. Der S&P-500 stieg um 3,1 Prozent auf 2559 Zähler.

15:42 Uhr

Virus drückt auf die Stimmung der US-Verbraucher

Und wieder hat das Coronavirus zugeschlagen: Es hat nämlich den US-Konsumenten die Stimmung kräftig verhagelt. Auch sinkende Aktienkurse sorgten dafür, dass das Barometer für das Verbrauchervertrauen im März um 5,1 auf 95,9 Punkte fiel, wie die Universität Michigan zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilte. Ökonomen hatten gar mit einem Rückgang auf 95,0 Punkte gerechnet.

  • "Die Daten deuten darauf hin, dass mit weiteren Vertrauensverlusten zu rechnen ist, da sich die Verbreitung des Virus weiter beschleunigt", erklärte die Universität.

So wurden die Aussichten von den Verbrauchern deutlich schlechter bewertet als im Vormonat und als von Analysten erwartet. Der private Konsum gilt als wichtigste Säule der US-Konjunktur.

15:14 Uhr

Corona-Pandemie lässt VW-Absatz einbrechen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben den Absatz von Volkswagen deutlich schrumpfen lassen. Im Februar rollten weltweit 546.300 Fahrzeuge zu den Kunden, rund ein Viertel weniger als vor Jahresfrist, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Am stärksten war der Rückgang in China, wo das Virus zu Jahresanfang seinen Ursprung genommen hatte und das öffentliche Leben danach wochenlang lähmte. Inzwischen entspannt sich die Situation dort. Im Februar bekam Volkswagen die Krise dort jedoch voll zu spüren: Die Auslieferungen auf dem weltgrößten Automarkt sanken um 74 Prozent. Etwas gedämpft wurde der Einbruch dadurch, dass Volkswagen in Nord- und Südamerika mehr verkaufte. In Westeuropa schrumpften die Auslieferungen um 3,5 Prozent.

14:54 Uhr

Wegen Corona: Buffett verlegt Kult-Hauptversammlung ins Internet

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Warren Buffett

(Foto: imago/Future Image)

Auch US-Starinvestor Warren Buffett zollt dem Coronavirus Tribut: Der 89-Jährige lud die Aktionäre von der Hauptversammlung seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway wegen der Ansteckungsgefahr aus. Sie sollen das Aktionärstreffen am 2. Mai in Omaha/Nebraska stattdessen im Internet verfolgen.

Die Hauptversammlung, die traditionell an einem Samstag stattfindet, hat bei Investoren Kultstatus. Im vergangenen Jahr war sie noch von rund 40.000 Anteilseignern besucht worden. Diesmal dürfen sich nur Buffett, sein 96-jähriger Stellvertreter Charlie Munger und einige Berkshire-Mitarbeiter, die die online abgegebenen Stimmen der Aktionäre verarbeiten sollen, persönlich in Omaha versammeln.

14:37 Uhr

Wall Street ergrünt zum Handelsstart kräftig

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(Foto: REUTERS)

Pluszeichen auch an der Wall Street: Der Dow Jones ist nach seinem gestrigen Absturz mit einem Zugewinn von 6,3 Prozent auf 22.522 Punkte in den Handel gestartet. Der S&P-500 legte um 6,0 Prozent auf 2628 Stellen zu.

In Frankfurt gab der Dax einen Teil seiner Gewinne wieder ab, dennoch ist das Plus von 5,9 Prozent auf 9699 Punkte noch beträchtlich. Der EuroStoxx50 stieg am Nachmittag um 6,1 Prozent auf 2700 Zähler.

14:25 Uhr

Flughafen Frankfurt erwartet massiven Passagierrückgang

Der Flughafen Frankfurt fertigt wegen der Corona-Krise aktuell durchschnittlich 45 Prozent weniger Passagiere ab als im März des Vorjahres - und es werden noch weniger werden.

  • "Wir haben den Peak noch nicht erreicht", sagte der Chef des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, auf der Bilanzpressekonferenz.
  • "Wir müssen davon ausgehen, dass der Rückgang der Passagierzahlen auf 50 bis 60 Prozent pro Tag steigt."

Und zwar allein schon wegen des starken Verkehrs der Lufthansa in die USA, die ab Samstag ein Einreiseverbot für Reisende aus dem Schengen-Raum verhängt haben. In konkreten Zahlen fertige der Flughafen Frankfurt derzeit etwa 80.000 Passagiere weniger pro Tag ab. Die Flugbewegungen am Heimatdrehkreuz von Fraport sind laut Schulte derzeit fast 30 Prozent niedriger, dürften sich aber eher in Richtung der Passagierzahlen entwickeln. Fraport will wegen der Corona-Krise Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Fraport
Fraport 34,96

14:08 Uhr

Corona-Krise: Brüssel bringt Aussetzen der Fiskalregeln ins Gespräch

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Valdis Dombrovskis

(Foto: imago images/Le Pictorium)

Im Falle eines Wirtschaftseinbruchs wegen der Coronavirus-Krise will die EU-Kommission die europäischen Fiskalregeln aussetzen. Dies würde im Einvernehmen mit den EU-Staaten geschehen, sagte Vizepräsident Valdis Dombrovskis in Brüssel. Diese Maßnahme sei aber für den äußersten Fall vorgesehen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen betonte, die EU sei bereit zu tun, was immer nötig ist, um die Krise zu bewältigen.

Vorerst gelte die volle Flexibilität bei der Auslegung der Schulden- und Defizit-Regeln im Stabilitäts- und Wachstumspakt, sagte Dombrovskis. Dabei sollen Ausgaben zum Ausgleich wirtschaftlicher Folgen der Pandemie außen vor bleiben. Das soll sowohl für direkte Maßnahmen zur Eindämmung gelten als auch für Finanzspritzen an Unternehmen und Krisenhilfen an Beschäftigte. Der Pakt werde nicht ausgesetzt, aber alle Spielräume würden ausgenutzt, sagte Dombrovskis.

13:46 Uhr

Dax macht kräftigen Satz - und stoppt knapp unter 10.000

Dax
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Der Dax hat nun richtig Fahrt aufgenommen. Die Ankündigung von unbegrenzten Kreditprogrammen durch die Bundesregierung trieb den Leitindex knapp bis an die 10.000-Punkte-Marke heran. Eine Stunde vor Handelsbeginn an der Wall Street notierte er rund 9 Prozent fester bei 9986 Punkten. Damit hat der Dax einen großen Teil seines gestrigen Verlustes wieder abgebaut.

Alle Dax-Werte bewegten sich nach oben. Vor allem die zuletzt arg gebeutelten Papiere der Deutschen Bank und der Autobauer verzeichneten kräftige Gewinne.

13:23 Uhr

Nach kritischen Äußerungen: ProSieben trennt sich von Vizechef

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Conrad Albert

(Foto: dpa)

Der Aderlass von Top-Managern bei ProSiebenSat.1 geht weiter. Nach öffentlicher Kritik am Unternehmen verlässt Vizechef Conrad Albert nach 15 Jahren den Fernsehkonzern. Der 52-Jährige werde sein Vorstandsmandat im gegenseitigen Einvernehmen am 30. April 2020 niederlegen und das Unternehmen verlassen, teilte die Sendergruppe mit.

Grund für die Trennung ist ein Interview, das Albert der "Süddeutschen Zeitung" gegeben hatte. Dort hatte er sich kritisch zur jüngsten Entwicklung des Konzerns geäußert und auch eine Spitze gegen ProSiebenSat.1-Chef Max Conze gesetzt.

13:09 Uhr

Schwedische Notenbank gibt Banken große Geldspritze

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(Foto: imago/Dean Pictures)

Auch die schwedische Notenbank interveniert im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise. Die Riksbank greift den heimischen Geldhäusern mit einer großen Liquiditätsspritze unter die Arme. Den Banken wird Geld von bis zu 500 Milliarden Kronen (etwa 46 Milliarden Euro) für zwei Jahre zur Verfügung gestellt. Damit solle der Kreditfluss an die Wirtschaft, insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen, sichergestellt werden, sagte Notenbankchef Stefan Ingves. Der Zins für die Geldspritze orientiert sich am Leitzins der Notenbank, der zurzeit null Prozent beträgt.

Die Notenbank signalisierte zudem ihre Bereitschaft, noch größere Summen an Liquidität bereitzustellen, falls dies nötig werden sollte. Von Zinssenkungen will die Riksbank dagegen absehen.

12:48 Uhr

Wall Street funkt klares Plus - Dax schnellt hoch

Festere US-Futures haben die deutschen Aktienindizes kräftig nach oben gezogen. Der Dax gewann kurz nach Mittag mehr als 7 Prozent auf 9818 Punkte. Die US-Indizes liegen vorbörslich mehr als 5 Prozent im Plus.

Dem deutschen Leitindex kommt auch die Ankündigung umfangreicher Staatshilfen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen zur Hilfe. So will die Bundesregierung laut Finanzminister Olaf Scholz Unternehmen in der aktuellen Krise mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen.

12:43 Uhr

Lufthansa beantragt Kurzarbeit für Kabine- und Bodenpersonal

Die Lufthansa will für Einsparungen in der Corona-Krise Flugbegleiter und Mitarbeiter der Bodendienste in Kurzarbeit schicken. Der Antrag auf Kurzarbeit sei eingereicht, sagte eine Konzernsprecherin. Es sei aber noch unklar, wie viele Beschäftigte davon betroffen seien.

Der Antrag umfasse Kabinenbeschäftigte in Frankfurt und München sowie Mitarbeiter der Bodendienste in der Lufthansa AG. Es gebe noch keine Rückmeldung der Bundesagentur. Die Lufthansa stemmt sich mit Einsparungen gegen den täglich wachsenden Umsatzausfall.

12:25 Uhr

Stefan Riße zur Börsenpanik: "Ich mache es wie Warren Buffett"

Weltweit reagieren die Aktienkurse massiv auf die Ausbreitung des Coronavirus und kennen nur noch eine Richtung: nach unten. Wie lange wird es so weitergehen und wie sollten Anleger reagieren? Darüber spricht Stefan Riße von Acatis im ntv-Interview.

12:06 Uhr

Dax präsentiert sich erholt - dickes Plus

Dax
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Zum Abschluss einer der schwärzesten Börsenwochen ihrer Geschichte haben sich die europäischen Aktienmärkte stabilisiert. In Frankfurt legte der Dax am Mittag um 4,8 Prozent auf 9600 Punkte zu. Der EuroStoxx50 notierte 5,6 Prozent höher bei 2687 Stellen. Im Vergleich zur Vorwoche summierte sich das Dax-Minus aber auf rund 20 Prozent.

Ein Hinweis auf einen Stimmungsumschwung sei der Zuwachs vom Freitag nicht, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Möglicherweise sind die um Mitternacht in Italien und Spanien erlassenen Leerverkaufsverbote ein Warnsignal für Leerverkäufer, aus ihren Positionen auszusteigen." Beim sogenannten Short Selling leihen sich Investoren Aktien, um diese sofort zu verkaufen. Sie setzen darauf, dass sie sich bis zum Rückgabe-Termin billiger mit den Papieren eindecken können. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.

Fast alle Dax-Werte legten zu. Besonders kräftig verteuerten sich Wirecard (plus 12,8 Prozent), Lufthansa (plus 9,6 Prozent) und Deutsche Bank (plus 8,6 Prozent). Nur MTU verbilligten sich um 1,6 Prozent.

11:56 Uhr

Wirecard verschiebt Bilanz

Wirecard
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Bei Wirecard verzögert sich der Abschluss der nach Manipulationsvorwürfen angestoßenen Bilanzüberprüfung. Der Zahlungsabwickler will seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr erst am 30. April vorlegen statt wie zunächst vorgesehen am 8. April. Ursache seien unter anderem die Coronavirus-bedingten Reisebeschränkungen in Asien.

Der Großteil der Vorwürfe betrifft die Wirecard-Geschäfte im Mittleren und Fernen Osten. Beauftragt mit der Untersuchung ist die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Demnach fehlen noch die Ergebnisse für das Geschäft mit Drittfirmen, die für Wirecard Zahlungen abwickeln. An der Börse lief es für die Wirecard-Aktie bislang sehr gut - sie gewann am späten Vormittag 11,7 Prozent.

11:33 Uhr

Deutsche Börse sieht von Leerverkaufsverbot ab

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(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz der Turbulenzen an den Märkten verhängt die Deutsche Börse einem Konzernsprecher zufolge kein Leerverkaufsverbot. Nach dem Einbruch der Aktienmärkte am Donnerstag waren Spekulationen laut geworden, dass auch in Deutschland Leerverkäufe verboten werden könnten. In Spanien und Italien hatten die Finanzaufseher wegen des signifikanten Kursverfalls ein entsprechendes Verbot verhängt.

Mit Leerverkäufen wetten Anleger auf einen Kursverfall einer Aktie. Dabei verkaufen sie Wertpapiere, die sie sich zuvor gegen eine Gebühr leihen. Sinkt der Preis bis zum Rückgabe-Datum, können sie sich billiger mit den Titeln eindecken und streichen die Differenz ein. Steigt der Kurs dagegen, droht den Leerverkäufern Verlust.

10:55 Uhr

Air France-KLM zieht Milliarden-Kreditlinie

In den Tagen der Corona-Krise hat sich Air France-KLM einer revolvierenden Kreditlinie bedient. Wie der Konzern mitteilte, hat er 1,1 Milliarden Euro in Anspruch genommen und verfügt nun über eine Gesamtliquidität von 5,5 Milliarden Euro. Ein revolvierender Kredit ist im Bankwesen die Bezeichnung für Kredite, die vom Kreditnehmer bis zur maximalen Höhe einer Kreditlinie innerhalb der Kreditlaufzeit in wechselnder Höhe wiederholt in Anspruch genommen werden können, auch wenn zwischenzeitlich ganze oder teilweise Tilgungen erfolgt sind.

Die Fluggesellschaft hatte vor einigen Tagen angekündigt, im März 3600 Flüge zu streichen. Nach den von den USA verhängten Einreisebeschränkungen wird sie ihre Routen dorthin vom 14. bis zum 28. März einschränken. Wie stark die Auslastung und die Profitabilität beeinträchtigt werden, sei aktuell noch unsicher, hieß es.

10:44 Uhr

Bundestag gibt einstimmig grünes Licht für Kurzarbeit

Der Bundestag hat im Eiltempo grünes Licht für die Erleichterung von Kurzarbeit gegeben, um damit die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus abzufedern. Das Parlament verabschiedete fraktionsübergreifend und einstimmig in einem Durchgang ein Gesetz, mit dem die Bundesregierung ermächtigt wird, per Verordnung den Zugang zur Kurzarbeit zu erleichtern und die Kosten für Unternehmen zu senken.

Die Verordnung mit den konkreten Regeln soll von der Bundesregierung am kommenden Mittwoch oder in der Woche darauf beschlossen werden. Der Bundesrat soll dem Gesetz noch im Laufe des Tages zustimmen, so dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier es noch heute unterschreiben kann.

10:28 Uhr

Sandra Navidi: "US-Wirtschaft macht Vollbremsung ohne Sicherheitsgurt"

US-Präsident Trump identifiziert Europa als Schuldigen der Coronavirus-Pandemie und verhängt für 30 Tage ein Einreiseverbot für Europäer. Die US-Wirtschaft kann das nicht beruhigen, das Risiko einer Rezession steigt. Welche Maßnahmen nun notwendig sind, erklärt Sandra Navidi von Beyond Global.

10:22 Uhr

Dax behauptet sich im Plus - Fed-Spritze wirkt noch

Der Handel am deutschen Aktienmarkt ist bislang in etwas ruhigeren Bahnen verlaufen. Zwar wurde ein Teil der Gewinne wieder abgegeben, allerdings notierten die Indizes am Vormittag weiter im Plus. Daran hat auch die gewaltige Finanzspritze der US-Notenbank Fed ihren Anteil. Die New Yorker Fed-Filiale kündigte an, diese Woche insgesamt 1,5 Billionen Dollar an Liquidität für US-Banken zur Verfügung zu stellen. Außerdem werde sie im Rahmen ihrer monatlichen Wertpapierkäufe eine breite Palette von Staatstiteln erwerben.

Der Dax stieg um 1,5 Prozent auf 9310 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 2,1 Prozent höher  bei 2599 Stellen.

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09:53 Uhr

Zahl der deutschen Insolvenzen fällt auf Tiefststand seit 1999

Der Schriftzug "Wir Schliessen" steht hinter einem Rollgitter an einem geschlossenen Geschäft. Foto: Martin Gerten/dpa/Symbolbild

(Foto: Martin Gerten/dpa/Symbolbild)

Hier einmal eine gute Nachricht: Im vergangenen Jahr mussten in Deutschland so wenige Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 1999 nicht mehr. Dank des langen Wirtschaftsaufschwungs und günstiger Kredite ging die Zahl der beantragten Insolvenzen um 2,9 Prozent zurück auf 18.749. Das war ein Minus von 2,9 Prozent gemessen am Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Behörde sprach von einem Tiefstand seit Einführung der Insolvenzordnung 1999. Einen Anstieg der Firmenpleiten hatte es zuletzt 2009 gegeben nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.

Die voraussichtlichen Forderungen aus den Insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für 2019 auf knapp 26,8 Milliarden Euro - deutlich mehr als im Vorjahr (21 Milliarden Euro). Das lag an der Zahl großer Firmenpleiten - etwa des Reisekonzern Thomas Cook und der Modefirma Gerry Weber.

09:41 Uhr

RTL Group 2019 mit Rekordumsatz

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(Foto: imago/Horst Galuschka)

Die Digitalerlöse und ein starkes Produktionsgeschäft haben der RTL Group, zu der auch ntv gehört, im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz beschert. Der operative Gewinn stagnierte wegen Investitionen in Programminhalte und ins Streaming-Angebot. Die Aktionäre, allen voran der Medienkonzern Bertelsmann mit seiner Beteiligung von 76,3 Prozent, sollen für das Geschäftsjahr eine gleichbleibende Dividende von 4 Euro bekommen.

Im laufenden Jahr rechnet RTL - ohne Berücksichtigung der Corona-Folgen - wegen Anlaufverlusten für neue Streaming-Dienste mit einem rückläufigen operativen Gewinn bei steigenden Erlösen.
Es sei noch zu früh, die Auswirkungen der Corona-Krise für RTL zu quantifizieren, hieß es. Allerdings registriere man die ersten Stornierungen für Werbebuchungen und Auswirkungen auf Produktionen.

Im vergangenen Jahr legte der Umsatz um nominal 2,2 Prozent beziehungsweise organisch um 3,2 Prozent auf das Rekordniveau von 6,65 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (Ebita) sank um 1,3 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro und damit nicht so stark wie befürchtet. RTL selbst hatte einen Ebita-Rückgang von 2,5 bis 5 Prozent und einen organischen Umsatzanstieg von 2,5 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt. Unter dem Strich verdiente RTL mit 754 Millionen Euro knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahr, was neben dem fast stabilen operativen Ergebnis einem Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf von Universum Film und niedrigeren Abschreibungen zu verdanken war. Das Ergebnis je Aktie lag bei 4,91 Euro und damit deutlich über den Erwartungen der Analysten.

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09:21 Uhr

Außerplanmäßige Zinssenkung in Norwegen

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(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Die norwegische Notenbank hat wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie ihren Leitzins gesenkt. Er werde von 1,5 auf 1,0 Prozent zurückgenommen, teilte sie außerhalb einer regulären Zinssitzung mit. Es bestehe erhebliche Unsicherheit über die Dauer und die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs mit dem Risiko eines ausgeprägten wirtschaftlichen Abschwungs, begründete sie ihren Schritt.

Zugleich senkte die Notenbank den sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer von 2,5 auf 1,0 Prozent. Banken müssen damit weniger Vorsorge gegen Risiken treffen. Das so frei werdende Geld kann an die Wirtschaft in Form von Krediten weitergereicht werden.

09:10 Uhr

Dax startet nach gestriger Prügel Ausbruchsversuch

Dax
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Die Händler an der Frankfurter Börse können sich erst einmal die Schweißperlen von der Stirn wischen. Nach den gestrigen massiven Kurseinbrüchen wagt der deutsche Aktienmarkt einen Ausflug nach oben. Der Dax startete mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 9480 Punkte in den heutigen Handel. Der MDax legte um 3,2 Prozent auf 20.815 Zähler zu. Der TecDax gewann gar 5,1 Prozent auf 2439 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 4,0 Prozent auf 2648 Punkte nach oben.

Im Dax verteuerten sich alle 30 Werte. Besonders stark waren Wirecard mit plus 17,6 Prozent.

08:39 Uhr

Panik an Asien-Börsen - Nikkei geht arg geschwächt ins Wochenende

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(Foto: AP)

Die asiatischen Anleger sind wegen der Coronakrise in Panik. Auch die massive Geldspritze der US-Notenbank Fed und die höheren Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank konnten die Stimmung an den Märkten nicht beruhigen. In Tokio ging der Nikkei 6,1 Prozent schwächer bei 17.431 Zählern aus dem Handel - im Tagesverlauf hatte er zeitweise bis zu 10 Prozent verloren. Auf Wochensicht gab der Nikkei 16 Prozent nach - das ist der stärkste Kursrutsch seit der Finanzkrise 2008. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans fiel auf den niedrigsten Stand seit 2017. Auch in China, wo sich die Coronavirus-Lage derzeit etwas entspannt, gaben die Kurse nach.

"Panik und Angst bestimmen den Handel", sagte ein Analyst: "Es ist eine der Situationen, in der es so viel Unsicherheit gibt, dass keiner so recht weiß, was er machen soll ... Viele entscheiden sich für Flucht, wenn die Alternativen Angriff oder Flucht sind."

Nikkei
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08:27 Uhr

Ölpreise klettern nach gestrigen Verlusten

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,79

Leichte Entspannung an der Ölfront: Die Preise für das sogenannte schwarze Gold haben im frühen Handel nach deutlichen Vortagesverlusten etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 34 US-Dollar. Das waren 78 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte um 79 Cent auf 32,29 Dollar zu.

Gestern waren die Ölpreise inmitten heftiger Finanzmarktturbulenzen erneut unter Druck geraten. Die erwartete starke Abschwächung der Weltkonjunktur durch die Coronavirus-Krise dürfte die Ölnachfrage stark belasten. Zudem drückt der Preiskrieg, der vor allem zwischen Saudi-Arabien und Russland ausgetragen wird, weiter auf die Kurse. In dieser Woche sind die Ölpreise um mehr als 20 Prozent gefallen.

08:04 Uhr

Dax zum letzten Tag der schwarzen Woche schwächer erwartet

Zum Abschluss einer der schwärzesten Börsenwochen seiner Geschichte wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag etwas schwächer in den Handel starten. Am Donnerstag hatte er als Reaktion auf den überraschenden US-Einreisestopp für die meisten Europäer in der verschärften Coronavirus-Krise 12,2 Prozent auf 9161,13 Punkte verloren.

Dax
Dax 12.642,97

07:45 Uhr

Fraport rechnet mit deutlichem Gewinnrückgang

Fraport
Fraport 34,96

Die Flugstreichungen wirken sich auch auf Fraport aus: Der Frankfurter Flughafenbetreiber stellt sich wegen der Corona-Krise in diesem Jahr auf einen deutlichen Gewinnrückgang ein. "Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass sich die starken Verkehrsrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen, ohne dass wir Ausmaß und Dauer der Rückgänge verlässlich abschätzen können", sagte Vorstandschef Stefan Schulte bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Eine konkrete Prognose könne er daher derzeit nicht abgeben. Die Passagierzahl in Frankfurt werde 2020 voraussichtlich deutlich sinken. Umsatz und Gewinn dürften daher ebenfalls deutlich zurückgehen.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Fraport seinen Umsatz um 6,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) legte um 4,5 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb für die Aktionäre ein Gewinn von 421 Millionen Euro und damit elf Prozent weniger als im Vorjahr. Damals hatte ein Sonderertrag den Überschuss nach oben getrieben. Die Anteilseigner - allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt - sollen je Aktie wie im Vorjahr eine Dividende von zwei Euro erhalten. Der Vorstand will die Ausschüttung trotz des nun erwarteten Gewinneinbruchs auch für 2020 stabil halten.

07:09 Uhr

US-Notenbank reagiert mit 1,5 Billionen Dollar Finanzspritze

Dow Jones
Dow Jones 26.763,13

Die US-Notenbank (Fed) stemmt sich mit gewaltigen Finanzspritzen gegen einen Zusammenbruch der Märkte infolge der Coronavirus-Krise. Die New Yorker Fed-Filiale kündigte an, diese Woche insgesamt 1,5 Billionen Dollar an Liquidität für Banken zur Verfügung zu stellen.

Außerdem werde sie im Rahmen ihrer monatlichen Wertpapierkäufe eine breite Palette von Staatstiteln erwerben. Zugleich würden Papiere mit anderen Laufzeiten gekauft. Der Schritt signalisiert, dass die Fed früher als bislang geplant auf in Krisenzeiten eingesetzte Instrumente zurückgreifen könnte.

06:39 Uhr

Kursverfall setzt sich an Asiens Börsen fort

Die Panikstimmung an den Börsen wegen des Coronavirus hat sich in den ersten Handelsstunden am Freitag in Asien fortgesetzt. In Tokio sackte der Nikkei-Index kurzzeitig um mehr als zehn Prozent ab. Etwas später lag der japanische Leitindex bei einem Minus von acht Prozent, was 17.081,14 Punkten entsprach. In Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index um 6,2 Prozent auf 22.809,38 Punkte ab.

Nikkei
Nikkei 23.346,49

Am Vortag hatten die Sorgen wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise die Börsenkurse weltweit dramatisch einbrechen lassen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) und der US-Leitindex Dow Jones erlitten ihre stärksten Tagesverluste seit rund drei Jahrzehnten.