Montag, 11. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

"Wohlfühl"-Dax richtet sich zwischen 10.000 und 11.000 ein

Der Wochenanfang verlief für die europäischen Börsen doch etwas holprig. Die Aktienmärkte erlitten nach anfänglichen Gewinnen mit sich ausweitenden Gewinnmitnahmen Verluste. Im Handel wurde darauf verwiesen, dass die Kurse gegenüber den Fundamental-Daten zu weit enteilt seien. Es gab auch nichts grundsätzlich Neues. Insgesamt war es ein ruhiges Handelsgeschehen, weil keine wichtigen Konjunkturdaten auf der Tagesordnung standen. Auch Meldungen von Unternehmen hielten sich in Grenzen.

Wirecard
Wirecard 95,88

In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 10.825 Punkte aus dem Handel. Einem Händler zufolge fühlt sich der Leitindex derzeit "zwischen 10.000 und 11.000 Punkten wohl". Der MDax verlor 0,4 Prozent auf 23.866 Zähler. Der TecDax stieg dagegen wegen der auch dort notierten Wirecard-Aktie um 0,1 Prozent auf 2987 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,8 Prozent auf 2884 Punkte nach unten.

Der Zahlungsabwickler Wirecard ist Forderungen von Aktionären entgegengekommen. "CEO Markus Braun wird aus der Schusslinie genommen und kümmert sich zukünftig um das, was er kann", so ein Händler. James Freis, ehemals Deutsche Börse, wird künftig den wichtigen Bereich Legal und Compliance verantworten. Die Wirecard-Aktie führte mit einem satten Plus von 8,3 Prozent den Dax an. Henkel verloren nach Quartalszahlen 2,7 Prozent.

17:14 Uhr

Coronavirus beschert Rocket Internet rote Zahlen

Der Berliner Startup-Investor Rocket Internet erwartet wegen der Corona-Krise im ersten Quartal einen Verlust. Insbesondere wegen der aufgrund der Krise gesunkenen Bewertung von Unternehmensbeteiligung werde ein Minus von etwa 162 Millionen Euro anfallen, teilte das Unternehmen mit. Die kompletten Zahlen will es am 28. Mai veröffentlichen.

Rocket Internet ist an zahlreichen Start-Ups beteiligt, darunter der Online-Möbelhändler Home24 sowie der Modehändler Global Fashion Group.

16:30 Uhr

Saudis planen weitere Förderkürzung - Ölpreise erholen sich

363855ba2b4415a6d4d360d59d6b8dde.jpg

Blick auf Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.

(Foto: dpa)

Nun also doch: Saudi-Arabien hat mit der Ankündigung einer weiteren und einseitigen Kürzung der Fördermenge auf den jüngsten Verfall der Ölpreise reagiert. Mit der zusätzlichen Kürzung um eine Million Barrel (je 159 Liter) pro Tag im Juni will das Königreich die in der "Opec+" zusammengefassten Ölstaaten gemeinsam mit anderen Förderländern ermutigen, die jüngst beschlossenen Kürzungen umzusetzen, meldete Bloomberg unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Vertreter des saudischen Energieministeriums.

Nach der Veröffentlichung des Berichts drehten die Ölpreise umgehend in die Gewinnzone. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI stieg am frühen Nachmittag bis auf 25,58 Dollar je Barrel und lag damit zeitweise mehr als 7 Prozent über dem Tagestief. Auch der Preis für Brent legte zu.

16:06 Uhr

Minuszeichen an der Wall Street

130463482.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit Abgaben sind die US-Börsen in die neue Woche gestartet. Investoren bleiben mit Blick auf die weitere Entwicklung der globalen Lockerungen nach den Coronavirus-Beschränkungen zurückhaltend, zumal in den kommenden Monaten die Konjunkturdaten weiter schwach ausfallen dürften, wie es heißt. Der nicht ganz so schlimm wie befürchtet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für April sei nur ein kleiner Lichtblick gewesen, sagt ein Marktbeobachter. Die Situation in den USA rund um die Pandemie sei zudem weiter angespannt.

Der Dow-Jones-Index verlor kurz nach der Eröffnung 0,9 Prozent auf 24.104 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,8 Prozent nach, der Nasdaq-Composite büßte 0,5 Prozent ein. Wichtige Konjunkturdaten standen zu Beginn der Woche nicht auf der Agenda.

15:40 Uhr

Schweizer Bank wird abgewickelt

17504993.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Die krisengeschüttelte Schweizer Falcon Private Bank haucht ihr Leben aus. Nach einer strategischen Überprüfung habe die Gesellschaft mit ihrem Eigner Mubadala aus Abu Dhabi vereinbart, ihre Kundenbeziehungen auf ein anderes Institut zu übertragen und ihre Private-Banking-Aktivitäten einzustellen, wie der inzwischen in Falcon Private Ltd umbenannte Vermögensverwalter mitteilte.

Falcon befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über die Übertragung ihrer Kundenbeziehungen auf eine andere Schweizer Bank. Die Firma werde im Verlauf des kommenden Jahres keine Bankdienstleistungen mehr erbringen. Vorerst unterstehe Falcon weiterhin der Aufsicht der Schweizer Finanzmarktbehörde Finma.

15:22 Uhr

Justiz will Verfahren gegen Wirecard-Kritiker einstellen

8b404e9775f68c3a51abaac6b40c0382.jpg

(Foto: dpa)

Im Strafverfahren um Manipulation der Wirecard-Aktien will die Justiz einen weiteren Investor gegen eine Geldauflage vom Haken lassen. Das Amtsgericht München plant mit Zustimmung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, das Verfahren gegen den britischen Leerverkäufer und Börsenbrief-Herausgeber Fraser Perring als minderschweren Fall einzustellen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Voraussetzung sei, dass Perring einen niedrigen fünfstelligen Euro-Betrag an gemeinnützige Einrichtungen zahle.

Perring und andere Börsianer gerieten ins Visier der Finanzaufsicht Bafin und der Staatsanwaltschaft, nachdem die Wirecard-Aktie am 24. Februar 2016 um ein Viertel eingebrochen war. Denn unmittelbar zuvor hatte die von Perring betriebene Firma Zatarra Research dem Unternehmen in einer im Internet verbreiteten Analyse betrügerische Machenschaften vorgeworfen. Wirecard wies die Vorwürfe zurück. Der Kurssturz vernichtete binnen Minuten einen Börsenwert von 1,3 Milliarden Euro.

15:02 Uhr

Commerzbank bläst Verkauf der polnischen Tochter ab

05b1ba3aa8a32221caafdcfb8f8bb33b.jpg

(Foto: REUTERS)

Der Verkauf der Commerzbank-Tochter M-Bank ist vom Tisch. Im aktuell von der Corona-Krise geprägten Umfeld erscheine eine Transaktion zu attraktiven Bedingungen nicht erreichbar, teilte die Commerzbank mit. Die Bank hatte den Verkauf der M-Bank im September vergangenen Jahres als Teil ihrer neuen Strategie angekündigt.

  • "Es ist klar, dass wir ein so wertvolles Asset wie die M-Bank nur dann verkaufen, wenn die Bedingungen stimmen", sagte Finanzvorständin Bettina Orlopp laut einer Mitteilung. Das sei derzeit aber nicht möglich.
  • "Unsere starke Kapitalposition gibt uns den Spielraum, unsere Strategie 'Commerzbank 5.0' auch ohne den M-Bank-Verkauf umzusetzen und die dafür geplanten Investitionen zu tätigen."
14:36 Uhr

Dax rutscht noch mehr ab

Der deutsche Aktienmarkt hat am Nachmittag seine Verluste weiter ausgebaut. Der Dax sackte fast eine Stunde vor US-Handelsbeginn um 1,3 Prozent auf 10.766 Punkte ab. MDax und TecDax verloren etwas weniger. Der EuroStoxx50 notierte 1,4 Prozent leichter bei 2867 Stellen.

Fast alle Dax-Werte notierten im Minus. Nur Wirecard, Fresenius Medical Care und Fresenius befanden sich im grünen Bereich.

Dax
Dax 12.847,68

14:28 Uhr

Corona hat weltgrößten Hotelbetreiber im Griff

Marriott
Marriott 107,96

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben Marriott International im ersten Quartal einen Gewinn- und Umsatzrückgang beschert. Im April brachen die Erlöse deutlich ein. Ein Viertel der Marriott-Hotels sind geschlossen.

Der weltgrößte Hotelbetreiber meldete für den Zeitraum Januar bis März einen Gewinneinbruch auf 31 Millionen US-Dollar von 375 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 26 Cent. Analysten hatten 87 Cent prognostiziert. Der Konzernumsatz sank um 6,6 Prozent auf 4,68 Milliarden Dollar.

14:06 Uhr

Deutsche Bank polstert Kapital mit neuer Anleihe auf

Deutsche Bank
Deutsche Bank 8,71

Die Deutsche Bank stärkt ihre Kapitalbasis mit der Emission einer neuen Nachranganleihe. Die sogenannte Tier-2-Anleihe werde den Eigenkapitalpuffer erhöhen, teilte das Dax-Unternehmen mit. Solche Benchmark-Anleihen haben Finanzkreisen zufolge in der Regel ein Volumen von 750 Millionen Euro. Darüber hinaus kündigte das größte deutsche Geldhaus an, für 2 Milliarden Euro bestimmte Anleihen zurückzukaufen, die nicht mehr auf das Eigenkapital der Bank anrechenbar seien.

Durch die Corona-Krise ist die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank geschwächt. Vorstandschef Christian Sewing hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen angekündigt, dass die harte Kernkapitalquote vorübergehend das Ziel von mindestens 12,5 Prozent leicht unterschreiten könne.

13:42 Uhr

Mehrheit an Wella verkauft - Coty verschafft sich Luft

25b04231dc5ad00381f5cc165abca7ec.jpg

(Foto: REUTERS)

Der angeschlagene US-Kosmetikkonzern Coty hat die Mehrheit am Darmstädter Wella-Konzern an den Finanzinvestor KKR verkauft. So gehen 60 Prozent der Anteile mit verschiedenen Marken rund um Haarpflege und Schönheitsprodukte an KKR, wie das mehrheitlich von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrollierte Unternehmen in New York mitteilte.

Der gesamte Unternehmenswert inklusive Schulden liege bei rund 4,3 Milliarden US-Dollar, Coty könnten aus dem Geschäft demnach rund 3 Milliarden Dollar an Barmitteln zufließen. 40 Prozent der Anteile bleiben bei Coty, die auch für 750 Millionen Dollar eigene Aktien an KKR verkaufen und damit eine strategische Partnerschaft mit dem Finanzinvestor eingehen wollen.

13:21 Uhr

Wall Street mit leichtem Minus erwartet

imago98627298h.jpg

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Mit moderaten Verlusten dürfte die Wall Street heute in die neue Handelswoche starten. Die Investoren bleiben mit Blick auf die Entwicklung der globalen Lockerungen nach den Corona-Beschränkungen zurückhaltend, zumal in den kommenden Monaten weitere schwache Konjunkturdaten erwartet werden. Der nicht ganz so schlimm wie befürchtet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für April sei nur ein kleiner Lichtblick gewesen, so ein Marktbeobachter.

Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,6 Prozent. Wichtige Konjunkturdaten stehen zu Beginn der Woche nicht auf der Agenda. Allerdings sind die Spannungen zwischen China und den USA noch nicht ausgeräumt. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erklärt, er habe bislang noch nicht entschieden, ob er das Januar-Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern annullieren werde.

Die Aktien von Abbvie legen vorbörslich um 0,4 Prozent zu. Der Pharma-Konzern hatte mitgeteilt, dass die 62 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Allergan nun endgültig in trockenen Tüchern ist. Die Papiere von Allergan sind noch nicht aktiv.

13:09 Uhr

Türkische Lira bleibt angeschlagen - Analyst: Balance fehlt

imago91427465h.jpg

(Foto: imago images / CHROMORANGE)

Große Sorgen bereitet einmal mehr die Türkei. Das Land am Bosporus stecke genauso sehr oder wenig in einem fundamentalen Schlamassel wie vor der Disziplinierung ausländischer Banken, stellt Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank mit Blick auf den Verfall der Lira auf Rekordtiefs fest. Die Aufsicht müsse eine Balance finden. Die Regierung in Ankara müsse den Devisenmarkt überzeugen, dass die von ihr gewählte Balance richtig sei. Leider sei die Erfolgsbilanz türkischer Regulatorik in dieser Hinsicht aber wenig überzeugend.

Mit 7,0889 Lira je US-Dollar zeigt sich die Lira aktuell zum Freitagsschluss kaum verändert, aber deutlich erholt vom Rekordtief über 7,26, das sie am Donnerstag markiert hatte.

12:49 Uhr

Tui wirbt mit Hygieneplan um Gäste

Tui stellt Reisegeschäft weitgehend ein.jpg

Der Reisekonzern Tui hat ein Maßnahmenpaket für seinen Hotelbetrieb nach der Coronavirus-Pandemie erarbeitet. Der Zehn-Punkte-Plan zur Wiedereröffnung der Hotels umfasse neben Organisation, Kapazitätsplanung und Hygienemaßnahmen auch intensive Schulungen der Mitarbeiter vor Ort, teilte das Unternehmen mit. So soll unter anderem der Check-in online und damit weitestgehend kontaktlos möglich sein und die Anzahl der Gäste in den Restaurants begrenzt werden, dafür werden deren Öffnungszeiten ausgeweitet.

Die neuen Standards werden nicht nur bei den eigenen Hotelmarken wie Tui Blue, Robinson oder Tui Magic Life eingeführt, sondern auch den Joint-Venture-Partnern und Vertragshoteliers des Konzerns zur Verfügung gestellt.

12:23 Uhr

Qantas-Aussage setzt Airbus und Boeing zu

Der vorläufige Verzicht der australischen Fluggesellschaft Qantas auf die Annahme bestellter Maschinen macht Airbus und Boeing zu schaffen. Die Aktien des europäischen Flugzeugbauers fallen in Paris um etwa 4 Prozent. Sein US-Rivale Boeing büßt vorbörslich 2,4 Prozent ein.

Qantas wollte in diesem Jahr ursprünglich die ersten von insgesamt 18 A321neo und drei 787-9 im Empfang nehmen.

126690073.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

11:41 Uhr

Ifo: Corona-Krise schlägt auf deutschen Arbeitsmarkt durch

132249404.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise wird einer Umfrage zufolge in vielen Branchen Jobs kosten. Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge nicht zu verlängern, beschlossen im April bereits 58 Prozent der Betriebe in der Gastronomie, 50 Prozent in der Hotelbranche und 43 Prozent der Reisebüros, wie aus einer Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. In der Autobranche sind es demnach 39 Prozent.

  • "Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Im Schnitt hätten bereits 18 Prozent der Betriebe Stellen abgebaut.

Auch regional stellte das Ifo-Institut deutliche Unterschiede fest: Besonders viele Betriebe im traditionell industriestarken Baden-Württemberg streichen Jobs, dort sind es 22 Prozent, in Bayern sind es 20 Prozent. Besonders wenige sind es den Angaben zufolge im Saarland und in Rheinland-Pfalz mit jeweils 11 Prozent.

11:24 Uhr

Coronavirus lässt Italiens Industrie am Stock gehen

imago73818624h.jpg

Industrie am Hafen von Milazzo, Sizilien.

(Foto: imago/imagebroker)

In Italien hat die Industrie in der Corona-Pandemie ihre Produktion so stark gedrosselt wie seit mindestens 30 Jahren nicht mehr. Wegen der Kontakt- und Ausgangssperren stellten die Betriebe im März 28,4 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das nationale Statistikamt in Rom mitteilte. Das war der größte Rückgang seit Beginn der Datenerhebung 1990. Ökonomen hatten "nur" mit einem Minus von 20 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging es dann im März um 29,3 Prozent bergab - dies ist ebenfalls ein Rekordwert für die vergangenen 30 Jahre.

Italien ist in Europa neben Großbritannien und Spanien besonders stark vom Virus betroffen. Die strikten Eindämmungsmaßnahmen wurden seit dem 4. Mai leicht gelockert.

11:11 Uhr

Dax hat leichten Corona-Husten - Gold ist gefragt

Am späten Vormittag haben die Börsianer wieder kalte Füße bekommen. Es ist wohl die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle, die der Erholung der europäischen Börsen ein vorläufiges Ende bereitet hat. In Frankfurt rutschte der Dax ins Minus - er verlor 0,5 Prozent auf 10.852 Punkte. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls 0,5 Prozent auf 2894 Stellen ab.

Sorgen bereiteten Börsianern die wieder erhöhte Ansteckungsrate in Deutschland und die wieder steigenden Infektionszahlen in Südkorea. "Statt neuer Lockerungen könnten erneute Restriktionen folgen", warnte ein Analyst. Dies trieb einige Investoren in den "sicheren Hafen" Gold. Die "Antikrisen-Währung" verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1707,19 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

10:47 Uhr

Bislang kein Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland

Eine positive Nachricht gibt es hinsichtlich der Firmeninsolvenzen in Deutschland: Bis in den April hinein ist die Bundesrepublik von Corona-bedingten Unternehmenspleiten weitgehend verschont geblieben. Die Amtsgerichte meldeten für Februar 1529 Unternehmensinsolvenzen und damit 3,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Da durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie viele Betriebe in Not geraten sind, veröffentlichten die Statistiker erstmals vorläufige Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzverfahren. Deren Zahl nahm im März um 1,6 Prozent zu, während es im April einen Rückgang um 13,4 Prozent zum Vorjahresmonat gab. Den Statistikern zufolge wirkten unter anderem die Hilfen der Bundesregierung - vor allem die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.

"Geschäft geschlossen" steht an einem leer stehenden Ladengeschäft. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild

(Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild)

10:30 Uhr

Coronavirus tut Volkswagen richtig weh

d940a95d16feed874b7e9f8511812286.jpg

(Foto: dpa)

Das ist ein Schlag ins Wolfsburger Kontor: Volkswagen hat im April wegen des Stillstands in der Corona-Krise in Deutschland zwei Drittel weniger Fahrzeuge verkauft. Damit habe sich der Heimatmarkt verglichen mit anderen europäischen Ländern noch einigermaßen gut gehalten, sagte VW-Marken-Vertriebschef Jürgen Stackmann. Europaweit sei der Absatz der Marke VW um mehr als 83 Prozent eingebrochen. In den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich seien im vergangenen Monat fast gar keine Autos verkauft worden.

In den USA schlug VW 35 Prozent weniger Fahrzeuge los als im Vorjahresmonat. In China sanken die Verkäufe - nach starken Rückgängen in den Monaten davor - im April nur noch um 2,5 Prozent. Die VW-Aktie verteuerte sich am Vormittag um 0,8 Prozent.

Mehr dazu lesen Sie hier.
10:22 Uhr

Britische Airlines unter massivem Druck

Negativ vor allem für die britischen Fluglinien wird gewertet, dass die Regierung von Premierminister Boris Johnson eine 14-tägige Quarantäne für ankommende Reisende einführen will. Die Initiative der Regierung wird nach Einschätzung von Analysten zwei bedeutende Konsequenzen für die dortige Luftfahrtindustrie haben. Der hohe monatliche Kapitalverzehr werde bis in den Sommer hinein andauern, zudem dürften die Forderungen nach sofortigen Barerstattungen an die Verbraucher lauter werden.

So rechnen die Analysten der Citigroup damit, dass Easyjet einen Finanzbedarf zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Pfund hätte, der Eigentümer von British Airways, die IAG, müsse möglicherweise ebenfalls Mittel aufbringen. Die Easyjet-Aktien fielen im frühen Handel um 7,6, Ryanair um 4,6 und IAG um 3 Prozent.

10:07 Uhr

Saudi-Arabiens Börse wegen Steuererhöhungen im Minus

Die Ankündigung einer Mehrwertsteuer-Erhöhung und von Haushaltseinsparungen in Saudi-Arabien schickte die dortige Börse auf Talfahrt. Der Leitindex Tadawul rutscht um 2,6 Prozent ab.

2014-11-12T000000Z_356543491_GM1EABC1N9W01_RTRMADP_3_NATIONL-COMML-BK-LISTING-STOCKS.JPG

(Foto: REUTERS)

Das Königreich leidet wegen des Ölpreis-Verfalls unter massiven Einnahme-Einbußen. Seit Anfang März hat sich der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee unter anderem wegen des Nachfrage-Einbruchs durch die Coronavirus-Pandemie um etwa 40 Prozent auf derzeit 30,47 US-Dollar je Barrel verringert.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:47 Uhr

Corona-Pandemie belastet Henkels Klebstoff-Geschäft

99997383.jpg

(Foto: picture alliance / Jan-Philipp S)

Der Konsumgüterkonzern Henkel bekommt die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Vor allem das Geschäft der wichtigen Klebstoff-Sparte brach im ersten Quartal ein, wichtige Abnehmerindustrien wie die Autobranche sind in der Krise. Das Geschäft mit Waschmitteln brummte dagegen. Insgesamt ging der Umsatz der Düsseldorfer im ersten Quartal organisch um 0,9 Prozent zurück, nominal schrumpften die Erlöse um 0,8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

In der größten Henkel-Sparte, dem Geschäft mit Klebstoffen, sank der Umsatz um 4,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Bei Kosmetikprodukten schrumpften die Erlöse um 2,6 Prozent. Bei Waschmitteln verbuchten die Düsseldorfer dagegen ein Umsatzplus von 5,3 Prozent. Henkel hatte bereits Anfang April die Prognose für das laufende Geschäftsjahr über Bord geworfen. Die Henkel-Aktie legte um 0,4 Prozent zu.

09:37 Uhr

Macht von Wirecard-Boss beschnitten - Aktie im Höhenflug

Wirecard
Wirecard 95,88

Nach dem Vorstandsumbau bei Wirecard decken sich Anleger mit Aktien des Zahlungsabwicklers ein. Die Titel sprangen zeitweise um 12 Prozent in die Höhe.

  • "Die ergriffenen Maßnahmen sind ein Schritt nach vorne beim Wiederaufbau von Vertrauen", sagte Analyst Simon Bentlage von der Bank Hauck & Aufhäuser. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Er bewertete es positiv, dass der langjährige Wirecard-Chef Markus Braun die Verantwortung für Kommunikation an seinen Finanzchef abgibt, aber als Kopf der Firma weiterhin die Strategie vorantreiben soll.

Andere Börsianer warnten dagegen vor zu vielen Vorschusslorbeeren.

  • "Man muss jetzt erst einmal abwarten, ob das nur ein Short-Squeeze von kurzfristigen Anlegern ist oder ob das Vertrauen bei langfristig orientierten Investoren zurückkommt", sagte ein Händler.

Der seit Jahresanfang amtierende Wirecard-Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann hatte am Freitag Konsequenzen aus den jüngsten Kursstürzen und einer missglückten Kommunikation rund um die Sonderprüfung durch KPMG gezogen und die Macht von Braun beschnitten. Zudem berief der Konzern James Freis zum Vorstand für Rechtsfragen und die Einhaltung von Verhaltensregeln. Großaktionäre wie die Fondsgesellschaft Deka fordern dennoch den kompletten Rückzug Brauns.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:22 Uhr

Tiefrote Zahlen erwartet - Bund will die Deutsche Bahn stützen

Die Deutsche Bahn muss sich auf eine längere Durststrecke einstellen. Es wird wohl mehrere Jahre dauern, bis sich im Fernverkehr die durch die Corona-Krise stark gesunkenen Fahrgastzahlen erholen. Das macht sich nun auch in der Kasse bemerkbar. Der Staatskonzern rechnet mit einem Milliardenverlust.

09:08 Uhr

Dax nähert sich der 11.000-Punkte-Marke

Dax
Dax 12.847,68

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Der Dax näherte sich in den ersten Handelsminuten weiter der 11.000er-Marke und legte um 0,4 Prozent auf 10.948 Punkte zu. Der MDax kletterte um 0,6 Prozent auf 24.113 Zähler, der TecDax um 1,2 Prozent auf 3019 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,3 Prozent auf 2920 Punkte hoch.

Einsam an der Dax-Spitze war die zuletzt arg gebeutelte Wirecard-Aktie mit plus 8,8 Prozent. Stark präsentierten sich auch Fresenius mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent.

08:45 Uhr

Börsen in Tokio und Hongkong mit klarem Plus

In der Hoffnung auf eine rasche Normalisierung der Wirtschaft steigen Anleger in die asiatischen Aktienmärkte ein. Genährt wurde der Optimismus von der Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in mehreren Ländern. Der japanische Nikkei-Index legte 1,1 Prozent auf 20.411 Punkte zu, die Börse Hongkong 1,4 Prozent auf 24.567 Zähler. Der Aktienmarkt im chinesischen Shanghai kam dagegen kaum vom Fleck.

Zu den Favoriten am japanischen Aktienmarkt zählte der Chipindustrie-Zulieferer Sumco mit einem Kursplus von knapp sechs Prozent. Der operative Gewinn brach zwar um mehr als 40 Prozent ein. Er sei aber besser ausgefallen als erwartet, schrieb ein Analyst.

08:29 Uhr

Bitcoin-Kurs bricht ein - "Halving" im Blick

128266477.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Unmittelbar vor dem "Halving" machen viele Bitcoin-Anleger Kasse. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise brach im frühen Handel um 15 Prozent auf 8494,72 US-Dollar ein.

Mit "Halving" bezeichnen Experten die automatische Halbierung der Bitcoin-Menge, die in einem bestimmten Zeitraum durch "Schürfen" neu geschaffen werden kann und Inflation verhindern soll.

07:56 Uhr

Ölpreise ächzen weiter unter schwacher Nachfrage

Die Ölpreise geben leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 30,68 US-Dollar. Das waren 30 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 15 Cent auf 24,59 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,07

Nach Entspannungssignalen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China in der Vorwoche verwiesen Marktbeobachter auf die immer noch schwache Nachfrage nach Rohöl auf dem Weltmarkt und die Sorge vor erneut steigenden Fallzahlen in der Corona-Krise. In China sanken allerdings zuletzt die Lagerbestände an Rohöl, was eine weitere Nachfrageerholung andeutet.

Die Belastungen in Folge der Corona-Krise und des Preiskriegs beim Öl zwangen Saudi-Arabien zuletzt zu Sparmaßnahmen. Neben einer Leistungskürzung für Staatsbedienstete gab die Regierung bekannt, die Mehrwertsteuer von aktuell 5 Prozent zu verdreifachen.

07:37 Uhr

Dax setzt zum Sprung über 11.000er-Marke an

Zum Auftakt der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Freitag war er 1,4 Prozent im Plus bei 10.904 Punkten aus dem Handel gegangen, obwohl im April die US-Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gestiegen ist. Heute dürfte der deutsche Aktienindex die 11.000er-Marke wieder überwinden.

Dax
Dax 12.847,68

Die Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in mehreren Ländern prägt weiterhin die Stimmung an der Börse. "Dax und MDax haben noch Kurspotenzial", sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. Gestützt wird die Stimmung von den günstigen Vorlagen aus Asien.

Daneben hält eine erneute Flut von Firmenbilanzen Investoren auf Trab: So legt der Dax-Konzern Henkel Zahlen vor. Zudem geben LEG Immobilien und Carl Zeiss Meditec Einblick in ihre Bücher.

07:28 Uhr

Euro kommt nicht in Schwung

Der Kurs des Euro bewegt sich nur wenig. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0846 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,0843 Dollar festgesetzt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Damit hielten sich die Reaktionen am Devisenmarkt nach schlechten Arbeitsmarktdaten aus den USA vom vergangenen Freitag weiter in Grenzen. In den USA war die Zahl der Beschäftigten im April wegen der Corona-Krise im Rekordtempo gefallen.

Marktbeobachter sprachen von einer etwas verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten zum Wochenauftakt. Sie verwiesen auf Aussagen der chinesischen Notenbank, die in einem am Wochenende veröffentlichten Bericht weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise in Aussicht gestellt hatte. Nach den Aussagen machten Anleger einen Bogen um den japanischen Yen, der als vergleichsweise sichere Anlage in Krisenzeiten gilt.

07:02 Uhr

Weltweite Lockerungen beflügeln Asien-Märkte

Die asiatischen Börsen starten mit Schwung in die neue Woche. Die langsamen Lockerungen weiterer Länder hob die Stimmung der Anleger, obwohl einige Staaten mit einem Anstieg neuer Coronavirus-Fälle zu kämpfen haben.

Nikkei
Nikkei 22.863,73

Die Börse in Tokio zeigt sich zunächst stärker als in der Vorwoche: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 20.467 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1480 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,4 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 106,82 Yen und legte 0,1 Prozent auf 7,0777 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9701 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,0846 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0524 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,2424 Dollar.