Montag, 07. März 2022Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:40 Uhr

Dax fällt auf 12.439 – und kämpft

12.439 Punkte: Bis auf dieses Tagestief ist der Dax zum Start in die neue Handelswoche abgerutscht. Zum Vergleich: Am Freitag hatte er sich noch mit 13.095 Zählern ins Wochenende verabschiedet. Der Grund für den Ausverkauf: explodierende Energiepreise, befeuert von Spekulationen über Energiesanktionen gegen das in der Ukraine Krieg führende Russland.

Ein Zwischenhoch führt den Dax am Nachmittag sogar ins Plus und auf ein Tageshoch von 13.150 Stellen. Dass der Dax am Ende mit einem Abschlag von 2,0 Prozent und einem Stand von 12.835 Stellen schließt, lässt dennoch hoffen, dass sich der Leitindex an einer Bodenbildung versucht. Ein geringes Minus an den US-Börsen und wieder leicht zurückkommende Rohstoffpreise stützen im späten Handel. Wieder aufgenommene Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine helfen ebenso.

"Das Dax-Minus ist groß gewesen, aber er konnte sich am Ende auch ein erhebliches Stück von seinen Tiefständen wieder erholen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Die Börsen schauen immer ein stückweit voraus: Was bedeutet der russische Krieg in der Ukraine für deutsche Unternehmen? Für die deutsche Wirtschaft?", so Marggraf weiter. "Droht eine Rohstoffkrise und damit ein Ende der wirtschaftlichen Erholung hierzulande und in Europa? Oder gar eine Rezession? Diese Fragen beschäftigen die Anleger zum Wochenstart", unterstreicht Marggraf.


Bei den Einzelwerten gehören Finanzwerte erneut zu den Verlierern. Deutsche-Bank-Titel, die bereits in der Vorwoche deutliche Verluste hatten hinnehmen müssen, fallen zeitweise bis auf 8,16 Euro. Am Ende schließen die Papiere wieder nahe der Neun-Euro-Marke nur knapp drei Prozent im Minus. Deutlich größer fallen die Abschläge bei Hellofresh, Volkswagen und Porsche aus: Die Anteilsscheine der drei Dax-Konzerne büßen teilweise deutlich mehr als fünf Prozent ein. Auf der Gewinnerliste notieren dagegen Siemens Energy mit rund 2,5 Prozent fester. Papiere der Mutter Siemens gewinnen mehr als ein Prozent.


Dax
Dax 15.128,27

VW Vorzüge
VW Vorzüge 126,94
Siemens Energy
Siemens Energy 18,40

 

17:26 Uhr

Run auf Rohstoffe?

Der Run auf Rohstoffe im Zuge der Diskussion um ein Verbot russischer Energie-Lieferungen ebbt ab. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee liegt bei je 120 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem er ein 13-1/2-Jahres-Hoch von 139,13 Dollar erklommen hatte. Der europäische Erdgaspreis entfernt sich von seinem Rekordhoch von 335 Euro je Megawattstunde und notiert bei 256 Euro. Die Preise für Gold und Silber notieren mittlerweile im Minus. Palladium verliert mehr als drei Prozent auf 2910 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), nachdem es zuvor auf ein Rekordhoch von 3440,76 Dollar gestiegen war. Auch der Weizenpreis gibt nach dem Sprung auf ein Allzeithoch Gewinne ab. Der europäische Future steht noch acht Prozent höher bei 401 Euro je Tonne.

Gold in USD
Gold in USD 1.929,52
Brent Rohöl
Brent Rohöl 84,48

 

17:14 Uhr

Nickel mit historischem Preissprung

Spekulationen auf den Ausfall russischer Lieferungen bescheren Nickel den größten Kurssprung seiner Geschichte. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Metall verteuert sich um fast 31 Prozent und notiert mit 37.800 Dollar je Tonne so hoch wie zuletzt vor fast 15 Jahren. "Das Angebot war ohnehin schon knapp", sagt Kunal Sawhney, Chef des Research-Hauses Kalkine. "Wenn ein großer Lieferant ausfällt, löst das einen Kaskadeneffekt aus."

17:03 Uhr

Euro erstmals seit 2015 unter Parität

Erstmals seit über sieben Jahren und der Freigabe des Wechselkurses durch die Schweizer Nationalbank (SNB) kostete der Euro am frühen Montag weniger als einen Franken, im Tief 0,9976. Aktuell geht der Euro wieder leicht erholt mit 1,0028 Franken um. Hintergrund ist die Flucht der Anleger in sichere Häfen, zu denen am Devisenmarkt der Franken gehört - in erster Linie neben dem Yen und dem US-Dollar. Zu Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine kostete der Euro noch rund 1,04 Franken.

Euro / Schweizer Franken
Euro / Schweizer Franken 1,00

Andréa Maechler aus dem Direktorium der Schweizer Nationalbank (SNB) habe am Wochenende "recht unverhohlen" dem Markt gedroht, dass die SNB gegen die Stärke des Franken intervenieren könnte, stellt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann fest und fragt: "Wer weiß, wo der Kurs sonst gelandet wäre?"

Maechler habe damit Klarheit geschaffen, denn es gebe auch Argumente gegen den Interventionswillen der SNB. Die Inflationsdaten für Februar hätten massiv auf der Oberseite überrascht, so der Analyst dazu.

Franken / Euro
Franken / Euro 1,00

Es sei nicht nur eine Frage der Wechselkursniveaus. Es gehe auch darum, dass Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkauften oder die gegen Importe konkurrieren müssten, Zeit gegeben werde, sich an neue Wechselkursniveaus anzupassen. Ein stärkerer Franken sei ohnehin schon eine Belastung für die Schweizer Konjunktur.

Daher sei verständlich, dass Maechler klargestellt habe, dass die jüngste Geschwindigkeit der Franken-Aufwertung zu hoch war. Das werde zwar nicht verhindern, dass der Franken weiter aufwerte, wenn die Argumente dafür bestehen blieben. Aber zumindest schlügen solche Faktoren dann nur noch gedämpft auf den Wechselkurs durch.

16:44 Uhr

Eingestelltes Russland-Geschäft belastet diese US-Branche

Aktien von US-Zahlungsabwicklern geraten nach der Einstellung des Geschäftes in Russland unter Druck. Titel des Kreditkartenanbieters American Express verlieren 2,6 Prozent. Visa, Mastercard und Paypal fallen zwischen ein und zwei Prozent, nachdem sich die Firmen aufgrund des Krieges gegen die Ukraine zurückgezogen haben.

Visa
Visa 229,37

Mastercard
Mastercard 343,05
American Express
American Express 159,12

 

16:30 Uhr

Rezessionsängste lassen Bank-Aktien einbrechen

Aus Furcht vor enttäuschenden Geschäften bei einer Rezession im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg werfen Anleger Finanzwerte in hohem Bogen aus ihren Depots. Der Index für die Banken der Eurozone fällt zeitweise fast zehn Prozent, so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash vom März 2020. Besonders hart trifft es Institute mit einem großen Russland-Engagement. Die Titel der Raiffeisen Bank, der Société Générale (SocGen) und der HypoVereinsbank-Mutter Unicredit verbuchen jeweils zweistellige prozentuale Kursverluste.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 12,21
Commerzbank
Commerzbank 10,46

16:13 Uhr

Inflationssorgen belasten US-Börsen

Konjunktursorgen im Zuge der Preisexplosion bei Öl und anderen Rohstoffen haben die US-Börsen gebremst. Der Dow-Jones-Index notiert 0,9 Prozent tiefer bei 33.322 Punkten. Der S&P-500 verliert 0,7 Prozent auf 4298 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt 0,5 Prozent auf 13.252 Punkte ab.

Wegen der Embargo-Diskussion um russische Energielieferungen war der Ölpreis bis auf ein 13-1/2-Jahres-Hoch gestiegen, was die Nervosität der Anleger schürte. "Wenn Sie die Kombination der Auswirkungen der Covid-Pandemie, der erhöhten Inflation und der Situation in Russland haben, ist dies der Grund für die erhöhte Volatilität", sagte Greg Bassuk, Investmentexperte von AXS Investments. "Wir sind sehr optimistisch in Bezug auf Aktien, aber wir warnen die Anleger, sich auf einen wilden Ritt in den nächsten Wochen einzustellen."

Erneut legen sich Anleger Titel von Rüstungskonzernen in die Depots. L3Harris Technologies, Northrop Grumman und Lockheed Martin gewannen zwischen ein und zwei Prozent.

16:02 Uhr

Europäischer Weizenpreis erneut auf Rekordhoch

Der Höhenflug des Weizenpreises geht weiter. Der europäische Future steigt um elf Prozent auf ein Rekordhoch von 412,50 Euro je Tonne. "So lange die Kämpfe in der Ukraine nicht enden, ist eine Wiederaufnahme der Exporte aus Russland und der Ukraine nicht zu erwarten", sagt ein Börsianer. Da die Abnehmer nun verzweifelt auf der Suche nach anderen Quellen seien, drohten Ausfuhr-Beschränkungen anderer Produzenten. Ungarn hat Weizen-Exporte bereits mit sofortiger Wirkung verboten.

15:42 Uhr

Minenkonzern-Kurs steigt 725 Prozent

Ein außergewöhnlicher Kurssprung bei Polymetal ruft die LSE auf den Plan. Der Londoner Börsenbetreiber prüft nach eigenen Angaben eine Stornierung einiger Order, die dem in Russland aktiven Bergbaukonzern ein Kursplus von 725 Prozent auf 1400 Pence bescheren. In den vergangenen beiden Wochen waren die Titel wegen möglicher westlicher Sanktionen im Zusammengang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine um mehr als 80 Prozent auf ein Rekordtief von 166,3 Pence gefallen.

15:05 Uhr

Eon-Kurs rutscht ab

Für die Aktien von Eon geht es zeitweise gut acht Prozent nach unten. Aktuell wird auf politischer Ebene angefangen darüber nachzudenken, die gegenüber Russland verhängten Sanktionen auszuweiten und die Gas- und Ölimporte aus Russland mit einem Embargo zu belegen. "Eine erhebliche Verknappung der Gaslieferungen würde auch das Geschäftsmodell von Eon zumindest teilweise in Frage stellen", hieß es am Freitag in einer Research-Note von den Metzler-Analysten. Eon beziehe das Gas, das es an seine Kunden verkauft, von einer großen Zahl von Gashändlern. Es ist nicht bekannt, wie diese ihre Lieferungen bezögen.

Schon seit Tagen steht auch die Aktie von Uniper unter Abgabedruck, aktuell verliert sie knapp 7 Prozent. Auch Uniper werde von möglichen Lieferunterbrechungen aus Russland durch westliche Sanktionen betroffen sein, hieß es hier von den Analysten von Bernstein bereits in der Vorwoche. Zu den Verbindungen des deutschen Energieversorgers nach Russland gehörten der Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken durch seine börsennotierte Tochtergesellschaft Unipro, langfristige Beschaffungsverträge und die finanzielle Beteiligung am Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Eon
Eon 9,97

14:46 Uhr

Energiepreis-Anstieg gibt Ökostromfirmen Rückenwind

In der Hoffnung auf einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien steigen Anleger bei Aktien der Branche ein. Die Titel der Windkraftanlagen-Bauer Nordex, Vestas und Siemens Gamesa steigen um bis zu sechs Prozent. Die Papiere der Solarfirma SMA Solar gewinnen mehr als zehn Prozent. Befeuert wird die Rally von der Diskussion um ein Embargo russischer Öl- und Gaslieferungen nach Europa.

Vestas
Vestas 26,22
Nordex
Nordex 13,93

 

14:29 Uhr

Strom- und Gasversorger drehen an der Preisschraube

Die Strom- und Gaskunden in Deutschland müssen sich angesichts der Ausschläge an den Großhandelsmärkten im Zuge des Ukraine-Kriegs auf weiter hohe Preise einstellen. Seit dem vergangenen Sommer hätten Gasgrundversorger in 1374 Fällen ihre Preise angehoben oder dies angekündigt, teilt das Vergleichsportal Check24 mit. Im Durchschnitt lägen die Aufschläge bei 56,5 Prozent. Betroffen seien gut 4,1 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 864 Euro pro Jahr. 455 Anbieter hätten die Preise ausschließlich für Neukunden im Schnitt um gut 127 Prozent angehoben.

Verbraucher hätten in diesem Winter eine bislang einzigartige Welle an Gaspreiserhöhungen erlebt, erklärte der Geschäftsführer Energie bei Check24, Steffen Suttner. "Zum Teil haben Versorger mehrfach Preise nach oben angepasst." Diese Aufschläge seien vor allem auf die stark gestiegenen Einkaufspreise zurückzuführen. "Durch den Russland-Ukraine-Krieg sind auch weitere Preissteigerungen möglich."

13:50 Uhr

Wirkt sich der Krieg in der Ukraine auf die Reiselust aus?

Der Reisekonzern Tui Deutschland hat bislang keinen Rückgang bei Urlaubsbuchungen durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges Ende Februar beobachtet. "Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Krieg in der Ukraine Einfluss haben wird", sagte Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert. "Aktuell können wir keine Veränderung des Buchungsverhaltens sehen. Aber es ist auch noch ein bisschen früh." Aktien des Tui-Konzerns geben mehr als neun Prozent nach.

Tui
Tui 1,91

13:32 Uhr

Gold klettert weiter: Rekordpreis in Euro

Die weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs treibt den Goldpreis weiter an. In Dollar gemessen stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) erstmals seit dem Sommer 2020 auf mehr als 2000 Dollar - zumindest zeitweise. Zuletzt lag der Kurs wieder etwas darunter, aber mit 1997 Dollar immer noch etwas mehr als ein Prozent über dem Niveau vom Freitag. Zum Rekordhoch von etwas mehr als 2075 Dollar je Feinunze fehlen allerdings noch knapp vier Prozent. In Euro gemessen ist Gold wegen der gleichzeitigen Schwäche der Gemeinschaftswährung bereits so teuer wie noch nie.

Gold ist bereits seit einigen Wochen gefragt, als sich eine immer weitere Verschärfung der Ukraine-Krise abgezeichnet hatte. Der Kursanstieg hat sich dann mit der Invasion Russlands in die Ukraine am 24. Februar beschleunigt - seitdem beläuft sich das Plus beim Dollar-Kurs auf knapp fünf Prozent; seit Jahresanfang sind es rund neun Prozent.

Gold in USD
Gold in USD 1.929,52
Gold in Euro
Gold in Euro 1.777,43

 

13:09 Uhr

Ölpreisschock setzt Wall Street zu

Die Baisse an den globalen Börsen im Zuge des Ukraine-Krieges dürfte auch vor der Wall Street nicht Halt machen. Damit dürfte sich die Abwärtsdynamik vom Wochenschluss an den US-Börsen verstärken. Gesucht sind vermeintlich sichere Häfen, wie zum Beispiel Gold. Die Analysten der Citigroup haben infolge der Baisse ihr Jahresendziel für den S&P-500 auf 4.700 von zuvor 5.100 Punkten gesenkt.

Händler sprechen von einem Ölpreisschock angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach einem Importstopp russischen Öls und Erdgases im Westen. Laut US-Außenminister Anthony Blinken prüfen die USA und ihre Verbündeten einen Boykott russischer Erdölimporte. Bislang ist der Energiebereich von den Sanktionen noch weitgehend unberührt. Russland steht für 45 Prozent der europäischen Gasimporte, wie aus Daten der Internationalen Energie-Agentur hervorgeht.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 78,61

Der Preis der Nordseesorte Brent schoss mit der Debatte um einen russischen Erdölboykott um rund 10 Prozent bis auf 139 US-Dollar pro Fass in die Höhe - aktuell wird das Barrel mit 125 Dollar gehandelt. Ein Einlenken des russischen Aggressors in der Ukraine ist aber nicht zu beobachten. Die russische Armee setzt ihre Angriffe auf Städte in der Ukraine unvermindert fort. Analyst Massimo Bonisoli von Equita sagt, russisches Erdöl sei schwer zu ersetzen. "Die galoppierenden Rohstoffpreise werden natürlich die Wirtschaft unter Druck setzen", ergänzt Aktienstratege Peter Garnry von Saxo Bank mit Verweis auf die bereits bestehende hohe Inflation.

12:52 Uhr

Einstieg von Milliardär beflügelt diese Aktie

Die Hoffnung auf frischen Wind bei Bed, Bath & Beyond beschert dem Anbieter von Heimtextilien einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien steigen im vorbörslichen US-Geschäft um fast 50 Prozent. Am Wochenende hatte Milliardär Ryan Cohen, Gründer des Haustierbedarf-Händlers Chewy und Verwaltungsratschef des Videospiele-Händlers GameStop, eine Beteiligung von knapp zehn Prozent an Bed, Bath & Beyond öffentlich gemacht. Cohen kritisiert fehlende Initiativen zur Rückeroberung von Marktanteilen und aus seiner Sicht überzogene Manager-Gehälter. Er bringt auch den Verkauf von Geschäftsteilen oder des gesamten Unternehmens ins Gespräch.

Bed Bath Beyond
Bed Bath Beyond 2,42

12:38 Uhr

Palladium winkt Rekord-Tagesplus

Spekulationen auf ein Aus für russische Exporte treibt den Preis für Palladium. Das für Autokatalysatoren benötigte Edelmetall steigt um fast 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 3440,76 Dollar je Feinunze und steuert auf den drittgrößten Tagesgewinn seiner Geschichte zu. Im Gegenzug fällt der europäische Automobil-Index um 7,5 Prozent, so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash im März 2020.

11:52 Uhr

Chinas Exportmotor brummt - Ukraine-Krieg aber großer Unsicherheitsfaktor

Chinas Exportmotor hat in den ersten beiden Monaten des Jahres ein überraschend hohes Tempo angeschlagen. Trotz des Neujahrsfests legten die Ausfuhren laut offiziellen Angaben im Zeitraum Januar und Februar um 16,3 Prozent zum Vorjahr zu. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Plus von 15,0 Prozent gerechnet, nach einem Zuwachs von 20,9 Prozent im Dezember. Die Zollbehörden hatten die Daten für beide Monate zusammen veröffentlicht, um statistische Verzerrungen wegen des eine Woche dauernden Neujahrsfestes zu vermeiden.

Das Fest drückt die Produktionen in den Fabriken normalerweise, da viele Arbeiter dafür in ihre Heimatorte zurückkehren. Doch in diesem Jahr ließen viele Chinesen wie bereits in den Vorjahren den Heimatbesuch wegen der Corona-Pandemie ausfallen, womit die Produktion in den Werken vielerorts aufrecht erhalten wurde.

11:22 Uhr

Mercks Pigmentgeschäft steuert auf Verkauf zu

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck könnte sich einem Zeitungsbericht zufolge von seinem Geschäft mit Pigmenten trennen. Merck bereite den Bereich auf einen Verkauf vor, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise. Das Geschäft mit den Färbestoffen könnte dem Blatt zufolge mit knapp einer Milliarde Euro bewertet werden. Die Produkte kommen etwa in Autolacken oder Kosmetikprodukten zum Einsatz. Von Merck war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Merck KGaA
Merck KGaA 191,05

11:01 Uhr

Erneuter Tiefschlag für den Rubel

Der drohende Wegfall von Einnahmen aus Rohstoff-Exporten versetzt der russischen Währung Rubel einen erneuten Schlag. Im Gegenzug steigt der Dollar um 8,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 131,50 Rubel.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,01

10:46 Uhr

UBS-Chef muss Bonus-Abstriche machen

Das Debakel um den kollabierten Hedgefonds Archegos kostet UBS-Konzernchef Ralph Hamers einen Teil seines Bonus. Hamers` Gesamtvergütung für 2021 belief sich auf 11,5 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht der Schweizer Großbank hervorgeht. Im Vorjahr hatte Hamers für seinen viermonatigen Einsatz bei der Bank 4,2 Millionen Franken erhalten. Sein Vorgänger als UBS-Chef, Sergio Ermotti, hatte eine Gesamtvergütung von 13,3 Millionen Franken eingestrichen. Der Bonus-Pool für das gesamte Unternehmen stieg um zehn Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

UBS
UBS 19,44

10:25 Uhr

Gas-Futures haussieren um 40 Prozent

Mit der an Fahrt aufnehmenden Diskussion über ein Embargo auf russische Gas- und Öllieferungen haussieren die Notierungen für Gas am Terminmarkt. So steigt der Dutch TTF Gas Future 40 Prozent auf nun 280 Euro. Der Sektor der europäischen Gas- und Ölwerte legt um 2,7 Prozent zu, der der Versorger verliert 4 Prozent.

10:10 Uhr

Einzelhandel legt guten Jahresstart hin

Die deutschen Einzelhändler sind trotz Corona-Beschränkungen mit viel Schwung ins Jahr gestartet. Ihre Einnahmen legten im Januar real - also preisbereinigt - um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent gerechnet, nach einem Minus von 4,6 Prozent im Dezember.

"Nach dem Umsatzrückgang im Dezember 2021 konnte sich der Einzelhandel somit zum Jahresbeginn trotz weiterhin geltender 2G-Regeln erholen", so das Fazit von Destatis. Mit einem realen Plus von 10,3 Prozent und einem nominalen Anstieg um 14,2 Prozent lag der Einzelhandelsumsatz im Januar auch deutlich höher als im Vorjahresmonat. Der starke Anstieg hängt laut den Wiesbadener Statistikern auch mit dem Teil-Lockdown im Januar 2021 zusammen.

09:56 Uhr

Rohstoff-Rally beflügelt Öl- und Bergbauwerte

In der Hoffnung auf sprudelnde Gewinne durch die explodierenden Rohstoffpreise steigen Anleger bei europäischen Öl- und Gasförderern sowie Bergbaufirmen ein. Die beiden Branchen-Indizes gewinnen jeweils mehr als 3,5 Prozent.

09:25 Uhr

Pilotenstreik bei Joint Venture von Lufthansa und Deutscher Post

Bei der Frachtairline Aerologic, einem Joint Venture von Lufthansa und Deutscher Post, wollen Piloten im Streit über einen Tarifvertrag die Arbeit niederlegen. Die Cockpit-Beschäftigten hätten sich in einer Urabstimmung für Arbeitskämpfe ausgesprochen, um Tarifverträge durchzusetzen, erklärte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. Der Arbeitgeber weigere sich, Tarifgespräche zu führen. Die Airline betreibt eine Flotte von 20 Flugzeugen. Die Luftfracht boomt in der Corona-Pandemie. Die eigene Frachtfluggesellschaft der Lufthansa, Lufthansa Cargo, hat im vergangenen Jahr einen operativen Rekordgewinn von fast 1,5 Milliarden Euro erzielt und war damit die Hauptstütze des Konzerns.

Lufthansa
Lufthansa 9,64
Deutsche Post
Deutsche Post 39,38

 

09:03 Uhr

Hunderte Punkte im Minus: Dax bricht erneut ein

Mit 13.095 Punkten verabschiedet sich der Dax auf Tagestief ins Wochenende. Der Freitagsabschlag: mehr als 600 Punkte oder 4,1 Prozent. Und die neue Handelswoche? Der Start gestaltet sich ebenfalls tiefrot für den deutschen Börsenleitindex. Der sackt weiter ab, rauscht deutlich unter die 13.000er-Marke, notiert erneut mehr als drei Prozent schwächer – bei etwa 12.650 Zählern. Der weiterhin andauernde Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen des Westens gegen Russland verunsichern die Anleger. Auch Energiesanktionen sind nun im Gespräch.

08:52 Uhr

Auftragsplus mit Warnhinweis für deutsche Industrie

Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn und damit mehrere Wochen vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine überraschend viele Aufträge an Land gezogen. Die Unternehmen sammelten im Januar 1,8 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Zuwachs der Bestellungen ist insbesondere auf die Auslandsaufträge zurückzuführen: Ihr Volumen stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 9,4 Prozent. Dabei nahmen die ausländischen Auftragseingänge außerhalb der Euro-Zone mit 17 Prozent deutlich zu. Die Bestellungen aus den Staaten der Währungsunion sind hingegen um 2,6 Prozent gesunken. Die Inlandsaufträge fielen um 8,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Das Bundeswirtschaftsministerium versieht die positive Nachricht vom Auftragsplus mit einem Warnhinweis: "Allerdings bergen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen enorm hohe Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Nachfrage", hieß es mit Blick auf den Krieg in der Ukraine weiter. Unsicher sei auch, inwiefern die Produzenten den hohen Auftragsbeständen angesichts von Lieferengpässen und Materialknappheiten in naher Zukunft nachkommen könnten.

08:34 Uhr

Schweizer Notenbank macht 26 Milliarden Franken Gewinn

Vor wenigen Tagen erst gab die Bundesbank bekannt, dass sie für 2021 das zweite Jahr in Folge keinen Gewinn erwirtschaftet habe und der Bundeshaushalt erneut leer ausgehe. Ganz anders bei unseren südlichen Nachbarn: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 26,3 Milliarden Franken (etwa 26,2 Mrd. Euro) abgeschlossen.

Euro / Schweizer Franken
Euro / Schweizer Franken 1,00

Dahinter standen vor allem Bewertungsgewinne auf Devisen- und Goldbeständen, wie die SNB am Montag unter Verweis auf endgültige Zahlen mitteilte. Der Gewinn auf Fremdwährungspositionen betrug demnach 25,7 Milliarden Franken. Der Goldbestand war um 0,1 Milliarden weniger wert. Die bei den Banken für Sichtguthaben bei der SNB erhobenen Gebühren brachten 1,1 Milliarden Franken ein. An Bund und Kantone will die SNB sechs Milliarden Franken auszahlen - gleich viel wie vergangenes Jahr. Die - zur Hälfte privaten - Aktionäre sollen eine Dividende von 15 Franken je Anteilsschein erhalten.

2020 hatte die SNB einen Gewinn von 20,9 Milliarden Franken ausgewiesen.

08:13 Uhr

Euro fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09

Wegen drohender wirtschaftlicher Belastungen für Europa durch den Ukraine-Krieg ziehen sich Anleger aus dem Euro zurück. Die Gemeinschaftswährung fällt um ein Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,082 Dollar. "Die kreuz und quer durch die Ukraine verlaufenden Gas-Pipelines sind ein Sinnbild dafür, wie abhängig Europa von russischen Energielieferungen ist", sagt Finanzmarkt-Experte Sean Callow von der Westpac Bank. Da sich dies nicht von heute auf morgen ändern lasse, trübten sich die Konjunkturaussichten für Europa ein.

08:59 Uhr

Kupfer, Palladium, Aluminium springen auf Allzeithochs

Nicht nur der Preis für Öl, den berühmte Schmierstoff der gesamten Weltwirtschaft, schießt infolge des Krieges und aus Angst vor einem Embargo gegen Russland in die Höhe. Bei anderen Rohstoffen spielt Russland teils eine noch wichtigere Rolle als Exporteur für den Weltmarkt. Entsprechend reagieren die Preise.

Das für Autokatalysatoren verwendete Palladium, dessen Haupt-Exporteur Russland ist, ist am Morgen mit 3173 Dollar je Feinunze so teuer wie nie. Aluminium, das im Flugzeug- und Automobilbau benötigt wird, legt 3,9 Prozent zu und ist mit 4000 Dollar je Feinunze so teuer wie nie. Gleiches gilt für Kupfer, das 1,6 Prozent auf 10.845 Dollar zulegt.

07:46 Uhr

Nach heftigem Einbruch: Dax vor weiteren Verlusten

Keine Gegenbewegung zum Kursrutsch der vergangenen Woche in Sicht: Zum Wochenauftakt wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit erneuten Abschlägen starten. Am Freitag hatte der Kampf um ein ukrainisches Atomkraftwerk die europäischen Aktienanleger in Angst und Schrecken versetzt. Der Dax war auf den tiefsten Stand seit Dezember 2020 gerauscht und ging 4,4 Prozent tiefer bei 13.094,54 Punkten aus dem Handel.

Der Ukraine-Krieg bleibt das Hauptgesprächsthema auf dem Börsenparkett. Gleichzeitig schüren die steigenden Rohstoffpreise die Inflationsangst. Die Diskussion um einen Stopp russischer Energie-Lieferungen trieb den Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee um knapp 20 Prozent auf ein 13-1/2-Jahres-Hoch von 139,13 Dollar je Barrel.

Konjunkturdaten spielen nur eine untergeordnete Rolle. Auf dem Terminplan stehen unter anderem die Auftragseingänge der deutschen Industrie. Experten erwarten für Januar ein Plus von einem Prozent. Im Vormonat hatten sie noch 2,8 Prozent zugelegt. Bei den deutschen Einzelhandelsumsätzen sagen Experten einen Zuwachs von 1,8 Prozent voraus, nach einem Minus von 5,5 Prozent im Vormonat.

07:35 Uhr

Angst vor Krieg und Crash: Gold durchbricht 2000-Dollar-Schwelle

Der Goldpreis überstieg am frühen Morgen die Schwelle von 2000 Dollar und lag damit so hoch wie seit September 2020 auf dem Höhepunkt der Covid-Krise nicht mehr.

Damit baut das Edelmetall seine Gewinne der vergangenen Woche aus. Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine stieg der Preis des Edelmetalls um rund 100 Dollar.

Angesichts der Unsicherheit durch den Krieg und insbesondere die heftigen Verluste am Aktienmarkt infolge des drastischen Ölpreisanstiegs hat Gold als sogenannter sicherer Hafen für Anleger an Attraktivität gewonnen.

07:19 Uhr

Chinas Außenhandel wächst langsamer

Das Wachstum des chinesischen Außenhandels hat sich zum Jahresbeginn abgeschwächt.

Wie die Pekinger Zollverwaltung am Montag mitteilte, legten die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft im Januar und Februar im Vorjahresvergleich um 16,3 Prozent zu. Im Dezember hatte der Exportzuwachs noch bei 20,9 Prozent gelegen. Chinas Einfuhren wuchsen mit 15,5 Prozent ebenfalls langsamer als noch im Dezember, wo ein Importplus von 19,5 Prozent erreicht worden war. Das Wachstum des Außenhandels verlangsamte sich zwar, lag aber dennoch etwas über den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Wegen der Schwankungen durch das chinesische Neujahrsfest, das immer unterschiedlich auf Januar oder Februar fällt, fasst China die Daten für die beiden Monate zusammen.

07:06 Uhr

Ölpreisschock lässt Börsen in Asien einbrechen

Das Risko eines drohenden Einfuhrverbots für russisches Öl lastet auf den Märkten in Asien. Die Gespräche zwischen USA, Europa und Japan über ein mögliches Öl-Embargo treiben die Preise. Die Sorte Brent stieg im frühen Handel um mehr als zehn Prozent und notierte zuletzt um 7,90 Dollar höher bei 126,01 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Nikkei
Nikkei 27.327,11

"Wenn der Westen den Großteil der russischen Energie-Exporte abschneidet, wäre das ein großer Schock für die Weltmärkte", sagte Ethan Harris, Chefökonom der Bank of America (BofA). Dies könnte zu einem Anstieg des Ölpreises auf bis zu 200 Dollar pro Barrel führen und das Wirtschaftswachstum weltweit drücken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 3,4 Prozent tiefer bei 25.097 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 3,1 Prozent und lag bei 1788 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,5 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 2,4 Prozent.

06:55 Uhr

Ölpreis schießt nach Embargo-Debatte in die Höhe

Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland treibt die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008. Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent um bis zu knapp 18 Prozent auf 139,13 Dollar und lag damit in der Nähe des Rekordniveaus von fast 150 Dollar aus dem Sommer 2008. Zuletzt legte der Brent-Preis knapp 11 Prozent oder 12,57 Dollar auf 130,67 Dollar zu.

Damit beschleunigte sich der Anstieg des Ölpreises der vergangenen Tage noch einmal. Seit der Invasion Russlands in die Ukraine verteuerte sich der Brent-Preis um rund ein Drittel, nachdem er bereits in den Wochen davor angezogen hatte. Seit Ende 2021 zog der Kurs um rund zwei Drittel an. Ähnlich sieht die Entwicklung beim Preis für ein Fass der US-Sorte WTI aus. Am Montag zog der WTI-Preis um gut neun Prozent oder rund 11 Dollar auf über 126 Dollar an, nachdem er zuvor erstmals seit 2008 zeitweise über der Marke von 130 Dollar gelegen hatte.

US-Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. "Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen", sagte Blinken am Sonntag.

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