Der Börsen-TagDeutsche Industrie verliert zu Jahresbeginn an Schwung
Inmitten der zweiten Corona-Welle hat die deutsche Industrie ihr hohes Wachstumstempo zu Jahresbeginn etwas verringert. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor fiel im Januar um 1,2 Punkte auf 57,1 Zähler, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilt. In einer ersten Schätzung war lediglich von 57,0 die Rede. Das Barometer hält sich damit weiterhin deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert.
Steigende Exporte und der anhaltende Bauboom hatten der deutschen Wirtschaft Ende 2020 trotz neuer Corona-Beschränkungen ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent beschert. Daran hatte auch die Industrie ihren Anteil. "Und Deutschlands Industrie blieb auch im Januar auf Wachstumskurs und leistet einen beträchtlichen Beitrag zur Konjunktur während des derzeitigen Lockdowns", sagt Markit-Experte Phil Smith. Anlass zur Sorge gäben jedoch die sich häufenden Lieferverzögerungen. Demnach führt der steigende Bedarf vieler Hersteller in Verbindung mit Rohstoffknappheit und der geringen Verfügbarkeit von Schiffscontainern zu massiven Unterbrechungen in den Lieferketten. "Dennoch, die meisten Industrieunternehmen lassen sich davon nicht aus der Bahn werfen und sind optimistisch, dass die Nachfrage im Jahresverlauf weiter anziehen wird, wie das Rekordhoch bei den Geschäftsaussichten zeigt", so Smith.