Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEZB warnt vor gestiegenen Risiken

16.11.2022, 13:27 Uhr

Der anhaltende Preisschub infolge des Ukraine-Kriegs und die sich eintrübende Konjunktur verschärfen laut EZB die Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems im Euro-Raum. "Menschen und Unternehmen spüren bereits die Auswirkungen der steigenden Inflation und der Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit", sagt EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Die Risiken für die Finanzstabilität seien gestiegen. Eine technische Rezession im Euro-Raum sei wahrscheinlicher geworden.

Volkswirte sprechen von einer technischen Rezession wenn die Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Im dritten Quartal war das Bruttoninlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Die EU-Kommission rechnet inzwischen damit, dass die Wirtschaft der Euro-Zone im Winter in die Rezession rutscht.

Die Verwundbarkeiten von Haushalten, Unternehmen und Staaten, die mehr Schulden haben, hätten zugenommen, teilten die Währungshüter mit. Sie warnten davor, dass die Firmeninsolvenzen zunehmen könnten, insbesondere bei energieintensiven Unternehmen, falls sich der Ausblick weiter verschlechtern sollte. Die hohe Inflation sowie steigende Gas- und Stromrechnungen belasteten die Haushalte. Dadurch sinke ihre Kaufkraft und womöglich auch ihre Fähigkeit zur Kreditrückzahlung. Banken könnten daher mittelfristig mit höheren Kreditverlusten konfrontiert sein. Zu den Risiken zählte die EZB auch Spannungen an den Finanzmärkten, wodurch etwa die Widerstandsfähigkeit von Fonds getestet werde.