Der Börsen-TagEin Mega-IPO greift nach den Sternen
Nach dem 2,3-Prozentplus vom Freitag hat der Dax zum gestrigen Wochenstart wieder in den Korrekturmodus geschaltet. Der Grund dafür liegt in der erneuten Schließung der Straße von Hormus und einer sich abzeichnenden Eskalation des Iran-Krieges. Der deutsche Börsenleitindex hatte gestern mit einem Abschlag von 1,2 Prozent und 24.418 Punkten geschlossen. Charttechnisch bleibt die Marke von 24.479 Zählern interessant.
Heute geht es etwa um die Konjunkturerwartungen der Börsianer, die deutsche Wirtschaft betreffend. Diese dürften im April noch pessimistischer als zuletzt ausfallen. Experten erwarten für die aktuelle Umfrage des Mannheimer ZEW unter Anlegern eine weitere Eintrübung: Das ZEW-Barometer könnte demnach auf minus 5,0 Punkte von minus 0,5 Zählern fallen. Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges waren die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten im März massiv eingebrochen.
Zudem läuft das parlamentarische Bestätigungsverfahren für den von US-Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten für den Fed-Chefposten, Kevin Warsh, an. Er muss im Bankenausschuss des Senats Rede und Antwort stehen. Trump hat Amtsinhaber Jerome Powell, dessen Mandat im Mai abläuft, immer wieder scharf kritisiert und vergeblich zu kräftigen Zinssenkungen gedrängt. Powell ist zudem im Zusammenhang mit der Renovierung der Fed-Zentrale ins Visier der Justiz geraten. Der Senat muss der Personalie Warsh zustimmen, doch das gilt als keineswegs sicher. Ein einflussreicher Abgeordneter der Republikanischen Partei Trumps hat damit gedroht, jegliche Nominierungen für die Fed zu blockieren, bis die Ermittlungen des Justizministeriums gegen Powell abgeschlossen sind.
Unternehmensseitig richtet sich der Anlegerblick in den Weltraum, denn zur Vorbereitung des geplanten Börsengangs lädt Elon Musks SpaceX zu einer zweitägigen Analystenkonferenz ein. Im Mittelpunkt steht voraussichtlich die Geschäftsentwicklung der Satellitentochter Starlink, die den Löwenanteil zum Konzernumsatz und -gewinn beiträgt. Börsianer erhoffen sich zudem Hinweise auf das Emissionsvolumen, das mit bislang geschätzten 75 Milliarden Dollar einen Rekord markieren würde.
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