Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagExtreme Kursbewegungen an Asien-Börsen

30.09.2024, 08:28 Uhr

Extreme Kursbewegungen kennzeichnen das Bild an den Aktienmärkten in Ostasien. In Tokio bricht der Nikkei-Index um 4,7 Prozent ein auf 37.962 Punkte, in Shanghai und in Hongkong geht die Hausse aus der Vorwoche weiter. Der Composite-Index in Shanghai schießt um 5,7 Prozent nach oben, der HSI in Hongkong macht einen weiteren Satz um 3,3 Prozent.

D as Kursdebakel in Tokio hatte sich am Freitag unmittelbar nach Börsenschluss bereits abgezeichnet, als der Yen mit dem Wahlsieg von Shigeru Ishiba zum neuen Chef der Regierungspartei LDP und damit designierten japanischen Premier massiv angezogen hatte und auch die Futures auf den Nikkei-225 eingeknickt waren. Ishiba hatte - anders als Wettbewerber um das Amt des LDP-Chefs - im Vorfeld für steigende Zinsen in Japan plädiert. Der Yen machte einen Satz von gut 146 je Dollar auf rund 143 und liegt aktuell mit 142,24 nochmal etwas höher. Das verteuert zum einen japanische Exporte, zum anderen verringert das die im Ausland erzielten und in Yen umgerechneten Gewinne der Unternehmen.

An den chinesischen Börsen stützen derweil weiter die diversen Stimuli für die maue Konjunktur, die in der Vorwoche mittels diverser gesenkter Zinssätze durch die chinesische Notenbank bereits beschlossen wurden beziehungsweise die vom Politbüro angekündigt wurden. Die jüngste Maßnahme ist die Ankündigung vom Wochenende, Hauskäufern die Refinanzierung ihrer Hypotheken zu ermöglichen. Der Schritt markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie Chinesen ihre Hauskredite abbezahlen, und könnte es ermöglichen, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der langanhaltenden Verlangsamung des Immobiliensektors effektiver durchschlagen. Bisher konnten viele chinesische Hauskäufer mit bestehenden Hypotheken nicht unmittelbar von den Zinssenkungen profitieren.

Die Rally kann sich kurzfristig fortsetzen, weil eine Neubewertung Chinas im Gange ist, die das Risiko eines stärkeren wirtschaftlichen Abschwungs und höherer Bewertungen bei sinkenden Zinssätzen verringert", kommentiert das Phillip Securities Research Team die aktuelle Lage. Verstärkt werden dürfte die Aufwärtsbewegung in Shanghai und in Hongkong, dass dort ab Dienstag eine Feiertagspause ansteht. In Shanghai dauert diese sogenannte Goldene Woche sogar bis einschließlich Montag der nächsten Woche. Viele Anleger dürften daher versucht sein, noch auf den längst ins Rollen gekommenen Börsenzug aufzuspringen.