Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFür eine Entwarnung ist es noch deutlich zu früh

26.03.2026, 06:01 Uhr

Der Dax arbeitet sich an die 23.000er-Marke heran. Das gestrige Geschäft zur Wochenmitte beendete der deutsche Börsenleitindex 1,4 Prozent fester mit 22.957 Punkten. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkteplan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dieser konzentriert sich weitgehend auf frühere Forderungen der Trump-Regierung an Teheran. Der Iran wird aufgefordert, seine drei wichtigsten Atomanlagen abzubauen, jegliche Anreicherung auf iranischem Boden zu beenden, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für Stellvertretergruppen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen. Im Gegenzug würden Sanktionen aufgehoben.

Für eine Entwarnung auf dem Parkett ist es nach Einschätzung des Vermögensverwalters QC Partners deutlich zu früh. "Die Schwankungen werden erst einmal hoch bleiben. Und auch neue Kursverluste sind mit jeder Nachricht aus den USA bzw. dem Iran jederzeit möglich", so Stratege Thomas Altmann. Klar sei aber, dass es auch im Fall eines Friedens lange dauern werde, bis die Weltwirtschaft zum normalen Tagesgeschäft übergehen könne. Viele Energieanlagen seien beschädigt. Heruntergefahrene Anlagen müssten langsam wieder hochgefahren werden.

Und auch weiterhin bleibt der Iran-Krieg Thema, denn er befeuert die Sorge vor steigenden Energiepreisen und das wiederum dürfte die Stimmung der deutschen Verbraucher deutlich drücken. Der Indikator für das Konsumklima für April sinkt voraussichtlich auf minus 27,0 Punkte, sagen Ökonomen voraus. Die GFK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) befragen jeden Monat rund 2000 Verbraucher zu ihrem Kaufverhalten.

Unternehmensseitig legt der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vor. Nach zwei Prognosesenkungen erwarten Analysten im Schnitt einen Rückgang des bereinigten Konzerngewinns um 27 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Interessanter als die von den beiden Kernbeteiligungen VW und Porsche abhängige Bilanz sind Investitionspläne des von den Familien Porsche und Piech kontrollierten Dax-Konzerns. Vor einem Jahr hatte PSE-Chef Hans Dieter Pötsch erklärt, das Unternehmen sei auf der Suche nach einer dritten Kernbeteiligung und habe dabei die Branchen Verteidigung und Infrastruktur im Auge. Die PSE will Insidern zufolge außerdem vom VW-Konzern einen Anteil an der Dieselmotorentochter Everllence übernehmen.

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Quelle: ntv.de