Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Furcht vor EU-Austritt: Britische Inflation überschreitet Notenbank-Ziel

In Großbritannien steigt die Inflation überraschend. Die Verbraucherpreise liegen im Juli 2,1 Prozent höher als vor Jahresfrist, wie die Statistikbehörde ONS bekanntgibt. Sie übersteigen damit auch das Ziel der Notenbank von zwei Prozent.

Analysten hatten mit einem Rückgang der Rate auf 1,9 Prozent gerechnet von 2,0 Prozent im Juni. Zur verstärkten Teuerung könnten die Kursverluste des britischen Pfund beigetragen haben, das sich im Vergleich zu anderen großen Währungen im Juli wegen wachsender Furcht vor einem ungeregelten EU-Ausstieg um 2,4 Prozent verbilligte.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,17

Hintergrund ist der Amtsantritt des neuen Premierministers Boris Johnson. Nach seinem Willen soll das Vereinigte Königreich Ende Oktober in jedem Fall aus der Europäischen Union austreten - auch ohne Scheidungsabkommen. An den Finanzmärkten wird befürchtet, dass die britische Wirtschaft dadurch schweren Schaden nehmen könnte.

Daher geriet das Pfund unter Druck. Ein sinkender Außenwert hat in der Regel zur Folge, dass importierte Güter teurer eingekauft werden müssen. Dies wiederum treibt tendenziell die Inflation nach oben. Ob die Kursverluste des Pfund tatsächlich die wichtigste Ursache für den Preisauftrieb im vergangenen Monat waren, ist laut ONS allerdings nicht ausgemacht.

Quelle: n-tv.de