Der Börsen-TagGewinnmitnahmen in Tokio, Gewinne in Seoul
Nach den jüngsten Rekordhochs geht es mit den Kursen an der Börse Tokio nach unten. Der Nikkei fällt mit Gewinnmitnahmen um 0,8 Prozent auf 53.887 Punkte zurück. Die anstehende Parlamentswahl in Japan dürfte nicht zu einer deutlichen Lockerung der Fiskalpolitik führen, so Marcel Thieliant von Capital Economics. Das Kabinett von Premierministerin Sanae Takaichi sei das beliebteste seit den frühen Tagen von Shinzo Abe. Thieliant erwartet, dass die Regierungskoalition ihre Mehrheit "mit ziemlicher Sicherheit" ausbauen werde. Er bezweifelt jedoch, dass ein stärkeres Mandat eine lockerere Fiskalpolitik unweigerlich zur Folge haben wird. Der im vergangenen Jahr verabschiedete große Nachtragshaushalt, der den Aufschlag auf die Benzinsteuer senkt und die Strompreise reduziert, habe die Argumente für eine weitere fiskalische Expansion geschwächt.
Elektronik- und Technologiewerte führen die Verluste in Tokio an. Die Aktien von Tokyo Electron geben um 2,4 Prozent nach und die der SoftBank Group verlieren 4,9 Prozent. Am Devisenmarkt schwächt sich der Dollar zum Yen ab. Die Anleger beobachten aufmerksam die Einzelheiten der Wahlpläne und jegliche Äußerungen von Regierungsvertretern zur jüngsten Schwäche des Yen.
Die koreanische Zentralbank hat derweil wie erwartet die Leitzinsen bei 2,50 Prozent bestätigt. Angesichts der Schwäche des Won hätte eine Lockerung der Geldpolitik die Währung zusätzlich unter Abgabedruck gesetzt. In Seoul geht es mit dem Kospi um 1,4 Prozent nach oben.