Der Börsen-TagGlyphosat-Umbau bei Bayer schürt Hoffnungen auf eine Abspaltung
Bayer bündelt sein umstrittenes und von Klagen überhäuftes US-Geschäft mit dem Unkrautvernichter Glyphosat in einer neuen Gesellschaft und schürt damit Hoffnungen auf eine Aufspaltung des Konzerns. Die neue Einheit mit dem Namen Ruveon werde das gesamte US-Geschäft mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter steuern, teilte der Dax-Konzern mit. Dies umfasse die Preisgestaltung, die Produktion und die Logistik. Die Aktien der Leverkusener stiegen weiter. Unterstützt wurde der Kursanstieg zudem durch eine Heraufstufung der Aktie durch die Deutsche Bank.
Der Schritt befeuert bei Investoren die Hoffnung, dass der Konzern sich strukturellen Veränderungen nähert, die einige Aktionäre seit langem fordern. Die Maßnahme "könnte die Spekulationen von Anlegern über eine eventuelle Trennung einiger Agraraktivitäten von Bayer anheizen", kommentierte Sebastian Bray von Berenberg. Stefan Wulf vom Brokerhaus ODDO BHF erklärte, die separate Aufstellung des US-Glyphosat-Geschäfts würde es Bayer erleichtern, "das Geschäft künftig abzutrennen oder zu veräußern". Bayer erklärte jedoch, Ruveon werde ein Bayer-Geschäft bleiben. Die neue Einheit solle als "flexiblerer und besser positionierter Akteur" in ihrem Markt agieren.