Der Börsen-TagHSI auf tiefstem Stand seit 2009
An den asiatischen Aktienbörsen geht es im späten Geschäft auf breiter Front talwärts. Bereits an der Wall Street hatten heftig gestiegene Rentenrenditen die Aktienmärkte belastet - ein Bild, welches sich nun in Asien wiederholt. Händler sprechen von der bekannten Furcht der Anleger vor einer drohenden Rezession gepaart mit steigenden Marktzinsen und der Erwartung weiter anziehender Leitzinsen durch die Notenbanken und hier zuvorderst der Federal Reserve in den USA. Der Konjunkturbericht Beige Book der Fed lieferte kaum Argumente gegen das Anziehen der geldpolitischen Zügel, wenngleich sich die Unternehmen pessimistischer zeigten. In den USA war die zehnjährige Benchmarkrendite auf ein 14-Jahreshoch geklettert. Steigende Marktzinsen bremsten die Risikoneigung, heißt es im Handel mit Blick auf die Kursverluste bei Aktien.
Der gegenüber den meisten asiatischen Währungen steigende Dollar manifestiert die Erwartung zulegender US-Zinsen. Besonders deutlich wird dies in Japan, wo die Notenbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhält und die divergierende Zinspolitik den Yen auf das nächste 32-Jahres-Tief drückt. Aktuell steht der US-Dollar kurz vor der psychologisch wichtigen 150-Yen-Marke. Der Nikkei-225 baut seine Abgaben auf nun 1,1 Prozent aus - belastet von Elektroniktiteln. Die exportlastigen Branchenunternehmen leiden unter Rezessionssorgen und den steigenden Zinsen in den Absatzländern. Banken- und Versicherungswerte halten sich besser, sie profitieren tendenziell von anziehenden Marktzinsen.
An den chinesischen Börsen hält die Talfahrt der vergangenen Tage an, wobei der HSI in Hongkong mit einem Minus von 2,4 Prozent auf den tiefsten Stand im Verlauf seit 2009 abstürzt. In der Sonderwirtschaftszone sind es sehr schwache Technologietitel, die drücken. Sie leiden besonders unter steigenden Marktzinsen wegen eines hohen Fremdfinanzierungsanteils. Baidu stürzen um 9,3 und Meituan um 6,2 Prozent ab - Alibaba verlieren 5,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit ihrem Börsengang in Hongkong. Fosun International steigen um 2,3 Prozent, das Unternehmen will sich von Nanjing Nangang Iron & Steel United trennen. Nach einem Verlustausweis verlieren die Kasinoaktien von Sands China 6,3 Prozent. Im chinesischen Kernland halten sich die Abgaben in Grenzen, der Schanghai-Composite zeigt sich etwas leichter - gedrückt von Automobil- und Batteriewerten. Der Sektor wird von schwachen Tesla-Zahlen belastet.