Der Börsen-TagHiobsbotschaften für den DAX reißen nicht ab
Die Politik beherrscht den DAX aktuell. Während die Wall Street den Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl feierte, fiel der deutsche Börsenleitindex deutlich zurück. Er gab 1,1 Prozent ab, konnte aber mit 19.039 Punkten noch über der 19.000er-Marke schließen. Trump hatte im Vorfeld der Wahlen angekündigt, als Präsident einen Einfuhrzoll von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern erheben zu wollen. Autowerte verbuchten herbe Verluste, BMW und Mercedes Benz verloren deutlich. Auch Titel aus dem Sektor erneuerbare Energien flogen aus den Depots. Nach Börsenschluss hierzulande zerbrach dann auch noch die Ampel-Koalition.
Und auch heute dürfte das Hauptaugenmerk der Anleger in den USA liegen. Der Grund: Die Notenbank Federal Reserve wird voraussichtlich zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen senken. Der an den Finanzmärkten erwartete Schritt dürfte kleiner ausfallen als im September, als er mit einem halben Prozentpunkt kräftig ausfiel. Laut Experten wird der Leitzins nunmehr um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 4,50 bis 4,75 Prozent nach unten gesetzt. Die Zeichen stehen auf Senkung, weil die Inflation fast den Zielwert der Fed von zwei Prozent erreicht hat. Laut Fed-Chef Jerome Powell trifft die unabhängige Zentralbank niemals geldpolitische Entscheidungen mit Blick auf den Ausgang einer Wahl. Auch die Bank of England wird wohl ihre Leitzinsen weiter senken. Marktexperten rechnen mit einem 25-Basispunkte-Schritt auf dann 4,75 Prozent.
Unternehmensseitig veröffentlicht etwa Daimler Truck seinen Quartalsbericht. Daneben öffnet auch Rheinmetall die Bücher. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede steuert auf Rekordkurs. Steigende Rüstungsausgaben nach dem russischen Überfall lassen bei Rheinmetall die Kassen klingeln und dürften Umsatz und Auftragseingang auch im dritten Quartal in die Höhe getrieben haben. Weitere Großaufträge winken – Rheinmetall hatte unter anderem jüngst zusammen mit dem Partner Leonardo ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau von Panzern gegründet. Der italienische Konzern legt ebenfalls Quartalszahlen vor.
Bereits vorbörslich warten aber bereits deutsche Konjunkturdaten auf die Investoren, denn die Zahlen zu den deutschen Exporten im September werden veröffentlicht. Ökonomen erwarten einen Rückgang um 1,4 Prozent. Noch im August hatten die Exporte überraschend angezogen. Dabei wirkte sich insbesondere die starke Zunahme der Ausfuhren in die USA positiv aus, deren Wirtschaftsmotor anders als in Deutschland rund läuft. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.