Der Börsen-TagHohe Inflation und Zinsdebatte drücken DAX runter
Nach drei gewinnträchtigen Tagen gab es heute an der Frankfurter Börse überwiegend fallende Kurse. Das Inflationsgespenst schwebte wieder tiefer über dem Parkett. Nach den deutschen Verbraucherpreisen sind nun auch die Inflationsdaten aus der Eurozone insgesamt höher ausgefallen als erwartet. Damit nimmt die Debatte über eine straffere Geldpolitik der EZB wieder Fahrt auf.
Die Notenbank wird nach Meinung des slowakischen EZB-Ratsmitglieds Peter Kazimir ihren Leitzins im Juli um 25 Basispunkte anheben. "Wir werden diesen Schritt im Juli gehen", so Kazimir. Im September könne der Einlagensatz dann um einen halben Prozentpunkt erhöht werden, also um 50 Basispunkte. An den Märkten waren bisher je 25 Basispunkte im Juli und im September erwartet worden.
Der DAX fiel am Ende um 1,3 Prozent und ging mit 14.389 Punkten aus dem Handel, sein Tagestief lag bei 14.359 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 1,4 Prozent tiefer bei 3789 Stellen.
Bei den Einzelwerten fielen Deutsche Bank um 2,6 Prozent und DWS um 5,7 Prozent. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die DWS jetzt wegen des Anfangsverdachts eines Kapitalanlagebetrugs. Dabei geht es vermutlich um frühere Vorwürfe, die Fondstochter der Deutschen Bank habe den Anteil "grüner" Investments zu hoch angesetzt, was als "Greenwashing" bezeichnet wird.
Besonders im Blick stand auch die Chemiebranche. Lanxess schnellten im MDAX um 11,2 Prozent hoch. Der Spezialchemie-Konzern und die Beteiligungsgesellschaft Advent gründen ein Gemeinschaftsunternehmen für Hochleistungskunststoffe. Dazu übernehmen sie das DSM-Engineering-Materials-Geschäft für rund 3,7 Milliarden Euro, Lanxess bringt seinen Bereich High Performance Materials ein. Lanxess will sich damit entschulden und Aktien für bis zu 300 Millionen zurückkaufen. DSM nutzt den Mittelzufluss für den Zusammenschluss mit dem Schweizer Duft- und Geschmacksstoffe-Hersteller Firmenich.