Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIfo-Experten rechnen mit höherer Inflation

15.06.2022, 10:44 Uhr

Weniger Wachstum, mehr Inflation: Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr wegen der wirtschaftlichen Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine angepasst. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach nur um 2,5 Prozent zulegen, wie die Münchner Forscher mitteilen. Im März hatten sie noch ein Plus von 3,1 Prozent für möglich gehalten. "Die Wirtschaftsleistung liegt derzeit noch immer ein Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau von Ende 2019", sagte der Leiter der Ifo-Prognosen, Timo Wollmershäuser. "Wir rechnen aber mit einem allmählichen Rückgang der Rohstoffpreise und der Materialengpässe im zweiten Halbjahr." Im kommenden Jahr soll sich das Wachstum dann auf 3,7 Prozent beschleunigen.

Gleichzeitig rechnet das Institut mit einer stärkeren Inflation. Waren und Dienstleistungen dürften sich in diesem Jahr um durchschnittlich 6,8 Prozent verteuern, 2023 dann etwa halb so stark mit 3,3 Prozent. Im März hatten die Experten hier nur einen Anstieg von 5,1 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent vorhergesagt. "Der mit den hohen Preisen verbundene Kaufkraftverlust der privaten Haushalte hat sich zu Jahresbeginn in einem rückläufigen Warenkonsum niedergeschlagen", sagte Wollmershäuser hierzu.