Der Börsen-TagIfo-Index sinkt stärker als prognostiziert
Der Iran-Krieg trübt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen stärker als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, nach revidiert 86,3 Zählern im März, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 85,5 Punkte gerechnet. Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter. "Die Iran-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
"Beim On-Off im Iran-Krieg bleibt die Stimmung weiter stark auf der Strecke. Nach wie vor schrecken hohe Energiepreise, sie belasten den Ausblick.", sagte Alexander Krüger von Hauck Aufhäuser Lampe. "Jeder Tag, den die Straße von Hormus gesperrt ist, verursacht Konjunkturschmerz. Selbst bei einer Konfliktberuhigung ist davon auszugehen, dass eine Normalisierung dauern wird."
Jörg Krämer von der Commerzbank meinte: "Der Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft. Das Wachstum dürfte in diesem Jahr selbst dann um beträchtliche 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen, wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete. Für dieses Szenario rechnen wir nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. Bereinigt um die ungewöhnlich hohe Zahl von Arbeitstagen entspricht dies einem mageren Plus von 0,3 Prozent. Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko."