Der Börsen-TagIfo-Index steigt überraschend - Experte dennoch sehr skeptisch
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Mai wider Erwarten etwas aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 84,9 (April revidiert: 84,5) Punkte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 84,1 Punkte prognostiziert. Für April waren vorläufig 84,4 Punkte gemeldet worden. Der Index der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage erhöhte sich auf 86,1 (85,4) Punkte. Die Prognose hatte auf 85,0 Punkte gelautet. Der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 83,8 (revidiert: 83,5) Punkte. Erwartet worden war ein Anstieg auf 83,8. Für April waren vorläufig 83,3 gemeldet worden.
"Das Befragungsergebnis zeigt, wie sehr die Stimmung im Keller gefangen ist. Für die Gegenwart und Zukunft bleiben die Perspektiven trüb", analysierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Das liegt großenteils auch an der Politik, die den Ernst der Lage offenbar noch immer nicht verstanden hat. Wegen des schwelenden Irankonflikts ist die Aussicht auf eine nennenswerte Stimmungsverbesserung gering. Schiffstaus werden sich selbst bei einer Konfliktberuhigung nur langsam auflösen, Produktionsanlagen sind zerstört. Die gestiegenen Energiepreise lasten auf Margen und Produktion, Versorgungsengpässe bestehen. In diesem Umfeld können sich die Impulse des Fiskalpakets kaum zeigen, gute Auftragslage hin oder her. Das Risiko einer im zweiten Quartal schrumpfenden Wirtschaftsleistung steigt von Tag zu Tag. Aktuelle Bestrebungen, die strategische Bedeutung der Straße von Hormus zu senken, sind richtig, dauern aber."